Load Balancing – Herausforderung Ausfallsicherheit

Interview zum Load Balancing mit Detlef Lilje

Für dynamische Anwendungsumgebungen, ob in der Cloud oder konventionell im eigenen Rechenzentrum betrieben, sind Ausfallsicherheit und Hochverfügbarkeit wichtiger denn je. Ausfälle können schnell teuer zu stehen kommen.

Load Balancing heißt hier das Zauberwort. Es verteilt die Last der Workloads auf mehrere Server und verbessert so die Leistung der Systeme. Fällt ein Server aus, übernimmt automatisch ein anderer dessen Aufgabe. KEMP Technologies ist seit 2000 ein wichtiger Player am Markt. »manage it« sprach mit Detlef Lilje, -Director Central/Eastern Europe & Middle East bei KEMP Technologies.

Herr Lilje, was bedeutet Load Balancing und warum benötigen Unternehmen diese Technologie heute mehr denn je?

Load Balancing sorgt für die intelligentere Auslastung der Server und die Hochverfügbarkeit von Anwendungen. Es geht um eine ausgeklügelte Verteilung der Serveranfragen. Wir sehen da übrigens einen ungebrochenen Trend zur Virtualisierung. IT-Abteilungen konsolidieren ihre Rechenzentren und virtualisieren die Systeme. Ein Mix aus eigener Rechenzentrums- und Cloud-basierter Infrastruktur ist immer öfter anzutreffen. Dabei reduzieren auch virtualisierte Load Balancer die Anzahl physischer Ressourcen. Dies senkt Hardware- und Betriebskosten. Das haben wir schon früh erkannt und folgerichtig auf Virtualisierung gesetzt, was bereits über 30 Prozent unseres Umsatzes ausmacht. Tendenz steigend.

Was sind denn die klassischen Einsatzgebiete?

Hier sind beispielsweise Exchange, Sharepoint- und Lync-Installation zu nennen. Auch jegliche Arten von Web-Anwendungen zum Einsatzgebiet Webseiten, Online-Shops, Portale. Dazu kommen Terminaldienste und verschiedenste proprietäre Client-Server-Anwendungen.

Was zeichnet Ihr Geschäftsmodell aus?

KEMP versteht sich als Software-Anbieter: Das ermöglicht uns eine hohe Flexibilität in der Bereitstellung unserer Produkte: Hardware-Appliances, virtuelle Appliances, Bare-Metal-Software (Installation ohne Hypervisor direkt auf Standardservern), bis hin zum Load Balancer in der Cloud. Alle mit gleichem Funktionsumfang und einheitlicher Konfiguration, was auch Hybrid-Installationen ermöglicht.

Ein klarer Vorteil ist, dass sich unsere LoadMaster generell sehr schnell und einfach installieren und betreiben lassen. Wir konzentrieren uns auf die Kernfunktionalität und überfrachten die Systeme nicht. Unsere Kunden profitieren so von einfacher Handhabung und einem extrem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.

Welche Trends dominieren derzeit den Markt und wie greifen Sie diese auf?

Ein klarer Trend ist integrierte Security. Wir haben eine Web-Application-Firewall Lösung (WAF) in unsere LoadMaster-Plattform integriert. Damit bieten unsere ADCs auch einen robusten Schutz vor Attacken und unterstützen die sichere Implementierung von Webapplikationen.

Wichtige Entwicklungen sind auch Software-Defined-Networking (SDN) und Network-Functions-Virtualization (NFV). Wir haben mit KEMP Condor auf Basis von HyperFlex einen mandantenfähigen ADC – inklusive Verzahnung mit NFV-Diensten – entwickelt. Außerdem bieten wir SDN-adaptives Load-Balancing auf Basis der HP VAN (Virtual Application Networks)-Controller.

Herr Lilje, vielen Dank für das Gespräch.