Enterprise Mobility – Mobility ist mehr als reine Geräteverwaltung

Dr. Kai Höhmann, Vorstand der SEVEN PRINCIPLES AG

Unternehmen wollen mit Enterprise Mobility mehr erreichen als eine simple Verwaltung von Mobilgeräten oder Apps. »manage it « sprach mit Dr. Kai Höhmann, Vorstand der SEVEN PRINCIPLES AG.

Bislang waren es Begriffe wie MDM oder BYOD, die im Fokus bei Diskussionen um die Einführung von mobilen Strategien stehen. Was verbirgt sich denn hinter der von Ihnen verwendeten Bezeichnung Enterprise Mobility?

Enterprise Mobility ist für uns ein weitaus umfangreicheres Konzept als das bloße Management von Mobilgeräten. Es geht vielmehr darum, die komplette Wertschöpfungskette mobiler Daten und Prozesse zu optimieren. Viele Unternehmen versuchen zurzeit, Mobilgeräte, die in die Unternehmen gebracht werden, zu verwalten und abzusichern. Das ist sicher ein wichtiger Punkt, aber wir fragen: Warum lassen sie sich in die passive Rolle drängen und suchen nicht aktiv nach neuen Möglichkeiten, das Geschäftsmodell durch mobil verfügbare Daten zu optimieren? Wenn Daten, Services und Anwendungen ortsunabhängig verfügbar gemacht werden, betrifft diese Veränderung nicht nur die IT, sondern sämtliche Bereiche des Unternehmens. Daher muss bei der Einführung von Enterprise Mobility zuerst eine Strategie stehen, die der CIO gemeinsam mit dem Management tragen sollte.

Warum sollten sich Unternehmen eher einer Gesamtstrategie verschreiben, als einfach und kostengünstig die Mobilgeräte zu verwalten?

Oft wird der Nutzen von IT-Lösungen in eingesparten Arbeitsstunden, also in Effizienzgewinnen, gemessen. Eine derartige Sichtweise würde aber den Gedanken von Enterprise Mobility auf eine einfache Optimierung der IT reduzieren. Wir sehen jedoch, dass sich Vorteile vor allem dann ergeben, wenn der Gedanke der »mobilen Daten« konsequent zu Ende gedacht wird und sich daraus Geschäftsprozesse optimieren lassen. Die Herausforderung besteht also nicht in der reinen Verwaltung von Geräten, sondern in der intelligenten Verzahnung von Geschäftsabläufen, der Netzinfrastruktur und der IT. Daher begreifen wir unser eigenes Mobile-Device-Management 7P MDM als technischen Motor für eine umfassende Gesamtlösung. Diese Lösung minimiert bekannte Sicherheitsrisiken, eröffnet aber auch Chancen, die man gegebenenfalls auf dem ersten Blick nicht erkennt.

Was genau kann man sich unter diesen »Chancen« vorstellen?

Wenn Sie einen Mitarbeiter mit einem abgesicherten Mobiltelefon und freigeschalteter Internetfunktionalität ausstatten, ist die Angelegenheit damit nicht abgeschlossen. Sie müssen die Frage stellen, was genau sich damit nun für den Mitarbeiter, die Abteilung und den Kunden ändert. Wir haben kürzlich eine Lösung für ein privates Bahnunternehmen in Deutschland realisiert, die diese Gedanken beispielhaft aufzeigt: Die Triebfahrzeugführer und Fahrgastbetreuer wurden mit Smartphones ausgestattet, die ihnen als mobiles Informationsterminal dienen. Über die mobile Webanwendung auf dem Smartphone werden beispielsweise der Dienstantritt protokolliert, Bestellungen fehlender Verbrauchsgüter direkt vom Zug aus ausgelöst, Automatenstörungen gemeldet oder Informationen wie Fahrplanauskünfte für Reisende verfügbar gemacht. Auch die Innendienst-Mit-arbeiter profitieren von der Lösung, indem sie über ein Portal betriebliche Prozesse effizient steuern können. Die mobilen Geräte sind vollständig in den Workflow integriert, sodass Berichts- und Genehmigungsprozesse automatisiert werden. Das Beispiel zeigt also, wie die Effizienz des einzelnen Mitarbeiters gesteigert wird, gleichzeitig aber auch Prozesse im Unternehmen optimiert werden. Kunden beziehungsweise Fahrgästen können so neue Services angeboten werden.

Welche Unternehmen können von Enterprise Mobility profitieren? Gibt es Empfehlungen, bei welcher Größe mobile Gesamtstrategien Sinn machen?

Pauschale Aussagen sind hier sehr schwierig, denn auch bei kleineren Unternehmen, die beispielsweise ihren Außendienst mobil anbinden wollen, kann sich die Investition schnell amortisieren. Wir bieten ein hochskalierbares System mit einer sehr flexiblen Preisstruktur. Das heißt, Unternehmen können nach und nach Abteilungen an mobile Prozesse anbinden und die Lösung wächst sozusagen mit. Kunden werden also nicht von zu hohen Anfangskosten überwältigt.

Welche Unternehmensbereiche können profitieren?

Gemäß der Prämisse, dass das gesamte Unternehmen von Enterprise Mobility profitiert, sind auch viele Bereiche betroffen. So kann der Vertrieb neue Verkaufskanäle erschließen, es können neue Geschäftsmodelle entwickelt und umfangreiches Cross-Selling betrieben werden. Reduzierte Prozesskosten, verbesserte Prozessabläufe und die hohe Skalierbarkeit mobiler Kommunikation erleichtern auch dem Bereich Finance die Arbeit. Durch Steigerung der Kundenzufriedenheit und schnelleres Antwortverhalten bei reduziertem Ressourceneinsatz wird der Service insgesamt verbessert. Die Qualität lässt sich durch unterstützte Datenerfassung, Vermeidung von Medienbrüchen und dem bidirektionalen Datentransfer erhöhen. Und schließlich sorgen unter HR-Gesichtspunkten eine verbesserte Work-Life-Balance, die Nutzung mobiler High-End-Geräte und intuitives Arbeiten für eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit über alle Abteilungen hinweg. Sie sehen: Das Potenzial ist enorm.

Anders als die meisten großen Anbieter von mobilen Lösungen kommt SEVEN PRINCIPLES aus Deutschland. Viele Unternehmen sind sich nach den Enthüllungen im letzten Jahr hierzulande nicht mehr sicher, wie sie sich gegen Industriespionage und Malware-Attacken schützen können. Was machen Sie als deutsches Unternehmen anders?

Wir haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber amerikanischen Großkonzernen: Wir sind aufgrund unserer flexiblen Struktur und dezentralen Organisation sehr nah am Kunden und verstehen seine Bedürfnisse. Wir betrachten jedes Unternehmen individuell und entwickeln gemeinsam mit dem Kunden eine Lösung, die auf seine Anforderungen zugeschnitten ist – ohne teure und überflüssige Features, die der Kunde nicht braucht. Wir wissen um die Bedeutung der Datensicherheit und erfüllen die strengen deutschen und europäischen Richtlinien. Zu den Basis-Features gehören die Durchsetzung von Updates, das Unterbinden bestimmter sicherheitsgefährdeter Funktionalitäten, App-Management und die Möglichkeiten zur Fernlöschung der Daten bei Verlust oder Diebstahl des Geräts. Wir gehen aber noch einen Schritt weiter: 7P MDM ist TÜV-zertifiziert. Darüber hinaus konnten wir den TÜV AppChecker integrieren. Dieser erlaubt nur die Installation geprüfter und unbedenklicher Apps. Zu diesen technischen Features kommen noch Schulungen, die Mitarbeiter über Möglichkeiten und Gefahren der Geräte informieren. So sind Unternehmen bestmöglich abgesichert.

Vielen Dank für das Gespräch.


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