Die Zentralisierung der IT im öffentlichen Bereich bietet zahlreiche Vorteile

Ein wichtiges Ergebnis der Studie » IT-Dienstleistungszentren in der öffentlichen Verwaltung« ist, dass die Zentralisierung von IT allgemein positiv gesehen wird, obwohl sie große Veränderungen mit sich bringt [1].

foto cc0 tookapic aa ordnerSeit Jahren befindet sich die öffentliche Verwaltung in einem wachsenden Spannungsfeld zwischen knapper werdenden Ressourcen aufgrund sinkender Budgets, demografischem Wandel und steigenden Anforderungen an Qualität und Verfügbarkeit der Verwaltungsleistungen. In dieser Situation kommt der IT der öffentlichen Verwaltung eine besondere Rolle zu: Denn da die Anforderungen an Prozesseffizienz, Verfügbarkeit, Kundenservice und IT-Sicherheit rasant zunehmen, bietet die Digitalisierung von Verwaltungsabläufen ein immenses Potenzial. Eine Möglichkeit zur Lösung dieser Herausforderungen ist die Konsolidierung der IT-Strukturen in IT-Dienstleistungszentren (IT-DLZ) der öffentlichen Verwaltung.

Im Kern wird die Zentralisierung der IT aus mehreren Gründen von den Befragten positiv bewertet:

  • Ein moderner IT-Betrieb erfordert spezielles Know-how, das in den einzelnen Behörden nicht mehr in der vollen Breite vorgehalten werden kann. Spezialisierte IT-Dienstleister der öffentlichen Verwaltung können technische Strukturen besser auslasten, als dies bei den bisherigen dezentralen IT-Strukturen möglich ist.
  • Die IT-DLZ sind durch das breite Aufgabenspektrum, das sie abdecken, attraktive Arbeitgeber für qualifiziertes IT-Fachpersonal. Sie können nicht nur vielfältige IT-Aufgaben bieten, sondern eröffnen den Mitarbeitern zudem mehr Möglichkeiten für eine Fachkarriere als dies in kleinen dezentralen IT-Organisationen möglich ist. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Zukunftsfähigkeit der IT-DLZ aus. Die IT-Referate in den einzelnen Behörden bleiben auch künftig bestehen, sie verlagern ihren Fokus jedoch von operativen Aufgaben in Richtung konzeptionelle Tätigkeiten.
  • Sicherheit kann in den zentralen IT-DLZ leichter gewährleistet werden als von einzelnen, kleinen IT-Einheiten, da sie die entsprechenden Spezialisten beschäftigen können. Dennoch gibt es trotz der überwiegenden Zufriedenheit der Behörden mit der durch die IT-DLZ verbesserten IT-Sicherheit auch Bedenken bezüglich der Verlagerung weiterer IT-Aufgaben. Die Behörden hinterfragen gerade neue Technologien wie beispielsweise die Nutzung einer Public Cloud sehr kritisch. Um Vorbehalte abzubauen und das Vertrauen der Kunden zu gewinnen, wird es für die IT-DLZ immer wichtiger werden, das eigene Sicherheitsniveau nach anerkannten und objektiven Maßstäben nachzuweisen. Das IT-Grundschutz-Zertifikat des BSI wird hierbei eine größere Bedeutung bekommen.

»Zwar sind die Behörden mit den bisherigen Leistungen der IT-DLZ überwiegend zufrieden«, so Jürgen Fritsche, Leiter Geschäftsbereich Public Sector bei msg. »Dennoch haben auch die IT-DLZ noch einige Herausforderungen vor sich: So sind sie teilweise selber noch zu stark an klassischen Behördenstrukturen ausgerichtet. Als IT-Dienstleister müssen sie ihre Organisation jedoch an vergleichbaren Dienstleistern aus der Wirtschaft orientieren. Das beginnt beim Marketing und endet bei der Verrechnung von Leistungen«, so Fritsche weiter.

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[1] msg hat gemeinsam mit PAC (Pierre Audoin Consultants) im Frühjahr 2015 insgesamt 111 IT-Verantwortliche aus Behörden des Bundes, der Länder und ausgewählter Großstädte zur Zukunft der IT in der öffentlichen Verwaltung befragt. Neben den Fragen an Behörden als Bedarfsträger für IT-Dienstleistungen wurden Expertengespräche mit Vertretern von Ministerien, nachgelagerten Behörden, Verbänden und IT-Dienstleistungszentren (IT-DLZ) geführt.
Die vollständigen Studienergebnisse sind hier verfügbar: https://www.msg-systems.com/2509.0.html

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