Goldener Herbst für Elektrogerätemarkt

Mit einem Umsatzzuwachs von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf knapp 13,5 Milliarden Euro absolvierte der deutsche Technikmarkt ein erfolgreiches drittes Quartal. Die stärksten Wachstumsimpulse kamen aus den Märkten für Informationstechnologie, Elektrokleingeräte und Telekommunikation [1]. Das ist das Ergebnis des GfK TEMAX Deutschland für das dritte Quartal 2014.

Im deutschen Elektrogerätemarkt wurden zwischen Juli und September 2014 rund 13,5 Milliarden Euro umgesetzt. Dies entspricht einem satten Plus von 7,1 Prozent, verglichen mit dem dritten Quartal des Vorjahres. Die stärkste Entwicklung aller im GfK TEMAX Deutschland beobachteten Sektoren erzielte abermals der Bereich Informationstechnologie. Einen maßgeblichen Beitrag zur guten Bilanz trugen aber auch die Märkte für Elektrokleingeräte und Telekommunikation bei, die deutlich zulegten. Die einzigen Sektoren, die sich mit einer im Vorjahresvergleich schwächeren Entwicklung zufrieden geben mussten, waren Unterhaltungselektronik und Foto.

trend GfK Temax Umsatzentwicklung

Informationstechnologie: Wachstumslokomotive mit Perspektive

Der Bereich Informationstechnologie bildete in punkto Wachstum auch im dritten Quartal 2014 die Spitze aller im GfK TEMAX Deutschland beobachteten Sektoren. Um satte 14,2 Prozent wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, auf insgesamt knapp 4,7 Milliarden Euro. Ausschlaggebend hierfür war der anhaltend positive Trend im umsatzmäßig gewichtigsten Segment Computing. Bei den mobilen Geräten waren insbesondere ästhetisch ansprechend gestaltete Produkte gefragt. Durch die wachsende Beliebtheit von Tablets ist in Deutschland weiterhin von positiven Impulsen für den IT-Markt auszugehen. Die steigende Nachfrage aus dem Computing-Segment wird auch die Verkäufe von Peripherieprodukten und Software entsprechend beeinflussen.

Elektrokleingeräte: Umsatzplus dank Pflege, Küche und Reinigung

Im deutschen Elektrokleingerätemarkt wurden zwischen Juli und September 2014 insgesamt 812 Millionen Euro umgesetzt, 10,4 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Zu den dynamischsten Wachstumstreibern gehörten im Segment Pflege elektrische Zahnbürsten, Haarentferner und Lockenstäbe. Im Küchenbereich sorgten Standmixer und Küchenmaschinen für Wachstum, während bei der Reinigung Stabhandsauger und Zylinder-Staubsauger gefragt waren. Die Verkäufe bei Bügelgeräten hingegen sind in Deutschland bereits seit einigen Jahren rückläufig. Der Trend geht hier jedoch zu höherwertigen Produkten mit gehobener technischer und preislicher Ausstattung und birgt damit entsprechendes Umsatzpotenzial.

Telekommunikation: Neue Smartphones sorgen für Marktbelebung

Nach einem schlechten zweiten Quartal trug der Bereich Telekommunikation im dritten Quartal wesentlich zum insgesamt starken Ergebnis des deutschen Elektrogerätmarktes bei. Bei einem Wachstumsplus von 9,6 Prozent wurden insgesamt 2,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Diese positive Trendwende wurde durch den Verkaufsstart eines neuen Smartphone-Modells im September eingeleitet. Der Launch der neuen Apple iPhone-Geräte führte zu einer spürbaren Marktbelebung. Ebenfalls gut entwickelten sich kleine Telefonanlagen, was vorwiegend auf das Segment der Integrated Access Devices zurückzuführen ist. Diese Produkte beinhalten diverse Funktionalitäten, wie einen Router und einen Controller.

Elektrogroßgeräte: Smart-Home-Lösungen vielversprechend

Der deutsche Markt für Elektrogroßgeräte hat weiter Rückenwind und steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal 2014 um 5,6 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro. Die größten Impulse kamen dabei von der Warengruppe Wäschetrockner. Preisaggressive Promotionen förderten den Verkauf von besonders effizienten Geräten mit Wärmepumpentechnologie. Deutliche Zuwächse wurden auch im Gefriergeräte-Segment erzielt. Dabei geht der Trend besonders in Richtung großer Standgefriergeräte mit einer Höhe über 90 cm. Verstärkt Aufmerksamkeit bei den Verbrauchern wecken sogenannte vernetzte Smart-Home-Lösungen, die beim Energiesparen helfen und natürlich viel Umsatzpotenzial für die Zukunft versprechen.

Bürogeräte und Verbrauchsmaterial: Wachstum in der Nische

Der positive Trend am deutschen Bürogeräte- und Verbrauchsmaterialmarkt hielt auch im dritten Quartal 2014 an. Zwischen Juli und September wurde ein Umsatzvolumen von rund 1,1 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einer Wachstumsrate von 2,2 Prozent. Dabei zeigte sich, dass der gesamte Bereich von der guten Entwicklung einzelner Nischen profitierte. Durchweg positiv entwickelte sich im Bereich der Drucker beispielsweise das Segment der kompakten Multifunktionsgeräte. Im insgesamt rückläufigen Scannermarkt war die Nachfrage nach Handheldscannern größer als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das Geschäft mit Daten- und Videoprojektoren entwickelte sich insgesamt zwar schwächer, Full-HD-Geräte bildeten jedoch die Ausnahme und steigerten ihren Umsatz.

Unterhaltungselektronik: Nur punktuelles Wachstum

Nach der auch für den deutschen Unterhaltungselektronikmarkt erfolgreichen Fußball-WM in Brasilien, zeigte sich die Nachfrage im dritten Quartal 2014 wieder etwas verhaltener. Insgesamt wurden 1,8 Milliarden Euro umgesetzt, ein Rückgang von 1,6 Prozent. Hinter den Erwartungen zurück blieb das Fernsehgeräte-Segment. Vor allem das Geschäft mit Smart-TV war schwächer als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Ausgesprochen positiv entwickelten sich hingegen weiterhin Soundbars, vor allem die sogenannten Soundbases, auf die das TV-Gerät gestellt werden kann. Der Radiogerätemarkt zeigte sich insgesamt stabil. Stärkster Wachstumstreiber in diesem Segment war zuletzt das Thema portable Geräte, wo vor allem Digitalradios nachgefragt wurden.

Foto*: Impulse zur Marktbelebung fehlen

Auch die diesjährige photokina, das Branchen-Großevent, konnte für die im GfK TEMAX Deutschland beobachteten Foto-Warengruppen* keine entscheidenden Wachstumsimpulse setzen. Im dritten Quartal 2014 wurden 446 Millionen Euro umgesetzt und damit 16,2 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Kompakt-Systemkameras sowie zugehörige Objektive und Stative entwickelten sich jedoch weiterhin stark. Die Markteinführung hochwertiger Modelle in den letzten Monaten machte dieses Segment für Hobbyfotografen noch attraktiver und die Geräte zur ernsthaften Alternative zu Spiegelreflexkameras. Trotz stabiler Preise war vor allem das Geschäft mit Spiegelreflexkameras rückläufig, die in verschärftem Wettbewerb zu Kompakt-Systemkameras und Fixed-Lense-Kameras stehen. Insgesamt kann man beim Zubehör genauso wie bei der Hardware einen Trend zur besseren Ausrüstung erkennen, der für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft hoffen lässt.

 * Foto deckt digitale Fotokameras und Fotozubehör ab


GfK TEMAX Deutschland: Erfreuliches drittes Quartal

Angetrieben von deutlichen Wachstumsraten in einzelnen Märkten wie Informationstechnologie, Elektrokleingeräte oder Telekommunikation, legte der deutsche Elektrogerätemarkt ein starkes drittes Quartal hin. Das erzielte Gesamtumsatzvolumen von knapp 13,5 Milliarden Euro lag 7,1 Prozent über dem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Der Ausblick für das Schlussquartal 2014 erfolgt jedoch vor dem Hintergrund eines schwächeren Konsumklimas. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung gingen zuletzt zurück. Damit scheint die anhaltend angespannte geopolitische Lage nun auch in den Köpfen der deutschen Verbraucher tiefere Spuren hinterlassen zu haben. Neue Modelle und attraktive Angebote sollten dennoch für ein gutes Weihnachtsgeschäft und einen erfolgreichen Jahresausklang im Non-Food-Markt sorgen.

trend GfK Temax Umsatzentwicklung Tabelle

Die Zahlen im Bereich Telekommunikation werden seit dem ersten Quartal 2013 auf Basis nicht subventionierter Preise ausgewiesen. Historische Daten wurden entsprechend überarbeitet.

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Zur Studie

[1]. Der GfK TEMAX ist ein Index zum Markt der technischen Gebrauchsgüter. Die Ergebnisse basieren auf regelmäßigen Erhebungen des Handelspanels von GfK. In das Handelspanel fließen weltweit Daten von mehr als 425.000 Verkaufsstellen ein. Seit 2009 erhebt GfK den GfK TEMAX auch international in mehr als 30 Ländern. Er stellt erstmals umfassende Gesamtmärkte für technische Gebrauchsgüter in verschiedenen Ländern dar. Alle Berichte sind unter www.gfktemax.com abrufbar.

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