Hybride Multi-Cloud-Lösungen für mehr Freiheit und Transparenz

Illustration: Geralt Absmeier

Sollten sich Unternehmen mit einem »Eine-Cloud-für-alles«-Ansatz begnügen? Nein! Denn Unternehmen, die offene, hybride Cloud-Lösungen nutzen, haben ganz klare Wettbewerbsvorteile. Denn eine hybride Multi-Cloud-Architektur passt sich mit verschiedenen Cloud-Anbietern und Konfigurationen ideal an unterschiedliche Use-Cases an und lässt sich trotzdem einheitlich verwalten.

 

Mythen über Multi-Clouds

Es ist ein verbreitetes Missverständnis, dass mehrere Clouds automatisch eine Multi-Cloud bilden. Unternehmen haben oft mehrere Systeme, die von verschiedenen Cloud-Hosting-Partnern oder Software-as-a-Service-Anbietern bereitgestellt werden – das alleine macht aber noch keine Multi-Cloud-Architektur. Solche Architekturen werden sorgfältig geplant und entstehen nicht zufällig. Anstelle einer Ad-hoc-Integration zwischen fragmentierten Systemen wird eine kohärente Architektur umgesetzt, mit einem einzigen Kontrollpunkt für alle Cloud-Ressourcen von jedem involvierten Anbieter.

Eine IBM-Studie unter rund 120 führenden Unternehmen ergab, dass 73 Prozent eine Möglichkeit brauchen, um Anwendungen von einer Cloud zur anderen zu verschieben. 82 Prozent der Befragten benötigen eine Konnektivität zwischen ihren Clouds und 67 Prozent wünschen sich eine konsistentere Verwaltung zwischen Clouds. Diese Zahlen zeigen einerseits, dass die Verwaltung multipler Clouds längst ein wichtiges Anliegen für die meisten Unternehmen geworden ist. Andererseits sind bislang nur 20 Prozent der Enterprise-Workloads überhaupt in eine Cloud verlagert worden.

Viele Unternehmen versuchen den Herausforderungen aus dem Einsatz multipler Clouds mit einer Integrationsschicht zu begegnen. Dazu müssen Integrationen für jede einzelne Lösung unabhängig voneinander geschaffen werden – ein sehr zeitintensives und komplexes Unterfangen. Und selbst wenn man alle Cloud-Umgebungen erfolgreich miteinander und mit der On-Premises-Infrastruktur verknüpfen konnte, muss man immer wieder alles an neue Code-Releases anpassen. So wird Integration zu einem andauernden und Ressourcen zehrenden Kraftakt.

Am Beginn der Reise in die Cloud kann es verlockend sein, nur einen einzigen Cloud-Anbieter auszuwählen und zu versuchen, alle Workloads auf dessen Plattform zu verlagern. Aber der Umgang mit nur einem Anbieter bewahrt einen dennoch nicht vor Komplexität. Wenn man zum Beispiel einen Mix aus Infrastructure-as-a-Service- (IaaS), Plattform-as-a-Service- (PaaS) und Software-as-a-Service- (SaaS)Lösungen benutzt, muss jedes Angebot unter Umständen immer noch über eigene Konsolen- und Monitoring-Tools verwaltet werden. Außerdem besteht die Gefahr, von Wettbewerbern überholt zu werden, die sich die jeweils beste Plattform für den konkreten Bedarf auswählen.

 

Hybride Multi-Cloud-Lösungen nutzen – aber warum und wie?

Eine bessere Antwort bietet ein hybrider Ansatz mit Multi-Cloud-Lösungen. Für die schnelle Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen empfiehlt sich ein Mix aus Public Clouds. Private Clouds bieten das nötige Maß an Sicherheit und Verfügbarkeit für geschäftskritische Daten und Prozesse. Aber auch traditionelle On-Premises-Infrastrukturen haben weiterhin ihre Daseinsberechtigung. Laut Studien der Marktforscher von IDC werden bis 2024 schon 90 Prozent der Unternehmen integrierte, hybride Multi-Cloud-Tools und -Strategien nutzen, um unterschiedliche Applikationen und Einsatzszenarien bestmöglich zu unterstützen.

Warum also hybride Multi-Clouds? Damit lässt sich für jeden Workload die beste Plattform mit dem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis auswählen. Außerdem verhindert man Abhängigkeiten von einem einzigen Anbieter, der plötzlich seine Preise oder sein Angebot ändern könnte. Internationale Unternehmen profitieren von einem Multi-Cloud-Ansatz auch dadurch, dass sie Front-End-Applikationen so nahe an die Nutzer bringen können, wie es für die Leistung und aus regulatorischen Gründen sinnvoll ist. Wenn der präferierte Cloud-Anbieter kein Rechenzentrum in der Region hat, kann man einfach auf einen anderen Anbieter ausweichen.

 

Partner für die hybride Multi-Cloud

Von den Anfängen des Cloud Computing an hat IBM erkannt, dass Unternehmen nicht um hybride Lösungen herumkommen werden. Die Lösung: Offene Plattformen mit definierten APIs, um eine einfache Interaktion zwischen Clouds zu ermöglichen. Für eine erfolgreiche Multi-Cloud-Umgebung braucht man eine einzige Verwaltungsebene über alle Lösungen hinweg. IBM entwickelt Technologien, die Kontrolle, Transparenz, Automation und Orchestrierung über alle Cloud-Anbieter-Services und die eigene Infrastruktur hinweg bieten.

Zum Beispiel ist der IBM Cloud Automation Manager eine Multi-Cloud-Self-Service-Management-Plattform. Er beinhaltet die Automatisierungssoftware Terraform sowie ein Cloud-agnostisches Tool, mit dem sich die eigenen Infrastruktur-Ressourcen und -Konfigurationen als Code beschreiben lassen. Terraform kann diesen Code automatisch ausführen, um die benötigten Umgebungen über eine beliebige Kombination von Cloud-Plattformen bereitzustellen und zu verwalten. Anbieter müssen dazu die APIs mit Terraform synchronisieren, sodass der gesamte Prozess für den Endanwender transparent ist.

Für den wachsenden Umfang von Container-Umgebungen bietet IBM den IBM Multicloud Manager an. Dieser basiert auf Kubernetes und ermöglicht es, mehrere Kubernetes-Cluster in Rechenzentren oder Clouds – Public oder Private – so zu verwalten, als wäre es eine gemeinsame Umgebung. Man geht dabei über die Basisanforderungen des Cluster-Managements weit hinaus und ermöglicht die Bereitstellung von Multi-Cluster-Anwendungen. Damit sind hohe Verfügbarkeit, nahtlose Skalierbarkeit und schnelle Wiederherstellung möglich. Außerdem kann man leicht zwischen privaten Ressourcen und öffentlichen Clouds wechseln, falls es plötzliche Nachfragesteigerungen gibt.

 

Hybride Multi-Cloud-Anwendungen im Einsatz

IBM arbeitet bereits mit Kunden an der Implementierung ihrer Multi-Cloud-Lösungen. Eine große französische Bank brauchte eine kosteneffiziente Alternative für das Hosting ihrer Virtual-Reality (VR)-Applikation, die vollständig On-Premises durchgeführt wird. IBM entwickelte eine Automation, die Workloads automatisch in die Public Cloud überträgt, sobald der Kubernetes-Cluster der Bank seine Kapazitäten ausgeschöpft hat. Und da die Lösung wirklich offen gestaltet ist, war es kein Problem, Amazon Web Services (AWS) dafür erfolgreich zu nutzen.

Ein weiteres Beispiel ist ein führender europäischer Einzelhändler, der mit der IBM Multi-Cloud-Technologie die Verwaltung von weit verstreuten Containern automatisieren konnte. Jetzt können einmal entwickelte neue Applikationen sofort überall genutzt werden: On-Premises und in der Public Cloud.

 

Fazit

Cloud-Technologien entwickeln sich schnell und niemand weiß genau, was die Zukunft bereithält. Mit hybriden Multi-Cloud-Lösungen erhalten Unternehmen die notwendige Freiheit, um sich schnell anzupassen. Sie können all ihre Cloud-Lösungen innerhalb einer Umgebung verwalten, was zu mehr Transparenz und schnellerer Problemlösung führt, bevor Risiken gefährlich werden. Zusammengenommen führen diese Faktoren zu der nötigen Nasenlänge Vorsprung im Wettbewerb!

 

David Faller, Senior Manager, IBM Cloud TechSales DACH

 


 

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