Der Einfluss von Robotern auf den Arbeitsmarkt der Zukunft

foto (c) dlr mathworks roboter

foto (c) dlr

Der Kollege Roboter entwickelt sich immer mehr zu einem ernstzunehmenden Mitarbeiter, der bereits einfache Arbeiten übernehmen kann. Einen kürzlich veröffentlichten Statusbericht über Roboter im Arbeitsmarkt kommentiert Philipp Wallner.

»In der Industrieautomation und im Maschinenbau spielen Roboter eine immer bedeutendere Rolle; einfache beziehungsweise wiederkehrende Tätigkeiten werden inzwischen größtenteils von Industrierobotern übernommen, während sich ihre »menschlichen« Kollegen den komplexeren Aufgaben widmen können. Roboter werden den Arbeitsmarkt in Europa daher eher aufwerten, anstatt eine Gefahr für gut ausgebildete Arbeitnehmer darzustellen. Infolge der Automatisierung wiederkehrender, einfacher Aufgaben bleibt die Industrie in Europa wettbewerbsfähig und qualifizierte Arbeitnehmer können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, die Roboter auch in absehbarer Zukunft nicht übernehmen können. Denn dazu sind selbständiges Handeln und Entscheiden sowie Kreativität und Problemlösungskompetenz Voraussetzung.

Bei der Weiterentwicklung von Robotern und damit deren Einsatzpotenzial spielen vor allem zwei Aspekte eine wesentliche Rolle:

Sicherheit

Wie kann sichergestellt werden, dass es bei der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine nicht zu ungeplanten Zwischenfällen oder gar zu Unfällen kommt? Gerade mit dem Einsatz kollaborativer Robotersysteme – Mensch und Roboter arbeiten Hand-in-Hand zusammen – muss sichergestellt werden, dass Fehler im Voraus erkannt und behoben werden, etwa durch Simulation, und es muss im Rahmen von Sicherheitszertifizierungen nachgewiesen werden, dass die entsprechenden Entwicklungsstandards (beispielsweise IEC 61508 oder ISO 13428) eingehalten worden sind. An dieser Stelle spielen MathWorks-Lösungen eine zentrale Rolle – von der Verlinkung der Anforderungen an das Modell, über die Simulation und Modellchecks (etwa nach IEC 61508) bis hin zur automatischen Generierung von C oder C++ Code mittels Embedded Coder, der vom TÜV Süd nach IEC 61508 zertifiziert ist.

»Intelligenz« und Lernfähigkeit

Hier spielen Daten die zentrale Rolle; noch wichtiger als Datensammeln ist allerdings die Auswertung der Informationen, die in den Daten steckt. An dieser Stelle werden Tools wie MATLAB dazu verwendet, Daten zu analysieren, Muster zu erkennen und diese für die Optimierung des Verhaltens des Roboters heranzuziehen. Mit zunehmender »Intelligenz« und steigender Hardwareleistungsfähigkeit, die komplexere Auswertealgorithmen in Echtzeit zulassen, werden Roboter auch Tätigkeiten übernehmen können, die einen gewissen Grad an Entscheidungskompetenz erfordern.

Wie im Maschinen- und Anlagenbau beziehungsweise in der Industrieautomation stellen die zunehmende Komplexität und der Umfang der Software auch im Bereich der Robotik mit die größten Herausforderungen dar. An dieser Stelle spielt modellbasierte Entwicklung, das Model-Based Design, eine zentrale Rolle, um die Komplexität besser in den Griff zu bekommen. Ein Anwendungsbeispiel ist ein autonomer humanoider Roboter, der am Robotik und Mechatronik-Zentrum (RMC) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mithilfe von Model-Based Design entwickelt wurde [1].

Ein Beispiel für Synergien zwischen Forschung und Entwicklung auf der einen Seite und der Industrie auf der anderen Seite ist das »Robot Operating System« (ROS), das ursprünglich aus der Forschung kommt, aber auch in der Industrie eingesetzt wird. Für die Anbindung an ROS bietet MathWorks mit der Robotics System-Toolbox eine direkte Unterstützung aus MATLAB und Simulink.«

Philipp Wallner, Industry Manager bei MathWorks

[1] https://de.mathworks.com/videos/german-aerospace-center-dlr-robotics-and-mechatronics-center-develops-the-autonomous-robot-justin-with-matlab-and-simulink-101287.html?s_tid=srchtitle

https://de.mathworks.com/

Weitere Artikel zu