Drei Viertel hören Radio – nur jeder Achte nutzt Streaming-Dienste

illu radio manage itOb Pop, Rock, Rap oder Klassik: Fast jeder oder genauer gesagt 98 Prozent der Deutschen hören gerne Musik. Überraschend die beliebteste Quelle für den Hörgenuss: Das Radio. Drei Viertel (73 Prozent) erfreuen ihre Ohren regelmäßig mit Hörfunk. In der Rangliste der beliebtesten Musikmedien und -angebote folgen dann CDs (64 Prozent) und digitale Musikdateien wie MP3 (55 Prozent), so die repräsentative Umfrage von deals.com.

Musik und Video gehören für viele einfach zusammen: Vier von zehn Deutschen (43 Prozent) nutzen für ihren Musikkonsum regelmäßig kostenlose Videostreaming-Dienste wie YouTube, Vimeo und tape.tv – und auch Musikfernsehen wie VIVA oder MTV wird von jedem Vierten regelmäßig eingeschaltet (28 Prozent).

Doch während Videostreaming-Dienste wie Watchever, maxdome oder Netflix hierzulande boomen, hinkt Audio noch hinterher: Nur jeder Achte nutzt kostenpflichtiges Musikstreaming (12 Prozent) – immerhin jeder Vierte (26 Prozent) gibt sich mit den kostenlosen Kontingenten von Spotify & Co. zufrieden. Die kostenpflichtigen Musikdienste liegen damit nur knapp vor Kassetten (9 Prozent) und sogar hinter der wieder an Beliebtheit gewinnenden Schallplatte (16 Prozent).

 

Beliebteste Musikangebote (»Nutze ich regelmäßig«)

  1. Radio 73 %
  2. CDs 63 %
  3. MP3 und andere digitale Audiodateien (etwa über iTunes, Amazon) 55 %
  4. Videostreaming-Dienste (etwa YouTube, Vimeo und tape.tv) 43 %
  5. Radio-Streaming / Online-Radio 34 %
  6. Konzerte/Festivals 30 %
  7. Musikfernsehen (etwa VIVA, MTV) 28 %
  8. Kostenlose Musikstreaming-Dienste wie Soundcloud oder kostenlose Kontingente von Musikstreaming-Diensten (etwa Spotify, Deezer, simfy) 26 %
  9. Schallplatten 16 %
  10. Kostenpflichtige Musikstreaming-Dienste wie Spotify, Deezer, simfy etc. (Abo) 12 %
  11. Kassetten 9 %

 

Musikstreaming noch zu teuer: Schmerzgrenze liegt bei 4 Euro

Immerhin scheint das Potenzial für Musikstreaming groß, denn nur sechs Prozent der Nutzer von kostenlosen Angeboten können sich gar nicht vorstellen, für den Musikgenuss zu bezahlen. Doch noch scheitert es am Preis: Die Deutschen sind im Schnitt lediglich bereit, monatlich 3,70 Euro für unbegrenzten Musikgenuss auszugeben. Unter den derzeitigen Bezahlabonnenten liegt die Schmerzgrenze mit fast 9,00 Euro deutlich höher – allerdings immer noch unter den derzeit angebotenen Mindesttarifen von Spotify oder Deezer und nur knapp über dem aktuellen Angebot von Google Play Music.

Computer ist beliebtestes Wiedergabegerät – vor Anlage, Radio und Smartphone

Die Topliste der beliebtesten Musikwiedergabegeräte wird angeführt vom Computer sowie Laptop, die damit das klassische Radio und die Stereoanlage übertrumpfen. Das Smartphone folgt erst auf Platz 4 (13 Prozent) – der MP3-Player liegt auf Platz 6 (11 Prozent) und damit sogar noch hinter dem Autoradio. Unter den aktuellen Nutzern von bezahlten Streamingdiensten liegt das Smartphone zur Musikwiedergabe aber deutlich höher im Kurs: Mit 22 Prozent belegt es hinter dem PC Platz 2. Der Grund dafür: Zu den wichtigsten Vorteilen von Musikstreaming-Anbeboten, nach der großen Titelauswahl (67 Prozent), gehören für ihre Abonnenten die Verfügbarkeit der Alben und Songs auf verschiedenen Endgeräten (63 Prozent) und der mobile Zugriff zum Beispiel auf persönliche Playlists (62 Prozent).

 

Beliebteste Wiedergabegeräte

  1. PC / Laptop 25 %
  2. Radio (außer Autoradio) 19 %
  3. Stereo-Anlage 14 %
  4. Handy / Smartphone 13 %
  5. Autoradio 12 %
  6. MP3-Player / iPod etc. 11 %
  7. Fernseher (Musik-Sender) 3 %
  8. Tablet 2 %

 

Über die Studie
Die repräsentative Umfrage wurde von deals.com im Dezember 2014 unter 1.000 deutschen Verbrauchern durchgeführt. Alle Ergebnisse sind unter folgendem Link einzusehen: https://www.deals.com/umfragen/musik-streaming

 


 

Audio-Streaming über das Internet ermöglicht es, überall und jederzeit auf Millionen von Musiktitel zurückgreifen zu können. Vor allem deswegen sind Dienste wie Spotify, Deezer oder Soundcloud so beliebt: Neun von Zehn Musik-Streaming-Nutzern (92 Prozent) schätzen besonders diese Möglichkeit des unbegrenzten Musikarchivs. Fast genauso viele (89 Prozent) sagen, dass sie Musik-Streaming gerne nutzen, weil es legal ist. 83 Prozent der Nutzer mögen am Streaming, dass sie Musik ohne vorheriges Übertragen auf verschiedenen Geräten abspielen können. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. »Millionen Musiktitel jederzeit und überall abspielen zu können, ist mittlerweile wichtiger, als hunderte CDs im Regal stehen zu haben«, sagt BITKOM-Experte Timm Hoffmann.

Statt sich auf wenige Musikrichtungen oder Künstler zu beschränken, entdecken Streaming-Nutzer leichter neue Musiktitel oder Genres. Das bestätigen mehr als drei Viertel (79 Prozent) von ihnen. Auch das gemeinsame Musikerlebnis ist dabei wichtig. Zwei von drei Streaming-Nutzern (64 Prozent) sagen, dass sie ihre Musik per Streaming leichter mit Freunden austauschen können, zum Beispiel über soziale Netzwerke. Immerhin fast jeder Zweite (44 Prozent) gibt an, dass er kaum noch Musik auf CDs oder Schallplatten hört, seit er Musik-Streaming nutzt. Hoffmann: »Wer mit wenigen Klicks auf nahezu jeden Musiktitel per Streaming-Dienst zugreifen kann, für den wird die eigene Sammlung immer unwichtiger.«

Insgesamt hört in Deutschland jeder dritte Internetnutzer ab 14 Jahren (32 Prozent) Musik per Audio-Streaming. Dies entspricht 18 Millionen Bundesbürgern. Vor gerade einmal einem Jahr nutzten erst 6 Millionen Verbraucher Musik-Streaming.

Im Internet haben sich verschiedene Formen von Musik-Streaming-Diensten etabliert. Bei einigen haben die Nutzer direkten Zugriff auf die Titel. Andere funktionieren wie ein personalisiertes Radio, dem der Hörer ein Musikgenre vorgibt und anschließend nur Titel aus diesem Bereich zu hören bekommt. Bei vielen Plattformen sind mehr als 20 Millionen Musiktitel abrufbar. Zudem gibt es Streaming-Dienste, bei denen Musiker ihre Stücke selbst hochladen und so ihren Fans zur Verfügung stellen können.

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Hinweis zur Methodik: Basis der Daten ist eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ARIS in Zusammenarbeit mit Bitkom Research. Befragt wurden 1.004 Personen ab 14 Jahren.

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