Der Telekommunikationsmarkt – erstes Halbjahr 2014

Die weltweite Nachfrage nach Mobiltelefonen verzeichnet erneut ein Rekordhoch. Vor allem in den Entwicklungsländern steigt die Nachfrage. Während Smartphones am stärksten zum Wachstum beitragen, sinkt die Nachfrage nach Feature Phones, also traditionelle Mobiltelefonen weiter. Smartphones mit besserer Ausstattung sind mittlerweile auch im niedrigeren Preissegment vertreten und konkurrieren mit Feature Phones sowie höherpreisigen Smartphones. Das sind Ergebnisse von GfK zum Markt für Telekommunikation anlässlich der IFA 2014 in Berlin.

 

Im Zeitraum Januar bis Juni 2014 stieg die globale mengenmäßige Nachfrage nach Smartphones gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 Prozent. Gleichzeitig schrumpfte der Markt für klassische Mobiltelefone um 13 Prozent. Diese Trends führten insgesamt zu einer Zunahme des Gesamtverkaufsvolumens um 8 Prozent. Inzwischen sind 66 Prozent der verkauften mobilen Endgeräte Smartphones, Mobiletelefone liegen bei einem Marktanteil von 34 Prozent.

Besonders stark stieg die Nachfrage nach Smartphones in den Entwicklungsländern. Hier ist die Marktsättigung bei weitem noch nicht erreicht, daher gibt es noch stärkeres Wachstumspotenzial. Im ersten Halbjahr 2014 stiegen die Smartphone-Verkäufe in den BRIIC Staaten, Brasilien, Indien, Indonesien und China im Durchschnitt um 32 Prozent an. In Westeuropa hingegen stieg der Marktanteil noch lediglich um 11 Prozent an. Smartphones sind hier schon länger fest etabliert.

Auf den Preis kommt es an

Smartphones werden immer mehr zum Must-Have. Durch immer niedrigere Einstiegspreise sind Smartphones für viele Erstkäufer immer attraktiver. Da die Konkurrenz im Markt immer härter wird, ist der Preis zunehmend ausschlaggebend für die Kaufentscheidung. Das durchschnittliche Preisniveau auf Basis nicht subventionierter Verkaufspreise sank global von 250 Euro im Vorjahr auf 211 Euro, in Westeuropa von 350 Euro auf 330 Euro. Betrachtet man die Preisklassen weltweit, so haben Smartphones, die weniger als 300 Euro kosten, ihren Marktanteil von 71 auf 78 Prozent erhöht. In Westeuropa kann man diesen Trend ebenfalls beobachten, dort stieg der Anteil von 51 auf 56 Prozent.

Fortschritte in Sachen Leistungsfähigkeit

Im ersten Halbjahr 2014 gab es keine außergewöhnlichen Innovationen im Markt. Es wurde eher die bestehende Leistungsfähigkeit der Geräte ausgebaut. Die Displays werden größer, die Gehäuse schlanker, die Prozessorleistung nimmt deutlich zu und die eingebauten Kameras haben mehr Megapixel. In Westeuropa stieg die durchschnittliche Größe eines Smartphone-Bildschirms von 4,0 auf 4,2 Zoll an. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend in der zweiten Hälfte des Jahres sogar noch fortsetzt. Phablets, das sind Smartphones mit einem Bildschirm größer als 5,5 Zoll, haben global ihren Marktanteil von nahezu 0 Prozent im vergangenen Jahr auf 5 Prozent gesteigert. Interessanterweise liegen sie in Westeuropa mit einem Marktanteil von 2 Prozent leicht zurück. Smartphones werden zwar immer größer, um das Tragen und Einstecken dennoch zu erleichtern, wird die zunehmende Größe dadurch kompensiert, dass die Geräte auch zunehmend dünner werden. Im Jahr ersten Halbjahr 2014 waren fast 75 Prozent der Smartphones maximal 10mm dick.

In Bezug auf die Leistungsfähigkeit haben Smartphones in den ersten sechs Monaten 2014 deutlich zugelegt. Durchschnittlich ist die Anzahl der Prozessorkerne in jeder Preiskategorie gestiegen. Jedes vierte Smartphone in Westeuropa ist mit 4 oder mehr Prozessorkernen ausgestattet. Was die integrierten Kameras anbelangt haben 51 Prozent der Smartphones, die im ersten Halbjahr gekauft wurden, mindestens 6 Megapixel. Im Jahr zuvor lag die Anzahl noch bei 41 Prozent. Auch die Kapazität des internen Speichers nimmt zu. Geräte mit 8 GB Speicher und mehr machen einen Marktanteil von 67 Prozent aus, das sind 6 Prozentpunkte mehr als noch im vergangenen Jahr. Smartphones mit der Fähigkeit zur NFC (Near Field Communication) Datenübertragung erreichten einen Marktanteil von 41 Prozent. Sie sind damit auf dem besten Weg, elektronische Bezahl- oder Ausweiskarten ersetzbar zu machen. Smartphones mit dem Hochgeschwindigkeitsstandard LTE (Long Term Evolution) erreichen in Westeuropa einen Marktanteil von 40 Prozent.

Betriebssystem Android weiterhin an der Spitze

Der Markt für Betriebssysteme mit dem System Android an der Spitze bleibt stabil und für Mitbewerber schwer zu durchdringen. In Westeuropa hält Android einen Marktanteil von ca. 73 Prozent. Auf globaler Ebene ist der Anteil sogar noch höher. Bestrebungen, mehr Vielfalt im Markt herzustellen bleiben von mäßigem Erfolg.

Große Vielfalt im Smartphone-Markt

Die Vielfalt an Smartphones sowohl im höheren als auch niedrigeren Preissegment nimmt weiter zu. Trotz der starken Konkurrenz im Smartphone-Markt, versuchen neue Hersteller mittels alternativer Vertriebskanäle, wie beispielsweise Direktvertrieb, im Markt Fuß zu fassen. Sie bieten ihre Geräte vor allem im niedrigeren Preissegment an. Von günstigen Einstiegsgeräten bis hin zu höherpreisigen Phablets treffen die Kunden im Smartphone Markt aktuell auf ein breit gefächertes Angebot. An weiteren Einsatzbereichen mangelt es nicht. Neben dem Potenzial, physische Geldbeutel und Ausweisdokumente zu ersetzen, spielen sie eine zentrale Rolle für die Steuerung von Smart-Home-Anwendungen oder mobilen Gesundheitsanwendungen und sind ein zentraler Bestandteil für die Entwicklung von sogenannten Wearable Devices. Die Entwicklung dieses Marktes bleibt weiterhin spannend. Für das Gesamtjahr 2014 geht GfK von einem Anstieg der Smartphone-Verkäufe um 28 Prozent aus. Prognostiziert wird weltweit ein Volumen von etwa 1.274 Millionen Verkäufen.

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Zur Methode

GfK erhebt im Rahmen ihres Telecom-Handelspanels in 90 Ländern weltweit regelmäßig Daten zu Mobil- und Festnetztelefonen, Tabletcomputern, mobilen Breitbandsticks, Mobilfunkzubehör, Funkgeräten, Wearable Devices und Telefontarifen. Der vorliegenden Analyse liegen Informationen zur weltweiten Entwicklung des Mobilfunk-Marktes zum Halbjahr 2014 zu Grunde. Unter Westeuropa werden hier die Märkte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und den Niederlanden zusammengefasst.

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