Big Data: Einbußen durch zu spät erkannte Geschäftschancen

  • 78 % glauben, durch eine effizientere Bereitstellung nützlicher Informationen die eigene Leistung um mindestens 21 % steigern zu können.
  • 48 % halten Datenverarbeitung für zu zeitaufwendig.

Über die Hälfte aller Unternehmen aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich beklagt den Verlust von Umsatz aufgrund zu spät erkannter Geschäftschancen. Durch den Mangel an rechtzeitig bereitgestellten, präzisen Informationen gehen diesen Unternehmen jeweils bis zu 28 Millionen Euro pro Jahr verloren. Dies ist das Ergebnis der Studie »European Big Data – Big Failure« [1].

Ungenutzte Datenbestände

Die Unternehmen in Europa stehen vor einem Dilemma: 78 % von ihnen glauben, dass sie durch einen schnelleren Zugriff auf relevante Informationen ihre Leistung um mindestens 21 % steigern könnten. Gleichzeitig beklagt über die Hälfte (51 %) zu spät erkannte und damit verlorene Geschäftschancen. Bei nahezu einem Drittel (31 %) passiert dies mehr als einmal pro Jahr, beinahe ein Fünftel (19 %) muss diese Erfahrung jede Woche mehrmals machen. Die Studie zeigt die damit verbundenen erheblichen Verluste für die europäische Wirtschaft: So entgehen Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 150 und 700 Millionen Euro jedes Jahr Einnahmen von bis zu 3 Millionen Euro. Bei Unternehmen mit einem Ertrag von mehr als einer Milliarde Euro sind die Verluste noch beträchtlich höher – hier liegen sie pro Jahr jeweils bei geschätzten 28 Millionen Euro.

James Petter, VP EMEA bei Pure Storage, nennt den Grund für diese Entwicklung: »Heutzutage ist es für Unternehmen kostengünstiger, die von ihnen erfassten Daten aufzubewahren anstatt sie zu vernichten. Dadurch wachsen ihre Datenbestände rasant an. Gleichzeitig ist es jedoch kompliziert und kostspielig, aus diesen Informationen innerhalb kurzer Zeit verwertbare Erkenntnisse zu gewinnen – nur solche können aber einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.«

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So geben beinahe drei Viertel (72 %) aller Unternehmen an, Daten lediglich zu sammeln und nicht zu verwerten. Die Hälfte (48 %) begründet dies mit einem zu hohen Zeitaufwand, ein Fünftel (19 %) mit zu hohen Kosten.

Petter sagt: »Oft haben mehrere Unternehmen Zugriff auf dieselben Daten. Dann hängt es von der Schnelligkeit und Benutzerfreundlichkeit ihrer jeweiligen Analyse-Tools ab, ob sie die Konkurrenz hinter sich lassen können oder nicht. Es werden immer mehr und immer detailliertere Daten zu allen geschäftsrelevanten Bereichen gesammelt – um damit tatsächliche Umsatzchancen nutzen zu können, bedarf es unbedingt eines tieferen Verständnisses. Nur so können Unternehmen dem stetig wachsenden Veränderungsdruck mit konkreten Plänen begegnen. Wer seine Prozesse nicht rechtzeitig an neue Herangehensweisen, neue Märkte und neue Praktiken anpasst, wird langfristig nicht bestehen können.«

Bürokratie als größtes Hindernis

Über die Hälfte (56 %) aller befragten Unternehmen sieht in ausufernden bürokratischen Prozessen das größte Hindernis für ihre Produktivität. »Die mit dem Zugriff auf Informationen verbundene Bürokratie hält Unternehmen davon ab, ihre Daten erfolgreich auszuwerten und daraus kreative Ideen abzuleiten. Die Verarbeitung gespeicherter Daten ist nicht mehr allein Sache des CIO – nur wenn daraus unternehmensweit Erkenntnisse abgeleitet werden können, lässt sich der Wettbewerb abhängen«, meint Petter.

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Regulierung: Hemmnis oder Hilfe?

Für jedes zehnte der von Pure Storage befragten Unternehmen stellen Datenschutzbedenken ein Hindernis bei der internen Verbreitung von Informationen dar. Aufgrund des demnächst in Kraft tretenden EU-Datenschutzgesetzes (General Data Protection Regulation, GDPR) [2] wird hiervon jedes Unternehmen betroffen sein, das Daten speichert.

Großbritannien verzeichnet momentan den größten negativen Effekt durch Regulierungen: Über ein Drittel (39 %) aller befragten Unternehmen gab dort für die eigene Branche negative Auswirkungen kürzlich erfolgter Regulierungsmaßnahmen an. In Frankreich erwiesen sich geänderte Vorschriften am häufigsten als hilfreich: für 42 % der Befragten wurde die geschäftliche Tätigkeit durch Neuregelungen erleichtert. Die positivste Einstellung gegenüber Regulatoren herrscht in Deutschland vor. Hier hatten 40 % der Unternehmen branchenintern keine Beeinträchtigungen durch neue Vorschriften zu vermelden, und über ein Viertel (26 %) erwähnte Regulierungen aus einer anderen Branche, die sich sogar positiv auf ihre Geschäftstätigkeit auswirkten.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Die Notwendigkeit, in Echtzeit auf Geschäftsdaten zugreifen zu können, ist in allen drei Ländern (Deutschland, Großbritannien und Frankreich) gleich hoch.
  • Die Hälfte (50 %) der deutschen Unternehmen gab einen Mangel an guten Arbeitskräften als größtes Hindernis für mehr Wachstum an.
  • Auch die umfassende Bürokratie wird von 61 % aller deutschen Unternehmen als große Behinderung ihrer geschäftlichen Produktivität erlebt.
[1] Studie »European Big Data – Big Failure«, wurde von Pure Storage veröffentlicht, einem Flash-Storage-Anbieter aus dem Silicon Valley. Im Rahmen des Berichts wurden im Zeitraum von Juli bis August über 300 Unternehmen in Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragte.
[2] https://ec.europa.eu/justice/data-protection

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