Neugründungen nicht auf Vorjahresniveau

In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden bundesweit 25.431 Unternehmen gegründet und somit deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum (43.971). Ein Bonitätsdienstleister analysierte die Zahl der Gewerbeanmeldungen vom 01.01.2015 bis zum 30.06.2015, deren Mitarbeiterzahl auf eine höhere wirtschaftliche Bedeutung hinweisen. Kleinere sowie nicht registrierte Unternehmen wurden in dieser Auswertung nicht berücksichtigt.

Im ersten Halbjahr 2015 registriert Nordrhein-Westfalen mit 5.450 (Vorjahreszeitraum: 9.228) die meisten Neugründungen mit höherer wirtschaftlicher Bedeutung. In Bayern ließen sich bislang 5.021 Gründer nieder (Vorjahreszeitraum: 7.703). Baden-Württemberg meldet 2.949 Neugründungen (Vorjahreszeitraum: 4.833). Die Start-up-Schmiede Berlin hat bislang 2.374 (Vorjahreszeitraum: 4.184) neue Gewerbeanmeldungen notiert. In den neuen Bundesländern führt Sachsen mit 906 Neugründungen (Vorjahreszeitraum: 1.413) das Ranking an. Brandenburg könnte in der zweiten Hälfte des Jahres die Zahl der Neuanmeldungen aus 2014 erreichen, da in diesem Bundesland statistisch mehr Unternehmen in der zweiten Hälfte des Jahres gegründet werden – bislang sind es 447 (Vorjahreszeitraum: 923). Sachsen-Anhalt meldet nur 342 neugegründete Firmen (Vorjahreszeitraum: 644). Thüringen, mit 287 (Vorjahreszeitraum: 544), und Mecklenburg-Vorpommern, mit 264 (Vorjahreszeitraum: 535), melden die wenigsten Gewerbeanmeldungen. Auch in Hessen, mit 1.854 (Vorjahreszeitraum: 3.493) Anmeldungen, geht der Trend zurück. In Niedersachsen, vor allem im Ballungsgebiet um Hannover, siedelten sich 1.903 Gründer an (Vorjahreszeitraum: 3509). Hamburg, mit 1.451 (Vorjahreszeitraum: 2.386) Neugründungen, ist gegenüber Bremen, mit 233 Neuanmeldungen (Vorjahreszeitraum: 423), aufgrund des wirtschaftlichen Umfelds wesentlich attraktiver für junge Unternehmen. Rheinland-Pfalz, mit 830 Neugründungen (Vorjahreszeitraum: 1.558), und Schleswig-Holstein, mit 892 (Vorjahreszeitraum: 1.560), liegen trotz der beachtlichen Einwohnerdifferenz auf einem annähernd gleichen Niveau. Im Saarland wurden 228 und somit bundesweit die wenigsten Unternehmen im ersten Halbjahr 2015 gegründet (Vorjahreszeitraum: 405).

Viel Potenzial in der digitalen Wirtschaft

Die voranschreitende Verschmelzung von Wirtschaft und digitalen Systemen bietet länderübergreifendes Wachstumspotenzial für Start-ups. Dafür schafft die Bundesregierung geeignete Rahmenbedingungen, beispielsweise durch Investitions- und Subventionierungsmaßnahmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Bedingungen so gestalten, dass sich die Internet- und Start-up-Szene gut entwickeln kann. Merkel spricht sich auch für eine europäische Gründungskultur und einheitliche Voraussetzungen für die Gründerszene aus. Der Wagniskapital-Sektor ist in Deutschland noch nicht so ausgeprägt wie beispielsweise in den USA. Mit dem Wagniskapital-Fond und dem High-Tech-Fond hat die Bundesregierung bereits das Fundament geschaffen, um Investitionen in junge Firmen anzuregen. Goran Filipovic, Geschäftsführer von Creditsafe Deutschland, hält Steuererleichterung für die beste Subventionierungsart: »Steuerliche Anreize sind eine, unabhängig von der Ausrichtung eines Unternehmens, sichere Form für die Partizipation vieler Firmen an der staatlichen Gründerförderung«. Neue Geschäftskonzepte, die durch eine starke Gründerkultur geschaffen werden, tragen zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Industrienation bei und sichern nachhaltig Arbeitsplätze.

Anzeige

grafik creditsafe neugruendungen deutschland 2015

 

Quelle: Creditsafe

Anzeige