Outsourcing: Lotterie des Vertrauens

IT-Outsourcing ist kein Selbstläufer mehr. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Auslagerung gewisser IT-Funktionen an spezialisierte Provider automatisch zu Kosteneinsparungen und Effizienzgewinnen geführt haben. Ein unflexibler Dienstleister, der wegen der Vertragsbindung für zusätzliche Services hohe Gebühren verlangen kann, ist eher kontraproduktiv. Es ist nicht mehr damit getan, darauf zu vertrauen, dass umfangreich formulierte SLAs alle Eventualitäten abfangen könnten.

Bei der Auswahl des konvenierenden Dienstleisters sollte großes Augenmerk auf dessen Neutralität und auf die Skalierbarkeit, Leistungsfähigkeit, Verfügbarkeit sowie die Sicherheit seiner Services gelegt werden. Das sind die harten Faktoren, sie haben den Vorteil messbar zu sein.

Die Besonderheit in der befriedigenden Zusammenarbeit zwischen Provider und Kunden machen aber die »weichen« Faktoren aus. Hierzu zählt insbesondere eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Das impliziert unter anderem fundiertes Verständnis füreinander: Der Serviceanbieter muss seinen Kunden antizipieren. Nur so kann er wirklich bedarfsgerechte Services liefern. Notwendig dafür sind der stetige Kontakt und ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Dienstleister und Kunde.

IT-Outsourcing, wenn nicht richtig angegangen, kann einer Lotterie gleichen. Der Einsatz bietet nicht nur Chancen auf einen Gewinn sondern es können auch Nieten gezogen werden. Auf denen steht dann Kontrollverlust, mangelhafte Servicequalität oder überraschende Kostenexplosion.

Gewissenhafte Manager in der Unternehmensspitze, der IT, im Einkauf und Verkauf achten deshalb nicht nur auf die Kosten, sondern investieren weiter in die internen Kern- sowie Basiskompetenzen, um flexibel, sicher und zukunftsorientiert auf sich verändernde Märkte reagieren zu können. Unüberlegtes IT-Outsourcing kann schnell zu einem Mangel an eigener Kompetenz führen. Und wer seine Erfolgschancen mit kompetenten Mitarbeitern steigert, muss nicht an einer Lotterie teilnehmen.

Herzlichst, Ihr Albert Absmeier
Chefredakteur