EU-Projekt Endeavour: Internet der neuen Generation

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Wer Videokonferenzen abhält, per Internet Fernsehen schaut, HD- und UHD-Videos streamt oder Online-Games mit Tausenden anderer Nutzer spielt, will nur eines: Die Anwendungen sollen geschmeidig und ruckelfrei laufen, sonst ist der ganze Spaß, der ganze Nutzen dahin. Gemeinsam mit fünf europäischen Forschungseinrichtungen arbeitet DE-CIX jetzt im EU-Projekt Endeavour [1] an Werkzeugen zur Optimierung des Datenverkehrs. Software-Defined Networking (SDN) heißt die neue Methode, mit der das Internet für die High-End-Anwendungen der nächsten Generation fit gemacht werden soll.

SDN erlaubt filigrane Steuerung der Datenströme

Schon 2014 machte Bewegtbild-Traffic 64 Prozent des weltweiten Internetverkehrs aus, bis 2019 soll er auf 80 Prozent ansteigen, so das Unternehmen Cisco in seiner aktuellen Visual Networking Studie. Video-Streaming-Dienste wie Maxdome, Netflix oder Amazon Instant Video haben daran ebenso ihren Anteil wie der schnell wachsende Markt für Online-Spiele oder YouTube, auf dessen Plattform nach eigenen Angaben jede Minute 300 Stunden Videomaterial hochgeladen werden. Damit die Nutzung solcher Anwendungen attraktiv bleibt, arbeiten – quasi unter der Motorhaube des Internet – die Cloud- und Inhalte-Anbieter, Telekommunikationsunternehmen und Internet Exchanges intensiv an einer neuen Generation des Internet: eines das durch Software viel feiner gesteuert werden kann als bisher. Dabei ist das Software-Defined Networking für das Internet ein bisschen wie Apps für das Smartphone: So wie Apps den Funktionsumfang eines Smartphones nach individuellen Wünschen ergänzen, soll SDN den Funktionsumfang bestehender Internet-Infrastrukturen für neue Anforderungen erweitern.

Traffic-Tuning für anspruchsvolle Anwendungen

Das EU-Projekt Endeavour zielt darauf ab, mit Hilfe von SDN Applikationen zu entwickeln, mit denen Internet Exchanges wie DE-CIX und ihre Kunden den Fluss der Datenströme im Internet optimieren können. »Um den Internetknoten mit dem höchsten Datendurchsatz der Welt zu betreiben, müssen wir immer über bestehende Grenzen hinausdenken«, erläutert Dr. Thomas King, Leiter Forschung und Entwicklung bei der DE-CIX Management GmbH.

»Im Endeavour-Projekt schaffen wir nun eine wichtige Grundlage für das Internet der Zukunft: damit nicht nur die Nutzer ihre Freude an anspruchsvollen Applikationen behalten, sondern auch Unternehmen frei und mit einem großen technischen Spielraum neue Anwendungen entwickeln können, die wir uns heute vielleicht noch gar nicht vorstellen können.«

Das Endeavour-Projekt startete Anfang 2015 und ist auf drei Jahre angelegt. Es arbeiten außerdem mit: die Queen Mary University of London (Großbritannien), die Université catholique du Louvain (Belgien), die University of Cambridge (Großbritannien), das Centre National de la Recherche Scientifique (Frankreich) und IBM Research – Zurich Lab (Schweiz).

DE-CIX ist weltweit führender Betreiber von verteilten, ausfallsicheren und skalierbaren Internet Exchanges (IX) für den Austausch von Datenverkehr im Internet. 1995 in Betrieb genommen, ist der DE-CIX in Frankfurt am Main heute der Internetknoten mit dem höchsten Datendurchsatz weltweit. Insgesamt bedient DE-CIX an seinen Standorten in Frankfurt am Main, Hamburg, München, in New York und Dallas (USA), Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), Marseille (Frankreich), Palermo (Italien) und Istanbul (Türkei) über 700 Netzbetreiber, Internet Service Provider (ISP) und Content-Anbieter aus mehr als 60 Ländern mit Peering und Interconnection Services. Die DE-CIX Management GmbH und die DE-CIX International AG sind Tochtergesellschaften von eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. in Köln (www.eco.de). Weitere Informationen unter: www.de-cix.net

[1] https://www.h2020-endeavour.eu/

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