Erste Hitzerekorde gemessen: Tipps bei hohen Temperaturen

foto sonnenuntergang db freeIn Folge der aktuellen Hitzewelle sind am Mittwoch, den 2. Juli die ersten Temperaturrekorde zu verzeichnen. Die nachfolgenden Stationsmeldungen berücksichtigen die Werte bis 18 Uhr. Es ist möglich, dass die Temperaturen an den Messstationen noch ansteigen.

Münster/Osnabrück (Flughafen): 37,0 Grad, wärmster Julitag seit Beginn der Aufzeichnungen

alter Rekord: 35,9 Grad, gemessen am 10.7.2010

Düsseldorf (Flughafen): 37,0 Grad, wärmster Julitag seit Beginn der Aufzeichnungen

alter Rekord: 36,6 Grad, gemessen am 3.7.1976

Lingen:36,2, wärmster Julitag seit Beginn der Aufzeichnungen

alter Rekord: 35,7 Grad, gemessen am 19.7.2006

Körperliche Gefahren in Folge der Hitze

In Folge der Hitzewelle warnt das IWK vor den Gefahren der Hitzewelle. Bei diesen extrem hohen Temperaturen besteht Lebensgefahr bei körperlicher Betätigung und für ältere Menschen durch eine besonders hohe körperliche Belastung. Hierbei besteht vor allem die Gefahr von Hitzeschläge und Dehydrierung und Wasservergiftung.

Bei diesen Temperaturen ist es auf der einen Seite wichtig, viel zu trinken. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr einer Wasservergiftung, wenn man viel mineralarmes Wasser trinkt und dem Körper nicht gleichzeitig auch lebenswichtige Elektrolyte wie beispielsweise Kochsalz zuführt. Die Gefahr der damit verbundenen Wasservergiftung wird häufig unterschätzt. Sie war 2003 in Frankreich eine der Todesursachen des Hitzesommers. Bei hoch sommerlichen Temperaturen sollte man auf körperliche Anstrengungen verzichten und auf genügend Sonnenschutz achten.

Wir erwarten in der anstehenden Woche viele Tropennächte mit tiefsten Nachtwerten nicht unter 20 Grad. Bei diesen Werten schläft man nicht mehr gut und bekommt die Wärme kaum aus der Wohnung. Hilfreich kann es daher sein, schon mit Beginn der Hitzewelle tagsüber die Wohnung durch Gardienen und Jalousien vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und in den Morgenstunden viel zu lüften. Auf diese Weise kann man die unvermeidliche Erwärmung der Wohnung zumindest ein wenig hinaus zögern. Wer Abkühlung im Wasser sucht, sollte auf jeden Fall die Gefahren eines Kälteschocks kennen und sich dieses Risikos bewusst sein. Die Wassertemperaturen sind an den deutschen Küsten mit 15 bis 17 Grad noch frühlingshaft. Ein durch Sonne und starke Hitze aufgeheizter Körper kann auf eine sehr schnelle Abkühlung mit Schock reagieren.

Waldbrandgefahr

Zur Wochenmitte hin rechnet das IWK mit einem sprunghaften Anstieg der Waldbrandgefahr sowohl in Deutschland, als auch in den Nachbarländern. Dann können sogar arglos weggeworfene Flaschen Feuer auslösen. Da wir immer wieder auch Tage mit mäßigen Winden haben werden, trocknen die Wälder bei sonnigem und heißem Wetter schnell aus.

Verlauf ähnlich wie im »Jahrhundertsommer« 2003

Die erste Hitzewelle dieses Jahres stellt sich rechtzeitig im Zeitraum des Siebenschläfers ein, womit die Wahrscheinlichkeit auf einen eher warmen und trockenen Sommer steigt. Zudem war bereits das Frühjahr in weiten Teilen Mittel- und Westeuropas zu trocken, besonders auch in der Mitte Deutschlands. Der Juni zeigte sich häufig eher wechselhaft und kühl. Damit verläuft das Jahr 2015 bisher ähnlich wie das Jahr 2003. Als Ursache für Hitzesommer in Mitteuropa gelten einer Studie zufolge (diese stellen wir gerne zur Verfügung) »ein trockenes Frühjahr«, »überdurchschnittlich kühles Südgrönland im Vergleich zum Nordseeraum« und »El Niño-Ereignis«. 2003 folgte auf eine sehr trockene und insgesamt zu milde erste Jahreshälfte ein »Jahrhundertsommer« mit Temperaturen, die selbst in Teilen Deutschlands die 40 Grad Marke erreichten und neue Hitzerekorde brachten. Die bisher höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland beträgt 40,2 Grad, gemessen an vier Terminen und drei Orten: Gärmersdorf / Amberg (27.07.1983), Karlsruhe (09.08.2003 und 13.08.2003) sowie Freiburg i. B. (13.08.2003). Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir im Laufe dieser Woche an diese Werte heran kommen.

Meteorologe vom Dienst: Frank Böttcher, Institut für Wetter- und Klimakommunikation GmbH

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