IT-Sicherheitsausgaben verdoppeln sich bis 2020

Die deutsche Wirtschaft sieht sich zunehmend von Wirtschaftsspionage und Cyberkriminalität bedroht. Dementsprechend werden sich die Ausgaben für IT-Sicherheit und Datenschutz in 2015 weiter erhöhen. Fast die Hälfte der deutschen Firmen (49 Prozent) geht davon aus, dass die Investitionen im nächsten Jahr um 50 Prozent zunehmen werden. Weitere 17 Prozent prognostizieren sogar eine Verdopplung. Im Vergleich zum Vorjahr rechnen damit deutlich mehr Firmen mit einer steigenden Nachfrage nach IT- und Informationssicherheit: Waren es für 2014 noch 66 Prozent der Unternehmen, so ist dieser Wert in diesem Jahr auf 81 Prozent angewachsen. Diese Ergebnisse stammen aus einer aktuellen Studie der NIFIS Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (www.nifis.de).

Erhöhtes Sicherheitsbedürfnis führt zu Mehrausgaben

»Der Trend, dass die deutsche Wirtschaft mehr Geld für IT-Sicherheit ausgibt, hält weiterhin an. Für 2015 ist sogar eine deutliche Steigerung der Investitionen zu erwarten«, resümiert der NIFIS-Vorsitzende Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp. In Zeiten immer neuer Bedrohungsszenarien verstärken deutsche Unternehmen ihre Maßnahmen gegen Wirtschaftsspionage und Cyberkriminalität. »Seit dem Beginn der Enthüllungen von Edward Snowden Anfang 2013 hat sich das Bewusstsein in der deutschen Wirtschaft in puncto Datenschutz gravierend verändert«, betont Lapp. »Durch dieses erhöhte Sicherheitsbedürfnis sind die Ausgaben für IT-Sicherheit und Datenschutz drastisch gestiegen.« So haben laut NIFIS-Studie der PRISM- und die Nachfolge-Skandale mittlerweile 88 Prozent der deutschen Firmen in puncto Datenschutz sensibilisiert. Für 79 Prozent der Unternehmen steht der Schutz vor Hackerangriffen dabei im Fokus ihrer Bemühungen.

Verdopplung der Ausgaben für IT-Sicherheit und Datenschutz bis 2020

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Auch zukünftig werden sich die Unternehmen immer neuen Gefahren gegenüber sehen. So geht der NIFIS-Vorsitzende beispielsweise davon aus, dass in nächster Zeit weitere, noch wirksamere Überwachungsprogramme in Erscheinung treten werden. Dadurch wird der Bedarf an IT-Sicherheitstechnologie auch in den nächsten Jahren weiter stark wachsen, was die folgenden Zahlen belegen: Laut NIFIS-Studie geht fast die Hälfte der Unternehmen (45 Prozent) von einer Verdopplung der Ausgaben für IT-Sicherheit und Datenschutz bis 2020 aus. In der Vorgängerstudie für das Jahr 2014 waren es noch 34 Prozent.

 

Weitere Ergebnisse der Studie

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Die deutsche Wirtschaft hat der Wirtschaftsspionage den Kampf angesagt. 81 Prozent der Unternehmen verstärken die Maßnahmen, um sich vor Ausspähung zu schützen. Der PRISM- und die Nachfolge-Skandale haben 88 Prozent der deutschen Wirtschaft in puncto Datenschutz sensibilisiert. Für 79 Prozent der Unternehmen steht der Schutz vor Hackerangriffen im Fokus ihrer Bemühungen. Gleichzeitig offenbart die NIFIS-Studie, dass eine eindeutige Mehrheit von 74 Prozent der deutschen Unternehmen weiterhin darüber verunsichert ist, welche umfangreichen Zugriffsmöglichkeiten fremde Geheimdienste bei ihren Ausspähaktionen haben.

Kritischere Auswahl der Cloud-Anbieter

Laut Studie gehen mit dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis auch die Forderungen von mehr als zwei Dritteln der deutschen Wirtschaft (69 Prozent) nach mehr Sicherheit beim Nutzen von Cloud Computing einher. Damit verbunden machen 77 Prozent der Unternehmen die Auswahl der Cloud-Anbieter davon abhängig, welchen Datenschutzgesetzen sie unterliegen. So bieten laut NIFIS-Vorsitzendem Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp vor allem Dienstleister, »die ihre Server in Deutschland und teilweise auch in anderen Teilen Europas betreiben, sehr hohe Sicherheitsstandards. Im Gegensatz dazu verfügen beispielsweise die USA, Japan, Indien und China über kein angemessenes und mit den hohen europäischen Standards vergleichbares Datenschutzniveau.«

Deutsche Innovationen im Bereich IT-Sicherheit als nationale Aufgabe

Eine große Bedeutung bei der Abwehr von Wirtschaftsspionage und anderen Cyber-Gefahren nimmt laut Lapp mittlerweile auch die Bundesregierung ein. Dazu zählt der Branchenkenner in erster Linie die Eckpunkte des geplanten IT-Sicherheitsgesetzes, die 50 Millionen Euro-Förderung im Rahmen des Projektes »Smart Service Welt« und das Bestreben, die deutsche Wirtschaft mit großem Aufwand für die digitalen Herausforderungen fit zu machen. »Der Schutz vor massiver Wirtschaftsspionage muss in Wirtschaft, Staat, Wissenschaft und Gesellschaft einen noch weitaus höheren Stellenwert einnehmen als bisher. Dies muss einhergehen mit einem umfassenden Förderungsprogramm für Innovationen im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz«, erläutert der NIFIS-Vorsitzende. Dementsprechend sieht Lapp die Entwicklung neuer, fortschrittlicher Sicherheitstechnologien in Deutschland als große nationale Aufgabe: »Denn die aktuelle IT-Sicherheitssituation ist für eine moderne Informations- und Wissensgesellschaft wie Deutschland nicht angemessen.«

Nicht nur externe Bedrohungen im Fokus

Die aktuelle Studie zeigt ganz deutlich, dass neben externen Bedrohungen auch der Datenklau im eigenen Unternehmen eine große Rolle spielt: Für 80 Prozent der Unternehmen gilt es, sich vor den eigenen Mitarbeitern ausreichend zu schützen. In diesem Zusammenhang spielen auch Verhaltensregeln beim Umgang mit Social Networks (53 Prozent) und die Sicherheit bei Collaboration (59 Prozent) eine große Rolle. Bei letztgenanntem Punkt geht es um die Zusammenarbeit auf allen Ebenen – sowohl bei Mitarbeitern untereinander als auch bei Firmen mit Partnern oder Kunden.

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NIFIS Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. ist eine neutrale Selbsthilfeorganisation, die die deutsche Wirtschaft im Kampf gegen die täglich wachsenden Bedrohungen aus dem Netz technisch, organisatorisch und rechtlich unterstützen möchte. Vornehmliches Ziel der Arbeit der unter dem Dach der NIFIS organisierten Gremien ist es, Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität sowie den sicheren Transport von Daten in digitalen Netzwerken sicherzustellen. Dazu entwickelt die NIFIS seit ihrer Gründung im Jahr 2005 unterschiedliche Konzepte und setzt diese in pragmatische Lösungen um. Zu den Schwerpunkten der Tätigkeit zählen die aktive Kommunikation und die Bereitstellung von Handlungsempfehlungen und Dienstleistungen.

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