Der Einfluss der Generationen auf die Geschäftsmodelle der Industrie 4.0

mann roller ms freeWer kennt sie nicht, die Kürzel für die Generationen. Lange sind die Zeiten der Baby Boomer vorbei. Verschiedene Sozialforscher ordnen die Generationen sowohl unterschiedlichen Jahresspannen zu (bis zu 15 Jahre), aber auch abweichenden Charakter-Eigenschaften. Auf die Baby Boomer, die geburtenstarken Jahrgänge vor dem Pillenknick in den Vereinigten Staaten, folgte die Generation X, die Jahrgänge nach dem zweiten Weltkrieg. Die danach folgende Generation wurde in alphabetischer Anlehnung Y-Generation bezeichnet. Wen wundert nun also die Ableitung der Generation Z, die je nach Forscher mal beim Geburtsjahrgang 1995, aber auch beim Jahrgang 2000 einsetzt.

Wichtiger aber als diese akademischen Freiheiten sind die zugewiesenen Merkmale von Relevanz. Dies durchaus auch für die neuen Geschäftsmodelle, die sich zunehmend aus der vierten industriellen Revolution ergeben werden und müssen! Für die Generation Y und deren Sicht auf ihre ganz spezifischen Anforderungen und Wünsche an Versicherungen ist mit Unterstützung von IBM an der TH Ilmenau eine universitäre Studie erstellt worden. Aus dieser ist bereits ersichtlich, in wieweit sich die Werte dieser Y-Generation gewandelt und verschoben haben, was von Bedeutung ist und was nicht mehr.

Fast noch wichtiger als die Wertevorstellungen der Generation Y sind aber die Anforderungen der Z-Generation. Sie werden mit den Resultaten von Industrie 4.0 aufwachsen, sie erleben und bewerten sowie maßgeblich zum Erfolg oder Misserfolg vieler neuer Geschäftsmodelle beitragen. Laut Christian Rauch, Geschäftsleiter des Frankfurter Zukunftsinstituts, zeichnen sich Vertreter der Generation Z durch Selbstoptimierung aus. Sie glauben an sich und das was sie tun. Das schlägt sich auch in der Arbeitswelt nieder, Leistungsorientierung und Ehrgeiz treffen auf Individualität und das Durchsetzen eigener Interessen. Daraus resultiert auch ein geändertes Verhältnis zu digitalen Technologien. Derart wird Generation Z das Internet komplett in ihr Privat- und Berufsleben integrieren.

Egal welche Charaktermerkmale letztlich dieser neuen Generation zugeschrieben werden, sie wird sich verstärkt der Sharing Economy verschreiben, d.h. statt etwas zu besitzen, wird das Tauschen und Teilen populär. Infolge stetig neuer, reizvoller Internet-Portale und Smarter Apps ändert sich das Konsumverhalten bereits heute. Das wird die Hersteller sehr vieler Branchen vor massive Herausforderungen stellen. Die große Aufgabe von Industrie 4.0 besteht also weniger in der Smart-Factory-Umsetzung, als in der an der Generation-Z-Zielgruppe ausgerichteten Geschäftsprozessentwicklung und -umsetzung. Ansonsten wird die Generation Z aus den eigenen Reihen sehr viele neue Start-ups generieren. Ob diese allerdings in Deutschland bleiben oder sich den innovativen und kreativen Internet-of-Things-Ländern anschließen, bleibt gespannt abzuwarten.

Dr. Michael Weiß

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