Das Freizeitverhalten nach Einkommensgruppen

Das Freizeitverhalten der Bundesbürger unterscheidet sich in zahlreichen Bereichen voneinander [1]. Ob zwischen den Geschlechtern, der Bevölkerung in Ost- oder Westdeutschland, Jung oder Alt – überall sind zum Teil große Unterschiede nachweisbar. In keiner Vergleichsgruppe gibt es jedoch so deutliche Abweichungen wie innerhalb der Einkommensgruppen. Diese Analyse lässt sich in folgenden Kernergebnissen zusammenfassen:

tabelle bat freizeit aktivitäten nach einkommen

 

  • Die einkommensschwächeren Bundesbürger liegen bei den regenerativen Freizeitbeschäftigungen deutlich vorn.
  • Die Besserverdienenden zeigen eine signifikant höhere Nutzung der Neuen Medien.
  • Je höher das Einkommen, desto häufiger leistet man sich Freizeitaktivitäten, die Geld kosten.
  • Umgekehrt gilt: Je geringer das Einkommen, desto höher ist die Nutzung von kostenlosen bzw. kostengünstigen Freizeitaktivitäten.
  • Besserverdiener verbringen mehr Zeit mit dem Partner oder dem Nachwuchs als Geringverdiener. Dieses Ergebnis muss jedoch differenziert betrachtet werden, da innerhalb der Gruppe der Besserverdiener der prozentuale Anteil an festen Partnerschaften und Kindern höher ist. Bei allen anderen familiären Aktivitäten wie z.B. Treffen mit den Eltern bzw. Großeltern, die Pflege von Angehörigen oder auch Unternehmungen mit der Familie sind dagegen nahezu keine Unterschiede nachweisbar.
  • Anders verhält es sich, wenn es um das Treffen mit Freunden geht. Besserverdiener unternehmen öfter etwas außerhäuslich mit Freunden als Geringverdiener. Diese treffen Freunde häufiger zu Hause, z.B. zum gemeinsamen Kochen.
  • Wer mehr verdient, ist sportlich aktiver – ganz gleich, ob im Fitnessstudio oder Schwimmbad, beim Joggen oder im Vereinssport.
  • Geringverdiener nehmen sich mehr Zeit für einzelne Beschäftigungen und wechseln seltener die Aktivität.
  • Egal ob Museum oder Theater, Rockkonzert oder Sportveranstaltung, Kino oder Freizeitpark: Sowohl hoch- als auch breitenkulturelle Aktivitäten sind eine klare Domäne der Besserverdiener.
  • Spontanität und kurzfristige Planungen haben in Haushalten mit einem niedrigen Einkommen deutlich mehr Platz als in besserverdienenden Haushalten.
[1] Freizeitmonitor 2015 der Stiftung für Zukunftsfragen https://www.freizeitmonitor.de/

[2] https://ap-verlag.de/die-beliebtesten-und-unbeliebtesten-freizeitbeschaeftigungen/12757/