Bessere öffentliche Dienstleistungen müssen das Ziel einer europäischen Verwaltungsreform sein

infografik EU-Haushalt 2012 Europäische Kommission ccÖffentliche Einrichtungen in ganz Europa sind gefordert, allen Widrigkeiten zum Trotz ihre Serviceleistungen für Bürger und Unternehmen weiterzuentwickeln und zu verbessern. Eine alternde Bevölkerung, steigende Ausgaben, die voranschreitende Komplexität von Gesetzen und Regularien sowie ein geringes globales Wachstum erzeugen dabei kräftig Gegenwind. Sicher ist, dass die Öffentliche Hand die aktuellen Fragestellungen nicht nur mit bisherigen Methoden bewältigen kann.

Im aktuellen BearingPoint Institute Report geben neun Partner aus Deutschland, Frankreich und Irland Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen bei gleichzeitiger Ausgabenkürzung. Die Empfehlungen im Überblick:

Zur erfolgreichen Umsetzung agiler Projekte müssen Erwartungen an Kosten und Ziele gesteuert werden

Kai Wächter, Berlin

Kurzfristiges Denken führt oft zu unklar definierten Umsetzungsstandards. Um Überschreitungen der Budgets und die Nichterfüllung von Erwartungen zu vermeiden, ist eine Einigung auf strategische Ziele und realistische, messbare Resultate und Meilensteine ebenso notwendig wie die Implementierung einer kompetenten und erfahrenen Managementstruktur, um sicherzustellen, dass die Vorhaben erfolgreich sind.

 

Das digitale Zeitalter nutzen: Organisationen müssen ihre Dienstleistungen auf die Kundenanforderungen in einer digitalen Welt ausrichten

Andrew Montgomery, Dublin, und Stefan Pechardscheck, Berlin

Digitale Ämter können auf Kundenanliegen direkter und kostengünstiger reagieren als Einrichtungen, in denen die Kommunikation überwiegend persönlich oder postalisch erfolgt. Behörden müssen die Haushaltsaufstellung und das Personal-Management neu auf Kundenbedürfnisse ausrichten und digitale Technologien in jeder Phase der Weiterentwicklung öffentlicher Leistungen berücksichtigen.

 

Chancen des Föderalismus nutzen, um Erfahrungen zu teilen, Projekte gemeinsam anzugehen und Kompetenzen zu bündeln

Jon Abele, Hamburg

Als Folge von Haushaltskonsolidierung und demografischem Wandel sucht der öffentliche Sektor verstärkt nach Wegen der Zusammenarbeit und Partnerschaft. Ängste vor Macht- oder Unabhängigkeitsverlust müssen dabei überwunden und Kooperation als Standard für die Umsetzung neuer Gesetze, Regularien und Verfahren angenommen werden.

 

Der öffentliche Sektor muss seine Rolle als Treiber für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen erfüllen

Alexander Schmid, Berlin

Gute Beziehungen zwischen Verwaltung und Unternehmen sind ein starker Treiber für Wirtschaftswachstum. Oft verhalten sich öffentliche Verwaltungen jedoch zurückhaltend, wenn es darum geht, wirtschaftliche Grundlagen zu verbessern. Die Bedeutung der eigenen Rolle in unserem sozioökonomischen System wird unterschätzt. Es sollten verwaltungsintern Anreize geschaffen werden, um die Kooperationsfähigkeit mit der Wirtschaft auszubauen.

 

Behörden sollten den gesellschaftlichen Nutzen einer Öffnung ihres Datentresors ermitteln

Hughes Verdier, Paris

Öffentliche Einrichtungen können die Wirtschaft unterstützen, indem sie ihre gesammelten Daten Dienstleistern und Verwaltungen zugänglich machen. Sie müssen die Diskussion um Privatsphäre und Datensicherheit annehmen sowie Mechanismen zur Informationsteilung implementieren, die einen Mehrwert schaffen und gleichzeitig Bürgerrechte wahren.

 

Mit einem Portfoliomanagementansatz an die Dienstleistungserbringung herangehen

Francois Lanquetot, Paris

Projekte können nicht isoliert durchgeführt werden oder man riskiert ihre Unterminierung, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern. Bestehende und neue Dienstleistungen sollten als Portfolio gemanagt werden, wobei jede mit messbaren Ergebnissen verknüpft werden muss. Auf diese Weise kann das Projektmanagement die Dienstleistungsgrundlage, wenn nötig, überprüfen und sich auf jene Services konzentrieren, die Kunden einen echten Mehrwert bieten.

 

Gesetzliche Bestimmungen optimieren, um Stillstand durch Komplexität zu vermeiden

Jérôme de Badereau, Paris

Öffentliche Einrichtungen müssen sich davor in Acht nehmen, auf kurzsichtigen Druck hin Regelungen neu zu gestalten und dadurch zu riskieren, dass diese schwerfällig und kostspielig werden und in der Folge möglicherweise gar nicht mehr umsetzbar sind. Die Umsetzung von Bestimmungen sollte vor deren Veröffentlichung mit betroffenen Interessensgruppen getestet werden. Auch ein intensiveres Engagement für eine langfristige Vereinheitlichung von Bestimmungen auf nationaler und internationaler Ebene ist entscheidend.

 

Entschärfen der demografischen Zeitbombe durch Interaktion mit Frontline-Managern

André Estignard, Paris

Da bald viele Arbeitskräfte im öffentlichen Sektor aus Altersgründen ausscheiden werden, sind Organisationen um ein effektives Personal-Management bemüht, das den zukünftigen Anforderungen an Dienstleistungserbringung trotz knapper Haushaltsmittel gerecht wird. Als Ausgangspunkt für eine strategische Personalplanung müssen direkte Vorgesetzte eingebunden werden, um das Know-how zu identifizieren, das die Behörde zukünftig benötigt.

 

Sie können den vollständigen Report über die BearingPoint-Webseite anfordern: www.bearingpointinstitute.com. Spannende Einblicke in die Fragestellungen wird auch der diesjährige Ministerialkongress bieten, Anmeldungen unter www.ministerialkongress.de.

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