Resümee – Healthcaretag 2015

UDI in USA perfekt, UDI in Europa beim Rat, aber in den Kliniken geht es bereits um mehr, ISO-konforme Codes von extern und intern für größtmögliche Kostenersparnis und Patientensicherheit.

Der Healthcaretag 2015 im Dialog mit der Europäischen Kommission und den Kliniken: »UDI – Unique Device Identification« ist für Klinik und Patienten da. Einhellige Unterstützung von UDI seitens der Klinik für mehr Effizienz zu Erfassung, Dokumentation und Stammdaten. Präferenz zu ISO-Codes mit den akkreditierten Systemen HIBC, GS1, und IFA-PPN und EUROCODE für die Produkte. »Mehr als UDI«: AutoID-gestützter Hygieneprozess, UDI plus Internet, PaperEDI für das »Blitzscannen« ganzer Lieferungen

Der Healthcaretag in Leipzig fand am 5. Mai als Partnerveranstaltung der med.LOGISTICA statt und führte zu einem äußerst erfolgreichen Dialog zwischen Kliniken, Dienstleistern und dem Referent der Europäischen Kommission.

Dr. Björn Kabisch, Universitätsklinikum Jena, initiierte den Austausch unter kreativer Diskussionen über optimalen Einsatz von AutoID im klinischen Prozess.

Laurent Sellès, Senior Coordinator for International Relations, DG for Internal Market, Industry, Entrepreneurship and SMEs, European Commission, erläuterte die Inhalte von UDI und die Zeitpläne, die mit der Verabschiedung der Verordnung für Medizinprodukte einhergehen und in der UDI enthalten ist. UDI wird für Ende 2016 final erwartet. Die USA, als Mitglied im »International Medical Device Regulatory Forum -IMDRF« hat UDI bereits 2013 gesetzlich eingeführt. Laut Laurent Sellès kann Europa von der Einführung von UDI & Datenbank in den USA nur lernen.

Das ausgesprochene Ziel für UDI sei es aus IMDRF- und EC-Sicht, Kompatibilität, Interoperabilität und Datenaustausch mit der USA zu gewährleisten, denn UDI wird bereits als Modul vom Freihandelsabkommen Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP)« gesehen. Warten sei daher nicht angebracht, sondern zügiges Optimieren der Codes auf den Produkten nach UDI-Regeln.

 

Die Referenten der Praxis mit Felix Weißer, Uniklinikum Heidelberg und Arne Klevenhusen, Paracelsuskliniken, führten aus, wie sich UDI als Modul in ein Gesamtsystem einfügt.

UDI für Kliniken bedeutet mehr Codes, bessere Stammdaten und rationelle Datenerfassung.

Kostenersparnis entsteht durch Unterstützung der ISO-Codefamilie HIBC, GS1, PPN und EUROCODE. Die Merkmale dieser Codefamilie »ASC«, zu der HIBC, EUROCODE und PPN gehören, wurden an Hand von Beispielen erläutert: ID’s für Material, Lokation, Patienten, Prozessschritt,

Paul Rupp (IFA) zeigte an Hand der auf ISO-ASC-Struktur basierenden PPN im IFA-Coding-System, wie der eingeführte PZN-Code für Arzneimittel und Medizinprodukte in der ISO-Struktur sicher eingebettet ist.

Dr. Ralf Knels erläutert die Merkmale des EUROCODES, der auf Produkte menschlichen Ursprungs (Blutprodukte, Gewebe) abgestimmt ist und eindeutige Produkttypen und deren Herkunfts-ID trägt.

Die Ausführungen der Referenten zeigten auch, dass die Entwicklungen bereits weit über die Funktionen von UDI hinausgehen, zum Beispiel die PaperEDI-Lösung. Dabei reicht »Ein Scan« für blitzschnelle Erfassung der Lieferdaten einer ganzen Lieferscheinseite. Wareneingang und Bestandsdokumentation ist mit diesem Scan erledigt.

Die Ergänzung der UDI mit »Internet-Funktionalität« erlaubt automatisierten Zugriff auf innovative Prozesse (INDUSTRIE 4.0).

 

AutoID-Gesamtlösungen im ISO-Codesystem zeigte Referent Otto Wiechert an Hand der HIBC-Lösung »AutoID-gestützter Hygieneprozess«.

 

Dazu stellt UDI ein wichtiges Modul dar, besonders für direktmarkierte Medizin-produkte, die sterilisiert werden und in einem 100 % dokumentiert werden.

Hier ist es ein Diskussionsergebnis seitens der Kliniken: Die Standards rund um UDI sind da, bitte nutzt diese in vollem Umfang. Es gab keinen Anhaltspunkt für eventuelle Kostenvorteile zur Migration von Nummernkreisen auf ein einziges System, sondern das Gegenteil wurde herausgearbeitet, das Einbetten von Datenfeldern in die ASC-ISO-Struktur anstelle Bildung von Referenzcode oder Zweitnummern verspricht höchstmögliche Rationalisierung besonders für die Klinik.

Dr. Björn Kabisch benutzte an dieser Stelle den Begriff »Kapselung« im ISO-Code für Sicherung der Datenfelder gegen Verwechselung und Überschneidung mit externen oder Subsystemen.

Der gemeinsame Appel der Kliniken an die Hersteller ist: »UDI sofort«, aber nicht nur das, sondern auch Serialisierung und ISO-Codes auf allen logistischen Ebenen. Das ist zu einem gewissen Grad erreicht, aber 100 % Effizienz ist erst bei 100 % UDI möglich. Umstellung von Codes soll als ineffizient vermieden werden. Dies löst die ISO-Kapselung für bisher nicht eindeutig benannter Codes als Kern.

 

Das Resümee der Podiumsdiskussion, Zitat »Egal welcher Code, aber bitte nach ISO-Standard und jetzt« bestätigt, ISO-konforme Codes von extern und intern bieten größtmögliche Kostenersparnis und Patientensicherheit.

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Hinweis: Highlights der Vorträge folgen als Videos auf: www.healthcaretag.de

foto healthcaretag leipzig 2015

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