Industrie hat Nachholbedarf bei digitaler Transformation

Die digitale Transformation hat die produzierende Industrie fest im Griff. 70 Prozent schätzen den Einfluss dieses Umwälzungsprozesses auf die gesamte Branche, auf das eigene Unternehmen und speziell auf die Produktion selbst als überdurchschnittlich hoch ein. Dies geht aus der Studie »Digital Business Readiness« hervor [1].

Die Industrie sieht sich demnach bestens für die Digitale Transformation gerüstet. 98 Prozent der befragten Branchenvertreter glauben, ihre Unternehmen seien gut oder sogar sehr gut auf den Wandel vorbereitet und könnten von dessen Möglichkeiten profitieren.

»Bei der Implementierung einer entsprechenden Digitalstrategie hängt die Industrie allerdings hinterher. Nur 35 Prozent der produzierenden Unternehmen haben ihre Digitalstrategie bisher erfolgreich umgesetzt«, so Maximilian Hille, Analyst bei der Crisp Research AG und Co-Autor der Studie. Andere Branchen sind schon weiter: Insgesamt stecken schon 42 Prozent der deutschen Unternehmen mitten in ihrer Transformation.

Aber diese Diskrepanz kommt nicht von ungefähr. »Die Digitalisierung von Produktionsprozessen ist enorm aufwendig und mit einem tiefgreifenderen Einfluss auf die Wertschöpfungskette verbunden als in anderen Branchen. Für Industrieunternehmen bedeutet das, dass sie sich in dieser kritischen Phase noch mehr anstrengen müssen, um international nicht ins Hintertreffen zu geraten«, so André Kiehne, Sales Director Transformational Business der Dimension Data in Deutschland.

Und das geht nicht ohne den Ausbau der IT: 57 Prozent der Befragten geben an, dass sie mit der bestehenden Infrastruktur nicht in der Lage seien, die digitale Transformation zu meistern. Demgegenüber schneiden die Banken (36 Prozent) sowie die Versorger (33 Prozent) deutlich besser ab. Beim Umstieg auf Cloud-Lösungen und bei der Verwirklichung des Ansatzes Industrie 4.0 besteht nach eigener Einschätzung der größte Handlungsbedarf. Dabei scheinen die Industrieunternehmen auf einem guten Weg zu sein; 55 Prozent haben die Planungen für die kurz- oder mittelfristige Umsetzung von Industrie-4.0-Szenarien bereits abgeschlossen.

foto André-Kiehne-Dimension-Data--Martin-JoppenTatsächlich steckt die produzierende Industrie aber noch mitten in der Business-Transformation mittels ITaaS-/Cloud-Modellen: Die IT-Abteilungen treiben die Einbindung von Software-as-a-Service (80 Prozent) und Infrastructure-as-a-Service (73 Prozent) nach eigenen Angaben derzeit maßgeblich voran. »Das ist genau der richtige Ansatz«, kommentiert Kiehne. »Die Unternehmen in der produzierenden Industrie sehen sich deutlich stärker als andere Branchen in der Rolle des Gestalters und nicht etwa der des Mitläufers der digitalen Transformation. Das lässt hoffen, dass sie das Wissen um die Bedeutung des Wandels auch künftig in wegweisende Innovationen ummünzen werden.«

 

[1] Studie die von den IT-Analysten von Crisp Research im Auftrag der Dimension Data erstellt wurde. Bei der Erhebung wurden 100 Entscheider – Geschäftsführer, CIOs und Rechenzentrumsleiter – deutscher Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern zum digitalen Wandel und dessen Einfluss auf das eigene Unternehmen befragt.
Die gesamte »Digital Business Readiness« ist zu finden unter: https://www.crisp-research.com/digital-business-readiness

 

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