Hohe Risikofreude unter Deutschlands IT-Entscheidern

Mehr als ein Drittel der deutschen IT-Entscheider würde neue Technologien auch dann einführen, wenn die dazugehörigen IT-Risiken nicht bekannt sind. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter IT-Entscheidern im Rahmen der Potenzialanalyse »Digital Security« [1].

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»Zwar ist die Mehrheit der Unternehmen nicht so unvorsichtig, allerdings ist ein Anteil von über 30 Prozent erschreckend hoch«, so Gerald Spiegel, Leiter Information Security Solutions bei Sopra Steria Consulting. »Dass eine so hohe Zahl von IT-Entscheidern die Digitalisierung quasi im Blindflug angeht, ist bedenklich«, sagt Spiegel weiter. »Die Erfolgsaussichten der digitalisierten Wirtschaft werden wohl nicht oder nur verzögert eintreffen, wenn sich Unternehmen der Gefahr von Cyberangriffen schutzlos aussetzen.«

Besonders unvorsichtig ist das verarbeitende Gewerbe. Dort will fast die Hälfte neue Technologien einsetzen, ohne Kenntnis der Folgen für ihre IT-Infrastruktur. Dieser Umstand ist bemerkenswert, da auch Industrieanlagen zunehmend Opfer von Cyberangriffen werden. Die Digitalisierung der Industrie unter dem Stichwort Industrie 4.0 bringt neben vielen Vorteilen auch Risiken mit sich – zum Beispiel durch die Vernetzung von Produktionsanlagen mit Kunden und Lieferanten über das Internet. »Der hohe Prozentsatz könnte sich dadurch erklären lassen, dass in dem Sektor die Erfahrungen mit IT-Risiken noch nicht sehr ausgeprägt sind«, so Spiegel. »Außerdem müssen dort weniger personenbezogene Daten, sondern vor allem Maschinendaten geschützt werden, für die bisher keine gesetzlichen Regelungen vorlagen. Das IT-Sicherheitsgesetz geht hier einen Schritt in die richtige Richtung«.

Die Finanzbranche ist hingegen vorsichtiger als die Industrie. Dort würde knapp ein Viertel der IT-Entscheider neue Technologien einsetzen, ohne das Risiko zu kennen. »Angesichts der Datensensibilität der Branche, ist die Zahl dennoch gravierend. Insbesondere vor dem Hintergrund strenger Compliance-Regeln, sollten die Finanz-IT-Entscheider umdenken«, so Spiegel.

[1] Im Zeitraum Juni und Juli 2015 wurden 110 IT-Entscheider aus Unternehmen ab 500 Mitarbeitern der Branchen Banken, Versicherungen, sonstige Finanzdienstleister, Energieversorger, Automotive, sonstiges Verarbeitendes Gewerbe, Telekommunikation und Medien sowie Öffentliche Verwaltung befragt. Explizit ausgeschlossen wurden Beratungsunternehmen und Anbieter von IT-Lösungen.
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