ITK-Ausgaben auf Wachstumskurs

Zum Jahresende scheint sich die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen Unternehmen laut IT-MittelstandsIndex [1] einzutrüben. Im November haben sich sowohl die Wirtschaftslage als auch die Perspektiven gegenüber dem Vormonat deutlich verschlechtert. Davon unbeeindruckt zeigt sich die Ausgabentätigkeit in ITK-Produkte. Der Mittelstand startet mit neuen ITK-Budgets in das nächste Jahr, dies dürfte die Nachfrage nach ITK-Produkten und Lösungen deutlich beleben.

grafik techconsult it-mittelstandsindex nov 2015

Wirtschaftliche Lage und Ausblick

Im November ließ die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung erneut nach. Der Index der realisierten Umsätze ging gegenüber Oktober drei Zähler zurück und liegt bei 111 Punkten. Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung waren im November erneut der Handel, der von einem florierenden Jahresendgeschäft profitierte und deren Indexwert deutlich weit über dem Marktdurchschnitt liegt sowie das Finanzgewerbe. In den öffentlichen Verwaltungen hielten sich Unternehmen mit gestiegenen und mit rückläufigen Einnahmen die Waage.

Die wirtschaftlichen Erwartungen für die kommenden drei Monate sind alles andere als optimistisch. Die Prognose für den Jahreswechsel und für den Jahresbeginn ist sehr verhalten und deutet auf eine abflauende Wirtschaftsentwicklung hin. Der Erwartungsindex gab 22 Punkte nach und rutschte weit unter die 100 Punkte, das bedeutet, dass es mehrheitlich Unternehmen sind, die rückläufige Umsätze erwarten. Für den Abwärtstrend sorgten vor allem die Industrie, der Handel und das Dienstleistungsgewerbe, die nach starken zurückliegenden Monaten besorgt auf die kommenden drei Monate blicken. Zuversichtlich zeigt sich das Finanzgewerbe hier überwiegen die Unternehmen mit steigenden Umsatzprognosen.

Der Jahresvergleich mit November 2014 zeigt, dass sowohl der realisierte Umsatz als auch die Erwartungen das Niveau der Vorjahresindizes nicht erreichten. Der aktuelle Lageindex liegt 16 Punkte unter dem Wert vom November 2014. Der Erwartungsindex büßte gegenüber dem Vorjahr zwei Punkte ein.

Getätigte und prognostizierte ITK-Ausgaben

Mit den getätigten ITK-Ausgaben ging es im November wieder aufwärts. Es waren mehr Unternehmen geneigt, in Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) zu investieren als im Oktober. Der Index der realisierten Ausgaben stieg um zwei Zähler auf 111 Punkte. In allen Wirtschaftszweigen überwogen Unternehmen mit steigenden ITK-Ausgaben. Positiv hervorzuheben ist die Nachfrage nach ITK-Produkten und –Lösungen im Dienstleistungsgewerbe und im Finanzsektor.

Die ITK-Ausgabenplanungen für die nächsten drei Monate bleiben optimistisch, der entsprechende Index legte, bereits auf solidem Niveau, nochmals fünf Punkte zu. Mit 120 Punkten signalisiert er, dass die Unternehmen mit positiven Investitionsabsichten in den ersten Monaten des neuen Jahres deutlich dominieren werden. Alle Branchen dürften demnach mit Investitionslaune in das das neue Jahr gehen. Treibende Branchen sind die Industrie, die Dienstleister und das Finanzgewerbe, deren Indizes großzügige Investitionstätigkeiten in ITK-Produkte und -Lösungen signalisieren.

Gegenüber dem Vorjahr machte der Indikator der getätigten Ausgaben einen Punkt gut. Die Ausgabenprognose für Informationstechnologie weist gegenüber November 2014 ein Minus von einem Punkt aus.

Verena Bunk, Senior Analyst, Kassel, 16.12.2015

[1] techconsult publiziert seit vielen Jahren den IT-MittelstandsIndex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen in mittelständischen Unternehmen mit 10 bis 999 Mitarbeitern eingefangen.
Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjunkturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.