Findability für bessere Suchergebnisse? 

Findability soll ein offizielles internationales ISO-Standardisierungskonzept werden.

Der deutsche Unternehmererfinder Dipl. Ing. H.-D. Kreft hat seit seinem ersten Auftritt vor einem ISO-Gremium im Januar im Silicon Valey, und anschließend im März in Wien, nun zum dritten Mal am 06. Oktober 2015 auf der internationalen Standardisierungssitzung zum Cloud Computing (ISO/SC38) in Dublin zum Thema »Findability – Suchen und Finden im Web« referiert.

Bei »Findability« geht es letztlich darum, wie Informationen im Web besser gefunden werden. H.-D. Kreft verfolgt dabei das Ziel, bei der nächsten Sitzung des übergeordneten SC38 Gremiums in London »Findability« – mit Unterstützung weiterer Experten/Nationen – zum offiziellen ISO-Konzept zu machen.

Auf der Sitzung in Dublin wurde im Anschluss an den Vortrag von H.- D. Kreft vorgeschlagen, dass die Vertreter des deutschen DIN dazu ein Konzept vorlegen, das dann die offizielle ISO-Basis zum Thema darstellt. Vorbereitend zur ISO-Sitzung hatte H.-D. Kreft das Konzept bereits bei seinen DIN-Kollegen eingereicht und dazu Unterstützung bekommen.

Was verbirgt sich konkret hinter dem Begriff »Findability«?

Suchmaschinen nutzen eine vor ca. 25 Jahren entwickelte Technik, die mit drei Problemen zu kämpfen hat.

Erstens sind Suchmaschinenergebnisse nicht zeitaktuell. Die simple Frage: »Wo sind noch Karten für eine bevorstehende Veranstaltung zu bekommen?« kann eine Suchmaschine nicht beantworten.

Zweitens sind Suchmaschinenergebnisse Second-Hand-Ergebnisse, weil als Suchergebnis präsentiert wird, was eine Maschine zusammenstellt.

Drittens werden Web-Nutzern einfachste Tools vorenthalten, um Ergebnisse geordnet zu präsentieren. Der Grund ist einfach: Bei Suchmaschinen steht oben, wer dafür zahlt. Ein alphabetisches Sortieren der Ergebnisse wird deshalb vorenthalten.

 

Für H.-D. Kreft ist die Lösung ganz einfach: »Wie das geht, habe ich in meinem ISO-Vortrag demonstriert. Meine Firma hat dazu zwei reale ISO-Demo-Server aufgestellt, auf denen kann die von mir vorgeschlagene, standardisierte »Findability-Tabelle« aufgerufen werden. Man gibt in die vorbereiteten Felder all die Daten ein, mit denen man seinen Web-Content beziehungsweise Cloud-Services finden lassen möchte. Der dritte demonstrierte Server hat eine Suchmaschine emuliert und ich habe gezeigt, wie die eingegebenen Ergebnisse dort momentan, zeitaktuell so angezeigt werden, wie sie eingestellt wurden. Die Tabelle kann nun von dort auch von einer Suchmaschine in herkömmlicher Weise per Crawling mit den oben geschilderten Nachteilen übernommen werden. Will sich die Suchmaschine davon befreien, kann sie die Daten der Findability-Tabelle auch direkt übernehmen. Sie muss dann etwa eine E-Mail-Adresse zum Zusenden angeben.«

Selbst wenn die Suchmaschinen es ablehnen, die Tabelle aufzunehmen und zu verarbeiten, wäre das auch kein Problem. Die ISO-Demo von H.-D. Kreft hat gezeigt, dass die Aufnahme der Daten auch unabhängig von Suchmaschinen auf sogenannten Themenservern erfolgen kann. Dabei wurde auch der Effekt von Suchmaschinen sogar mit der emulierten Suchmaschine umgedreht, indem übernommen wurde, was Suchmaschinen anzeigen. D. h. was Suchmaschinen beim Abgreifen von Web-Inhalten machen, wurde per Abgreifen der Daten von Suchmaschinen auch gemacht. Derart konnten die herkömmlichen Suchergebnisse von Google und Bing gemeinsam mit den soeben eingestellten Daten der Findability-Tabelle angezeigt werden. Selbstverständlich standen auch all die technischen Möglichkeiten wie Sortieren, Filtern der Suchergebnisse etc. zur Verfügung, wie sie technisch problemlos machbar und für uns Nutzer sehr hilfreich sind.

Suchmaschinenanbieter habe ein Problem

Nach Ansicht von H.-D. Kreft ist nicht davon auszugehen, dass Suchmaschinenanbieter selbst eine sogenannte Findability-Tabelle anbieten. Denn damit stünden sie im Konflikt zum bisher so erfolgreichen Geschäftsmodell. Denn jede Suchmaschine könnte aktuelle Ergebnisse präsentieren, die im Interesse des Suchenden nach vorne sortiert würden, die Suchmaschine könnte nicht mehr garantieren, dass oben steht, wer dafür zahlt. Im Gegensatz zu den Suchmaschinen ist die Werbung im Findability-Ergebnis fest am Rande des Suchergebnisses verankert und wandert beim Sortieren mit. Das bezahlte Ranking ist somit aufgehoben.

Gemeinsames Findeergebnis

Rein theoretisch kann jeder, auch eine Firma wie etwa die Deutsche Telekom, seine »Findability-Tabelle« anbieten, Daten sammeln und aktuelle, vom Contentinhaber eingestellte Suchergebnisse präsentieren. Die Telekom hätte sogar den Vorteil, dass sie ihre ohnehin bei Google abgefragten Ergebnisse kombiniert mit denen aus ihrer »Findability-Tabelle« einstellen könnte. Die Telekom würde damit ihren Nutzern genau den Vorteil bieten, wie er von H.-D. Kreft in der ISO-Sitzung demonstriert wurde: Herkömmliche Google-Ergebnisse und Findability-Ergebnisse werden in einem gemeinsamen Findeergebnis präsentiert.

Dynamische Standardisierung

Wenn Suchmaschinen sich gegen die »Findability-Tabelle« wehren, könnten hingegen Firmen wie die Telekom, Siemens, SAP, Springer, Bertelsmann die Initiative ergreifen und eine solche Findability-Tabelle anbieten. Dazu müssten sich einige deutsche Firmen untereinander auf eine Tabelle einigen. Das dauert zwar, aber wenn es geschafft ist, ergreifen die nächsten Mainplayer ihre Chance und präsentieren die aus ihrer Sicht bessere Findability-Tabelle. Auch international würden viele Firmen ihre Chance ergreifen und so gäbe es am Ende viele verschiedene Tabellen und damit unterschiedliche Darstellungen in Suchergebnissen. Die Suchenden hätten wieder die Qual der Wahl und müssten entscheiden, wo das Richtige für sie zu finden ist.

Aus diesem Grund zielt der Vorschlag von H.-D. Kreft auch gleich auf die internationale Ebene, um über alle Firmeninteressen hinweg eine Lösung im Rahmen einer sogenannten »dynamischen Standardisierung« anzubieten. Das heißt, was in die Standardisierung eingebracht wird, ist parallel bereits nutzbar. Ein unschätzbarer Vorteil für alle.

»Würde etwa die Telekom die aus einer dynamischen ISO-Standardisierung entstammende Findability-Tabelle und keine eigene vorgeschlagene oder mit anderen abgestimmte Findability-Tabelle benutzen, würde sie vermeiden, nach einigen Jahren allein mit ihrer Lösung im Regen zu stehen. Diese Gefahr ist bei Nutzung eines ISO-Standards minimiert. Häufig kann man beobachten, dass es einen Durchbruch für ISO-Standards gibt, wenn der erste Mainplayer sich dafür entscheidet – die anderen sind dann schnell mit von der Partie«, so H.-D. Kreft.

Darüber hinaus bringt eine solche ISO-Lösung auch kostenseitig Vorteile. Denn ISO-Lösungen müssen, insbesondere wenn Patentrechte mit im Spiel sind, allen Marktteilnehmern zu gleichen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden. Es gibt also keine Bevorzugung von Web-Content nach dem Motto, wer viel zahlt, steht oben. Auch kann niemand von der Nutzung eines Standards ausgeschlossen werden. Denn wer etwa als Medienhaus wie Springer oder Bertelsmann sich entscheidet, per ISO-Findability mitzumachen, hat im Web gleiche Chancen wie jeder andere auch.

Damit könnte jede größere Firma zukünftig einen standardisierten Suchservice anbieten, mit dem gefunden wird, was Web-Anbieter in ihre Findability Tabelle einstellen. Internetuser rufen dazu etwa eine Seite der Firmen wie beispielsweise Telekom, Siemens, SAP auf, die dort ein Sucheingabefeld anbieten und in den Suchergebnissen präsentieren, was von Web-Content-Inhabern angeboten wird.

Das würde auch für Blogger, Warenanbieter, Hotels, Vereine, Fachleute ganz neue Möglichkeiten bieten, sich im Web mit ihren aktuellen Daten selbstbestimmt darzustellen und finden zu lassen.

foto autor Hans-Diedrich  Kreft Vorstand shuccle AGDie shuccle AG mit Sitz in Dassendorf wurde 2009 von Dip.-Ing. Hans-Diedrich Kreft gegründet. Bei der Entwicklung der shuccle Web-Applikation stand der Gedanke der universellen, barrierefreien Wissensvermittlung Pate (www.humatics.de). Hierzu war eine Voraussetzung, dass der Mensch mit seinen Intentionen im Web eine Repräsentanz bekommt. Das ist mit Suchen, Finden, Werben konkret geworden. shuccle hilft den Menschen dabei, dass das Suchen und Gefunden-Werden im Web treffsicherer, genauer und transparenter wird. Das Besondere an shuccle ist, dass Menschen ihre »Suchmaschinen-Optimierung« durch die Eingabe von Keywords selbst gestalten. Sie müssen dazu weder Maschinen-Algorithmen kennen noch Web-Spezialisten konsultieren. Mit shuccle steuern die Menschen den Lauf der Suchmaschinen und bestimmen so, wie ihre ins Web gestellten Inhalte gefunden werden. Die erfolgreiche Suche in shuccle kann auch das Ranking in den herkömmlichen Suchmaschinen verbessern.