E-Government wichtigste Aufgabe für die Öffentliche Verwaltung

illu aa (c) büroklammerNur noch fünf Jahre Zeit bleibt Behörden, um das Programm »Digitale Verwaltung 2020« umzusetzen. Gleichzeitig haben zwei Drittel von ihnen Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Budgetentwicklung und 85 Prozent geben E-Government als größte Herausforderung an. Das sind zentrale Ergebnisse des Branchenkompass’ »Public Services 2015«.

Die Digitalisierung in der Verwaltung stellt deutsche Behörden vor große Aufgaben. Über 80 Prozent der befragten Entscheider aus deutschen Behörden gaben an, dass E-Government für sie die größte Herausforderung der kommenden Jahre ist. Hierbei sind alle Ebenen, von der Bundes- bis zur Kommunalverwaltung gefragt und unter Zugzwang, wie die Studie von Sopra Steria Consulting zeigt. Der Großteil der befragten Teilnehmer sieht im E-Government die Chance, eine bessere Informationsversorgung von Bürgern und Unternehmen, eine schnellere Abwicklung von Verwaltungsvorgängen und eine höhere Qualität der Dienstleistungen umzusetzen.

Doch das Potenzial der Entwicklung ist noch längst nicht ausgeschöpft. Es besteht auf Seiten der Verwaltungen bei der Mehrheit der befragten Studienteilnehmer eine mangelnde Akzeptanz der modernen Technologien. Zudem erschweren uneinheitliche Standards eine Behörden-übergreifende Zusammenarbeit und damit auch die Möglichkeit, sich durch Kooperationen den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Insbesondere hohe Kosten in Verbindung mit knappen Haushaltskassen und sinkenden Budgets hindern einen schnelleren Ausbau von digitalen Prozessen. Hinzu kommt, dass es in öffentlichen Verwaltungen auf Bundes- und Landesebene, aber auch in 17 Prozent der befragten Kommunen an grundlegenden Erstinvestitionen in eine notwendige IT-Sicherheitsinfrastruktur fehlt.

Im E-Government werden zentrale Angebote zunehmend eine größere Rolle spielen. Ein Beispiel hierfür sind Servicekonten für Bürger und Unternehmen, die einen zentralen Zugang für die einfache Nutzung unterschiedlicher Verwaltungsdienstleistungen schaffen. Damit werden Kosten gespart und gleichzeitig die Nutzung von E-Government intensiviert. Unterschiedliche Verwaltungsverfahren können so mit einem Servicekonto genutzt werden. »Der Behördengang der Zukunft wird damit so einfach und selbstverständlich wie es ein Einkauf bei einem Online-Händler bereits heute schon ist«, so die Einschätzung von Martina Knierim, E-Government-Expertin bei Sopra Steria Consulting.

[1] Im April 2015 befragte das Marktforschungsinstitut forsa im Auftrag von Sopra Steria Consulting 100 Entscheider aus 100 deutschen Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen zu den aktuellen Herausforderungen und den bis 2017 geplanten Maßnahmen, die ergriffen werden sollen, um u.a. die Kosteneffizienz zu erhöhen. Themen der Interviews waren E-Government, Effizienzmaßnahmen, Kooperationen, Bürgerbeteiligung, das Berichtswesen und Business Intelligence. Die Interviewpartner waren Behördenleiter sowie Führungskräfte der Bereiche IT, E-Government und Organisation. Hier finden Sie den Branchenkompass: https://www.soprasteria.de/newsroom/publikationen/studie/branchenkompass-2015-public-services