Das Internet der Dinge stellt die IT vor neue Herausforderungen

Wie in jedem Jahr im Dezember, so diskutierten auch am 11. Dezember 2014 wieder Vertreter führender IT-Unternehmen auf einer Veranstaltung des Münchner UnternehmerKreis IT die aktuellen Trends in der IT-Branche. Dieses Mal waren Repräsentanten von Amazon Web Services, Fujitsu Technology Solutions, IBM, Oracle, Salesforce und Symantec auf dem Podium vertreten. Vor und mit knapp 100 IT-Unternehmern aus der Metropolregion München ging es vor allen Dingen um die Herausforderungen, die das Internet der Dinge und Industrie 4.0 für die Branche bedeuten. Der Reigen der Debatte reichte von Tipps zum erfolgreichen Innovationsmanagement im IT-Mittelstand über geänderte Geschäftsprozesse in den Anwenderunternehmen bis zu Datensicherheit und Datenschutz.

Im Folgenden geben wir einige zentrale Thesen der Diskussionsteilnehmer wieder:

 

Jörg Brünig, Senior Director Channel Germany, Mitglied der Geschäftsleitung Fujitsu Technology Solutions Deutschland:

»Innovation ist die Entwicklung eines besseren oder effektiveren Produktes, einer Technologie oder einer Idee, die von der Gesellschaft angenommen wird und den Markt durchdringt. Das enorme Wachstum der an das Internet angeschlossenen Devices führt dazu, dass ganz neue Geschäftsmöglichkeiten denkbar werden – mit extrem niedrigen Einstiegsinvestitionen gegenüber den notwendigen Investitionen von vor 10 Jahren. IT-Verantwortliche überdenken ihre IT-Einkaufsstrategie grundsätzlich, weil unter anderem ihre eigene IT-Organisation der Komplexität und der Flut der digitalen Möglichkeiten nicht mehr gewachsen ist. Die meisten IT-Verantwortlichen wollen vor diesem Hintergrund mit neuen Partnern zusammen arbeiten, die sich den Themenbereichen Mobility, Cloud, Analytics und Social Media widmen. Die »Goldenen Zeiten« der IT-Dienstleister haben noch gar nicht begonnen!«

 

Martin Geier, Geschäftsführer Amazon Web Services Deutschland:

»Cloud Computing bietet Unternehmen eine Reihe wichtiger Vorteile. Es bietet den schnellen Zugriff auf flexible, kostengünstige IT Ressourcen, sei es um eine Applikation zum Teilen von Bildern mit Millionen mobilen Anwendern zu betreiben oder geschäftswichtige Prozesse im Unternehmen zu unterstützen. Für Cloud Computing muss man keine großen Vorabinvestitionen in Hardware tätigen und dann auch noch Zeit darauf verwenden, diese Hardware zu verwalten. Stattdessen kann man je nach Bedarf exakt die benötigte Leistung und Infrastruktur bereitstellen um neue Ideen umzusetzen, den globalen Marktzugang zu eröffnen oder die eigene IT-Abteilung zu betreiben. Man kann praktisch ohne Verzögerung auf die benötigten Ressourcen zugreifen und bezahlt nur das was man wirklich braucht.«

 

Stefan Henke, Country Manager Symantec Deutschland:

»Im Internet der Dinge kommunizieren Milliarden von Geräten, Sensoren oder auch Maschinen über Netzwerke miteinander. Oft sind wir uns gar nicht dessen bewusst, dass wir es mit einem IoT-Gerät zu tun haben, zum Beispiel beim täglichen Fortbewegungsmittel: Die Autos der Zukunft sind Rechner auf vier Rädern. Ihre Konnektivität bietet zahlreiche Vorteile für Fahrer und Passagiere – aber auch ebenso zahlreiche Angriffsflächen für Hacker. Das moderne Auto ist schon jetzt vielfach vernetzt und es gilt, diese Schnittstellen abzusichern. Nur so kommen die Vorteile von Connected Cars voll zum Tragen und werden nicht zum Risiko für Hersteller und Nutzer.«

 

Dr. Antonio Palacin, Direktor IBM/SAP International Competence Center:

»In der letzten Dekade hat die World Health Organization (WHO) das Thema »Health and Ageing« oder auch »Active Ageing« als einen ihrer Hauptagendapunkte definiert. Die demografische Entwicklung, besonders in den Industrienationen, führt zu erheblichen Kosten bei der Pflege und Betreuung älterer Menschen. Neue Konzepte, unterstützt durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), helfen, diese Mehrkosten zu verringern und bieten der älteren Generation dabei sogar mehr Lebensqualität im Alter.

Die heutige IKT kann dabei hauptsächlich in vier Bereichen erfolgreich eingesetzt werden: Gesundheitswesen, Steuerung & Koordinierung, Sozialisierung und »Smarter Home«.

Hierbei spielen das Internet der Dinge als auch Smart-City-Konzepte eine wichtige Rolle. Technologisch ist heute alles Notwendige vorhanden. Allerdings fehlt es noch an der Koordinierung und den begleitenden Geschäftsmodellen. Hierbei müssten Städte und Kommunen eine führende Rolle einnehmen, um die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die Integration unterschiedlicher Anbieter und Servicepartner zu steuern.«

 

Joachim Schreiner, Senior Vice President Salesforce Deutschland:

»Dank der Digitalen Transformation kann heute jeder Manager jederzeit über jeden Kanal auf alle Unternehmensdaten zugreifen und sein Business über das Smartphone steuern. Das bedeutet ultimativ, dass er oder sie schneller und flexibler agieren kann sowie Innovationen vorantreiben und letztendlich auch schneller wachsen kann. Die Digitalisierung unter Einfluss von Cloud, Mobile und Social Technologien trifft alle Unternehmensbereiche. Die Firmen, die das Thema jetzt richtig angehen und die Chancen dieser neuen Technologien am besten nutzen, werden erfolgreicher am Markt sein.«

 

Christian Werner, Senior Director Alliances & Channel Sales Oracle Deutschland:

»Digitale Transformation und Disruption sind die Stichworte, die das zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts prägen. Schneller als wir es uns vor zehn oder zwanzig Jahren vorstellen konnten, geraten Branchen unter den Druck der Digitalisierung, die bislang als unverrückbar galten. Bekannte Markennamen sind bereits verschwunden; weitere werden folgen. Was können Unternehmen tun, nicht um dem Digitalisierungs-Druck stand zu halten, sondern um sogar davon zu profitieren? Oracle sieht den zukünftigen Erfolg von Unternehmen im Wesentlichen darin, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, diese schnell auf den Markt zu bringen und schnell auf Kundenanforderungen zu reagieren. Auch klassische Branchen wie beispielsweise die Automobilindustrie müssen sich diesem Phänomen stellen: Das Auto mit iPhone-Adapter war der Anfang, digitale Services, die den Fahrer nicht nur bei der Routenplanung, sondern seinem gesamten mobilen Leben und Arbeiten unterstützen, sind bereits im Kommen – das fahrerlose Automobil ist im Testbetrieb. Die IT-Infrastrukturen im Hintergrund müssen das abbilden können: Schlanke Services, die schnell bereitgestellt werden können, statt starrer, nahezu unveränderlicher Prozesse. Die Daten, die durch die zunehmende Digitalisierung erzeugt werden, bilden gleichzeitig die Basis, um Kundenbedürfnisse noch besser zu analysieren, um neue Services zu entwickeln. Nicht nur die innovative Idee wird zum Geschäftsvorteil, sondern auch der Zugriff auf die richtige Infrastruktur, um diese Idee schnell, sicher und skalierbar in den Markt zu bringen. Die Bereitstellung in der Cloud ist hierbei ein wichtiger Aspekt – für Startups wie für etablierte Platzhirsche.«