Connectivity & Tarife: LTE kommt an

In den letzten Monaten hat LTE in Deutschland stark an Popularität gewonnen: Inzwischen nutzen 22 Prozent der Mobilfunkkunden die schnellen Netze, ein Anstieg um 14 Prozentpunkte zum Vorjahr. Gleichzeitig bezeichnen immer mehr Smartphone- und Tablet-Nutzer Wi-Fi als ihre am häufigsten verwendete Datenverbindung. Bündelangebote aus Mobilfunk, TV und Festnetz dagegen stoßen bei vielen Konsumenten noch auf ein begrenztes Interesse.

LTE-Netze ermöglichen hohe mobile Bandbreiten und eine deutlich verbesserte User Experience bei der Datennutzung unterwegs. Die Vorzüge der neuen Infrastrukturen wurden von den Mobilfunkanbietern von Anfang an deutlich kommuniziert und beworben, allerdings stiegen die LTE-Nutzerzahlen bis zum vergangenen Jahr allenfalls moderat. In den letzten Monaten scheint der Bann jedoch gebrochen: Inzwischen nutzen 22 Prozent der deutschen Mobilfunkkunden LTE, ein Anstieg um 14 Prozentpunkte zum Vorjahr (s. Abb. 5).

Überdurchschnittlich verbreitet ist LTE in den jüngeren Nutzersegmenten, ebenso wie unter Apple-Kunden: Bereits die Hälfte der iPhones 5 oder 6 werden in Deutschland mit LTE-Verträgen verwendet. Anders dagegen im Prepaid-Bereich: Hier liegt der LTE-Anteil bei lediglich 9%.

Ein wesentlicher Grund für die deutlich gestiegene Zahl der LTE-Nutzer liegt in der Gestaltung neuer Tarifangebote: Netzbetreiber pushen Postpaid verstärkt mit LTE. Statt einen Mehrpreis für höhere Bandbreiten zu erzielen, wird LTE bei Premium-Verträgen häufig automatisch bereitgestellt. Ob diese Strategie aufgeht, wird die Zukunft zeigen. Denn zwei Drittel der LTE-Nutzer nehmen die neuen Netze als erheblich schneller wahr. Diese Zufriedenheit dürfte absehbar zu einer steigenden Zahlungsbereitschaft führen, über die sich LTE-Infrastrukturen durchaus monetarisieren lassen. Mittel der Wahl sind dabei neben gezielten Empfehlungsprogrammen spezielle LTE-Tarifangebote wie Premium-Prepaid-, Multidevice- oder Familientarife.

Wi-Fi immer beliebter

Trotz immer schnellerer Mobilfunknetze: Der Stellenwert von Wi-Fi ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Immer mehr Smartphone- und Tablet-Nutzer bezeichnen Wi-Fi als ihre am häufigsten verwendete Datenverbindung. Abbildung 6 illustriert den Stellenwert von Wi-Fi und zeigt die Unterschiede zwischen den beiden relevanten Gerätekategorien. Ursächlich für diese Entwicklung sind diverse Faktoren: Insbesondere der Erfolg datenintensiver Anwendungen wie Audio- und Videostreaming begünstigt die Wi-Fi-Nutzung. Um ihr abonniertes Datenvolumen nicht zu strapazieren, verwenden viele Mobilfunkkunden entsprechende Dienste vornehmlich via Wi-Fi zu Hause oder in Hotspots. Auch neue, weniger zahlungskräftige Nutzergruppen stützen den Trend:

Angelockt von niedrigeren Gerätepreisen verfügen diese Konsumenten oft über Verträge mit geringem Volumen und vermeiden möglichst die Datennutzung über Mobilfunknetze.

Netzbetreiber schöpfen die Popularität von Wi-Fi bislang nicht konsequent aus. Hotspots werden kaum als werthaltige Service-Offerings vermarktet, trotz ihrer grundsätzlich steigenden Zahl sowie vereinzelter Hotspot-Flats als Bestandteil von Mobilfunktarifen. Über eine stärkere Einbeziehung von Hotspots in bestehende Serviceangebote können Anbieter Kunden binden und Mobilfunknetze entlasten. Konsumenten bei Multiplay skeptisch Bündelangebote aus Mobilfunk, TV und Festnetz wurden zuletzt intensiv beworben, und tatsächlich konnte schon eine respektable Nutzerzahl für diese Multiplay-Dienste gewonnen werden. Ob sie sich jedoch auch in Deutschland auf breiterer Front durchsetzen, darf nach den aktuellen Umfrageergebnissen bezweifelt werden. Weitere Dienste des eigenen Mobilfunkanbieters sind bei den Konsumenten kaum gefragt, und gerade an Festnetzangeboten besteht nur wenig Interesse (s. Abb. 7).

Zwar lässt sich im Vergleich zum Vorjahr eine leicht steigende Offenheit beobachten, von einer Trendwende kann jedoch noch keine Rede sein. Nach wie vor besteht Zurückhaltung bei Kunden aller Netzbetreiber und in allen Alterssegmenten.

Von Bundles überzeugen lassen sich Mobilfunknutzer vornehmlich über den Preis: 57 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen bei der Wahl eines Multiplay-Angebots ein günstiger Tarif wichtig wäre – der mit Abstand höchste Wert unter allen Auswahloptionen. Netzbetreiber müssen dennoch bei der Gestaltung von Multiplay-Offerings gezielt vorgehen und eine weitere Erosion der Telekommunikationspreise vermeiden.

 

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Der Global Mobile Consumer Survey 2015 [1] zeigt: Smartphones als neue Nummer eins, Wearables stehen in Deutschland vor dem Durchbruch, das Interesse an smarten Uhren und Fitness-Trackern steigt deutlich. LTE hat hingegen schon den Markt erobert, immer mehr Konsumenten nutzen die schnellen Netze. Dennoch bleibt Wi-Fi die am häufigsten verwendete Datenverbindung. Etabliert haben sich Streaming-Angebote auf mobilen Geräten, Apps dagegen werden seltener installiert. Dem Trendthema Internet of Things ist hierzulande eine eher langsame Entwicklung beschieden – insbesondere Datenschutzbedenken sind ein Hindernis.

»Mobilgeräte und Apps gehören zum Alltag. Bei neuen digitalen Trends und Geräten fragen Konsumenten aber verstärkt nach dem gebotenen Mehrwert und der Datensicherheit«, erklärt Dr. Andreas Gentner, Partner und TMT EMEA Lead bei Deloitte. »Diese und andere Herausforderungen verzögern den Schritt vom innovativen Nischenprodukt zum Massenphänomen und erfordern neue Strategien auf Anbieterseite.«

Smartphones als neue Nummer eins

Erstmals ist das Smartphone die verbreitetste mobile Gerätekategorie in Deutschland und löst den Laptop ab. Drei Viertel der Konsumenten haben Zugriff auf ein smartes Telefon, bei unter 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 90 Prozent. Tablets sind bereits in fast jedem zweiten Haushalt zu finden. Das im letzten Jahr rückläufige Interesse an Wearables, insbesondere an Smart Watches, hat seine Talfahrt beendet – 8 Prozent der Befragten planen eine Anschaffung innerhalb der nächsten zwölf Monate, im Vorjahr waren es noch 3 Prozent.

Ihre mobilen Endgeräte nutzen deutsche Konsumenten meist zum Lesen von Online-News, gefolgt vom Streaming von Short-Form-Videos – diese Streaming-basierten Inhalteangebote haben sich etabliert. Die datenintensiven Dienste werden vorrangig über heimische WiFi-Verbindungen konsumiert. Ein klarer Abwärtstrend zeigt sich bei Apps. Neue Apps werden nur dann installiert, wenn sie einen Mehrwert versprechen. Der Großteil der Konsumenten verzichtet auf Experimente mit neuen Downloads – der Hype ist verflogen.

Hardware-Vertrieb: Service ist Trumpf

In Deutschland kommt es bei mobilen Endgeräten früh zu Replacements, 58 Prozent der genutzten Smartphones sind maximal 18 Monate alt. Online-Shops sind beim Smartphone-Kauf die erste Wahl: 42 Prozent der Mobiltelefone werden im Internet gekauft, rund jedes Dritte im Geschäft. Im Internet müssen sich die Netzbetreiber reinen Online-Händlern geschlagen geben, im stationären Handel den großen Elektronikmärkten. Chancen für Mobilfunkanbieter liegen jedoch in Beratungsqualität und im technischen Support vor Ort.

LTE erfährt Boom

Nach bisher nur mäßigem Erfolg kommt LTE mit neuen Tarifangeboten bei den Konsumenten in Fahrt: 22 Prozent der deutschen Mobilfunkkunden nutzen die Breitbandverbindungen – 14 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Dennoch bleibt WiFi die häufigste Datenverbindung unter Smartphone- und Tablet-Nutzern und baut seinen Vorsprung sogar aus. Dazu tragen datenintensive Audio- und Videostreams erheblich bei. An Multiplay-Diensten zeigen Verbraucher dagegen nur ein begrenztes Interesse.

grafik deloitte mobile endgeräte genutzte Datenverbindung

Internet of Things kommt aus der Nische

Das Trendthema Internet of Things ist in der Mehrzahl der deutschen Haushalte bislang nicht angekommen, einzelne Technologien finden dennoch Anklang. Gerade Produktkategorien wie Smart-Home-Geräte oder Connected Cars fristen nach wie vor ein Nischendasein. Die geäußerte Kaufabsicht zeigt jedoch ein steigendes Interesse. Das Hindernis für IoT-Anbieter sind die Datenschutzbedenken der Konsumenten: 42 Prozent der Deutschen lehnen eine Datenweitergabe grundsätzlich ab, 34 Prozent würden sie nur mit bestimmten Anbietern teilen. Transparenz und ein hohes Datenschutzniveau könnten der Schlüssel zum Massenmarkt werden.

»Konsumenten akzeptieren lange nicht mehr alle Angebote bedenkenlos und informieren sich verstärkt über Mehrwerte und Alternativen. Marktteilnehmer müssen die Kundenanforderungen kontinuierlich beobachten und ihr Angebot anpassen. Nur so können sie Konsumentenwünschen nachkommen und neues Interesse an vielversprechenden Trends stimulieren. Ihre Chance liegt in der Vermittlung klarer Mehrwerte für die Konsumenten«, kommentiert Dr. Andreas Gentner.

[1] Für den Global Mobile Consumer Survey befragte Deloitte weltweit 49.500 Konsumenten, darunter 2.000 in Deutschland. Den kompletten Report finden Sie hier zum Download:

https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/de/Documents/technology-media-telecommunications/DELO_Mobile%20Consumer%20Studie%202015_ks6.pdf

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