RPA senkt Gesundheitskosten: Prozessautomatisierung verschafft mehr Zeit für medizinische Betreuung

Illustration: Absmeier, StockSnap

Bis 2020 wird es mehr Menschen über 65 als Kinder unter 5 Jahre geben. Das bedeutet, dass auch die Zahl der Menschen, die medizinische Hilfe benötigen, steigt. Um diesem demografischen Trend Rechnung zu tragen und eine angemessene medizinische Versorgung zu gewährleisten, wird auch die Gesundheitsbranche ihre Ressourcen effizienter einsetzen müssen. Mit Hilfe der Robotic-Process-Automation-Lösung werden Ärzte von Routineaufgaben wie das Bearbeiten von Patientendaten befreit und können sich intensiver um die medizinischen Bedürfnisse ihrer Patienten kümmern.

 

»Die positiven Auswirkungen der Prozessautomatisierung im Gesundheitswesen gehen über diesen Aspekt hinaus. Angesichts der viel beklagten hohen Gesundheitskosten und Krankenkassenbeiträge kann RPA einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung im Gesundheitswesen, zur Steigerung der Betriebseffizienz und Produktivität sowie zu einer besseren Patientenbetreuung bei steigenden Patientenzahlen leisten. Schon heute nutzen viele der Patienten digitale Dienste wie Sprechstundenplanung, Zugang zur Krankengeschichte oder Abrechnungsinformationen«, erklärt Milad Safar, Managing Partner der Weissenberg Group.

 

Im Krankenhaus beispielsweise ist die Prozessautomatisierung für eine Vielzahl administrativer und klinischer Funktionen geeignet, die für die Verwaltung der Patientenkonten erforderlich sind – von der Vorregistrierung bis zur Rechnungserstellung. Aufgaben wie Patientenplanung und Pflegekoordination, Schadensbewertung, Verwaltung und Management oder klinische Dokumentationen, die bei manueller Ausführung extrem zeitaufwendig und fehleranfällig sind, können fehlerfrei und schnell von Softwarerobotern ausgeführt werden.

 

Die Übertragung zeit- und arbeitsintensiver Routineaufgaben an Softwareroboter verschafft dem medizinischen Personal mehr Zeit für die Patientenversorgung wie beispielsweise Differentialdiagnosen, was letztendlich dem Patienten und dem gesamten Gesundheitsmanagement zugutekommt.

 

Die RPA-Lösung der Weissenberg Group greift dabei auf das User-Interface von Applikationen zu und erledigt einfache, sich wiederholende Abläufe wie das Kopieren von Daten aus verschiedenen Systemen, das Ausfüllen von Formularen oder das Bearbeiten einfacher regelbasierter Anfragen schnell und fehlerfrei. Die zentralen Steuerungs- und Orchestrierungskomponenten der RPA-Lösung verfügen über alle für einen unternehmensweiten Einsatz erforderlichen Funktionen wie Monitoring, Alerting, Logging, Auditing, Scheduling sowie Rollen-/Benutzer-/Release- und Workload-Management und erlauben eine flexible Skalierbarkeit der Lösung.

 

Durch den Einsatz des von Weissenberg selbst entwickelten Process Recorders lassen sich im Vorfeld der Automatisierung exakte Ablaufdiagramme der zu automatisierenden Prozesse erstellen. Die gewonnenen Daten bilden nach Abschluss der Automatisierung die Grundlage für ein Process Monitoring mittels eines ebenfalls selbst entwickelten Dashboards, das eine exakte Messung der Effizienzsteigerung zulässt.

 


 

BPM oder RPA: Optimierungspotenzial von Geschäftsprozessen voll ausschöpfen

Illustration: Absmeier, Halhh

Im Wettbewerb müssen Unternehmer dafür sorgen, dass ihr Betrieb den Angeboten und Leistungen der Konkurrenz in nichts nachsteht. Das digitale Zeitalter fordert Modernisierungen sowie die Anpassung und Optimierung von Prozessen. Um dieses Ziel zu erreichen, können die Verantwortlichen verschiedene Methoden anwenden: Dazu zählen beispielsweise Business Process Management (BPM) – auch klassisch als Dunkelverarbeitung bekannt – sowie Robotic Process Automation (RPA). Aber welches Verfahren bietet sich in welcher Situation an? Können Unternehmen mit nur einer Lösung bessere Ergebnisse erzielen oder bildet die Verbindung beider Methoden die perfekte Strategie?

»Während sich bei RPA Softwareroboter als smarte Kollegen im Unternehmen nützlich machen, dient BPM eher dazu, alle Geschäftsabläufe zielgerichtet zu analysieren, zu modellieren und zu verbessern«, so Alexander Steiner, Chief Solution Architect der meta:proc GmbH. »Beide Methoden lassen sich unter derselben Zielsetzung anwenden, werden jedoch mit unterschiedlichen Strategien umgesetzt – RPA eher faktisch, BPM eher strategisch.«

Strategie mit System

Unternehmenserfolg hängt in vielen Fällen davon ab, wie gut interne Abläufe mit den Anforderungen der Kunden übereinstimmen. »Mithilfe von Business Process Management lassen sich Geschäftsprozesse digitalisieren, sprich modernisieren, und es kann eine agile Arbeitsweise eingeführt werden«, erklärt Steiner. »Die detaillierte Modellierung aller Abläufe, deren gezielte Durchführung und Überwachung sowie ständige Verbesserung bilden die Kernelemente.« So unterstützt die Methode die Verantwortlichen dabei, sich einen Überblick zu verschaffen, Prozesse neu zu definieren, abzubilden und letztendlich zu koordinieren – auch die Mitarbeiter betreffend. Auf diese Weise gelingt eine langfristige Verbesserung der Abläufe sowie infolgedessen die Fähigkeit, agil zu handeln. Zum Einsatz kommen häufig softwaregestützte Techniken, die vom Auftrag bis zum Kundenservice jegliche Geschäftsprozesse unterstützend begleiten. Dies gilt beispielsweise für papierlose Abläufe, bei denen Software sämtliche Arbeitsaufträge übernimmt und die Mitarbeiter entlastet.

Operation Softwareautomatisierung

Digitale Techniken bilden einen Schnittpunkt zwischen dem Managementkonzept und der Automatisierung von Geschäftsprozessen mithilfe von Softwarelösungen: Robotic Process Automation. »Virtuelle Mitarbeiter übernehmen vom Anwender den Umgang einzelner Benutzeroberflächen oder auch ganze Geschäftsprozesse inklusive Verwendung der dazugehörigen Benutzerschnittstellen wie beispielsweise Maus und Tastatur«, erläutert der Experte. »Die Software arbeitet anwendungsübergreifend und integrierend mit Programmierschnittstellen (APIs), REST-Schnittstellen, User-Interface-Automation (UIA) sowie automatischer Bild-, Muster- und Texterkennung auf allen Oberflächen des Computers.« Mithilfe der Automatisierung erhalten Arbeitskräfte mehr frei verfügbaren Zeitraum für Aufgaben, die individuelle Interaktionen und emotionales Urteilsvermögen erfordern. Softwareroboter imitieren und perfektionieren skalierbare Geschäftsprozesse in allen Bereichen rund um die Uhr mit einer Fehleranfälligkeit gegen null.

Eigene Interessen analysieren

Wem nützt nun also was? Wer profitiert von welcher Methode? »Grundsätzlich funktionieren BPM und RPA sehr gut zusammen«, weiß Chief Solution Architect Steiner. »Bei der strategischen Beobachtung und Optimierung von Geschäftsprozessen bietet sich RPA als Teillösung an. Gleichzeitig Bedarf der Einsatz von Softwareautomatisierungen nicht immer eines umfangreichen Managementkonzepts wie BPM.« Heißt: Während sich BPM auf die Gesamtabläufe fokussiert und das große Ganze überwacht, Potenziale sucht und Prozesse verbessert, kommt RPA eher punktuell zum Einsatz. Die Softwareroboter lassen sich sowohl bei einzelnen Abläufen als auch bei übergeordneten Geschäftsprozessen anwenden, arbeiten jedoch operativ und bilden kein Konzept für das gesamte Unternehmen. »RPA bildet die nächsthöhere Innovationsstufe in Richtung automatisierter Workforce nach ERP- und BPM-Systemen«, bekräftigt der Softwarespezialist. »Letztendlich kommt es darauf an, welches Ziel Unternehmen mit ihren Prozessoptimierungen verfolgen: eine ganzheitliche Strukturierung des Betriebs oder die Automatisierung repetitiver Tätigkeiten.«

Perfekte Kombination

Derzeit fokussieren sich Anbieter im Bereich Automatisierung noch auf den einen oder den anderen Ansatz. Allerdings geht der Trend mehr und mehr dahin, beide Verfahren miteinander zu kombinieren. Dies ermöglicht eine smarte Automatisierungslösung, die das Beste aus beiden Methoden beinhaltet. »Als Softwarespezialisten positionieren wir uns bewusst zwischen BPM und RPA: Damit haben die Anwender bei der Automatisierung eines Metaprozesses die Freiheit, auf Prozessschrittebene den jeweils effektiveren Ansatz bei der Umsetzung zu wählen«, so Steiner. Der Mehrwert des dynamischen Set-ups kann sich daraus ergeben, direkt zu Beginn ein entsprechendes hybrides, aber statisches Set-up zu wählen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, es entlang eines zeitlich definierten, langfristigen Migrationspfades zu führen, der den Schwerpunkt zwischen RPA und BRM nach und nach verschiebt. Letzteres ist beispielsweise sinnvoll, wenn RPA in einer Gesamtstrategie als Ausgangsbasis dient. Steiner bestätigt: »Oft wird in solchen Fällen Robotic Process Automation eingesetzt, um kurzfristige, aber – bezogen auf eine Gesamttransformation – nur temporäre Automatisierungserfolge zu erzielen, bis die für die BPM-Automatisierung notwendigen Grundlagen geschaffen wurden.«

Weitere Informationen finden Sie unter www.metaproc.com

 


 

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