SAP S/4HANA: Was bringt SAPs neue Softwaregeneration?

Die komplexen Geschäftsprozesse lassen Unternehmen zögern, die digitale Transformation mit Energie anzugehen. Die neue Softwaregeneration SAP Business Suite 4 SAP HANA, kurz SAP S/4HANA soll auch die Zögerlichen überzeugen sich dem Wandel zu stellen.

 

Erst die Finanzen, dann in einem Rutsch die Kundeninteraktion, der Handel, die Beschaffung und Bestandsverwaltung: Überall wo bisher schon die Kombination aus einer modernen User Experience und der In-Memory-Plattform SAP HANA zum Einsatz kam, soll sich nun eine neue Softwaregeneration seinen Weg bahnen. Im Tempo des Kunden vereint SAP nun mehr als 40 Jahre Erfahrung aus der Industrie unter Nutzung von SAP Fiori und SAP HANA in einem Produkt – der neuen Generation der Business Suite und auch größten Innovation seit SAP R/3, genannt SAP S/4HANA. Die wird entweder weitgehend standardisiert aus der Public Cloud, der Managed Private Cloud oder aber auf eigenen Systemen »on premise« zu haben sein.

SAP S/4HANA: Alle drei Monate neueste Entwicklungen via Cloud

Wobei allerdings die Priorität des Herstellers klar ist: Alle drei Monate spielt SAP die neuesten Entwicklungen auf die Cloud-Plattform, die spätestens alle halbe Jahre dann auch Private-Cloud-Anwender nutzen können. »Nur« einmal im Jahr werden Kunden neueste Technologien nutzen können, die nicht auf die Cloud setzen – ein Zyklus, der sich in der On-Premise-Welt allerdings eingebürgert hat. Die von SAP immer wieder genannten Simplifizierungs-Werkzeuge und Vorteile der Plattform SAP HANA sowie SAP Fiori für die Individualisierung, die User Experience und rollenbasierte Anwendungen verstehen sich in der neuen Generation von Business Software fast von selbst. Die Weiterentwicklung, nun in der neuen Produktfamilie SAP S/4HANA genannt – vereint alle diese Vereinfachungen und Innovationen in einem Produkt.

Was die neue Generation von Software ausmacht:

  • Der Fußabdruck der Daten wird reduziert: Wer heute sieben Terabyte Daten in seiner SAP Business Suite verarbeitet, wird künftig mit einem Zehntel der bisherigen Menge auskommen. Das beweist SAP schon durch die eigene Nutzung der Innovation, denn wie so oft hat SAP die Software zuerst bei sich eigeführt, »SAP runs S/4HANA«. Was die erste Generation der Software der neuen Generation mit Simple Finance bei SAP schon gezeigt hat, setzt sich in allen Funktionsbereichen der SAP Business Suite fort. Der Vorteil: Große Systeme und Datenmengen sind nicht mehr nötig. Weniger Hardware, geringere Netzwerkkapazitäten und Bandbreite für die Übertragung der Daten helfen CIOs, Kosten in der IT-Infrastruktur einzusparen.
  • Mehr Flexibilität für neue Geschäftsprozesse: Der Durchsatz der Systeme wird dadurch größer, da Aggregate und Indizes wegfallen. »Zwischenrechnungen« sind – wie schon von Simple Finance bekannt – nicht mehr nötig. Das beschleunigt die Berechnung bisher aufwendiger und komplexer Prozesse wie etwa von Finanzabschlüssen oder der Bedarfsplanung in der Logistik. Selbst Prognosen in der Vorratsplanung lassen sich nun zwischendurch machen. Diese »Echtzeitflexibilität«, wie sie der Global Vice President Co-Innovation Cloud Suite Sven Denecken nennt, hilft, »Was-wäre-wenn-Fragen« nebenbei zu beantworten. Dieser Vorteil kommt besonders dann zum Tragen, wenn Unternehmen eine aufgeräumte IT haben, also ihre IT-Landschaften konsolidiert und etwa wie SAP selbst konzernweit ein ERP-System einsetzen.
  • Je nach der jeweiligen Rolle nutzen: Je nach der Funktion im Unternehmen benötigen die Mitarbeiter Zugang zu diversen Datenquellen und sollten in der Lage sein, sie an einem Ort zusammenzuführen. So kann es etwa in der Logistik Sinn machen, auch Finanz- und Verkaufskennzahlen in die Entscheidung für die Beschaffung von Bauteilen mit einzubeziehen. »Neue Geschäftsprozesse lassen sich schnell umsetzen, auch außerhalb der bekannten strukturierten Prozesse. Speziell die Ad-hoc-Zusammenarbeit zur Lösung von neuen Problemstellungen sind eine Quelle für Innovation«, erläutert einer der verantwortliche Manager für die neue Softwaregeneration Denecken. SAP Fiori und die damit einhergehende Gestaltung von rollenspezifischen Oberflächen helfen einzelnen Mitarbeitern, auf ihren iPad-, Smartphone- oder Desktop-Fenstern und über Unternehmensgrenzen hinweg exakt die Informationen und Anwendungen zu nutzen und sich darauf zu beschränken, was sie für ihre spezifischen Aufgaben benötigen. »Kunden müssen die digitale Transformation mitgehen, dafür sind flexible Systeme nötig, die ohne großen Aufwand neue Prozesse verstehen«, erläutert SAP-Manager Denecken. Mit dazu gehört, dass die User Experience »stimmt«, die Bedienung intuitiv möglich ist, ohne große Erklärungen.
  • Analytische Komponenten einsetzen: Die Logistik, das Finanzwesen und die Bedarfsplanung erfordern immer häufiger und in immer kürzeren Abständen einen Blick auf den Stand der Dinge und den Vergleich etwa mit Zahlen aus dem gleichen Zeitraum des Vorjahres oder Vorquartals. Nur so lassen sich zuverlässige und solide Entscheidungen treffen. »Die Ad-hoc-Analyse wird künftig zum Alltag dazu gehören«, ist Denecken überzeugt.

Die neuen Zahlen bestätigen, dass die Entwicklung des Cloud-Geschäfts bei SAP weiter anzieht. Gegenüber 2013 legte das Cloud-Geschäft 2014 um 45 Prozent zu, auf jetzt 1,1 Milliarden Euro. »Es zeigt sich, dass unsere Strategie, eine nachhaltige Umstellung des Kunden auf die Cloud nach dem Tempo des Kunden die richtige ist. Und diese Innovation liefern wir nun auch on premise, denn Innovationsgeschwindigkeit wird wichtiger als das Liefermodell sein. Was zählt ist der Nutzen, den ich erzeugen kann, passend zur Situation des Unternehmens«, zeigt sich SAP-Manager Sven Denecken zufrieden. Klar ist: Die digitale Transformation wird künftig ein wichtiges Wörtchen über den Erfolg von Unternehmen mitreden. Je einfacher das gelingt, umso besser.

Andreas Schmitz

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SAP stellt mit SAP S/4HANA eine neue Generation von Unternehmenssoftware vor

 

Mit der SAP Business Suite 4 SAP HANA (SAP S/4HANA) soll die Business Suite der nächsten Generation den Unternehmen helfen, ihre Geschäftsabläufe vereinfachen zu können.

 

SAP S/4HANA basiert vollständig auf der In-Memory-Plattform SAP HANA; die nach modernsten Designprinzipien entwickelte Benutzeroberfläche SAP Fiori für mobile Geräte sorgt dabei für ein völlig neues Anwendererlebnis. Mit SAP S/4HANA können Kunden zahlreiche Innovationen und vereinfachte Prozesse verwirklichen, die nur mit Unterstützung von SAP HANA möglich sind. Gleichzeitig profitieren Kunden wie bisher von 40 Jahren SAP-Erfahrung in den unterschiedlichsten Branchen. SAP S/4HANA lässt sich in verschiedenen Betriebsmodellen – in der Cloud, lokal (On Premise) oder in einer hybriden Umgebung – nutzen und bietet damit maximale Wahlfreiheit.

»SAP definiert das Konzept des Enterprise Resource Planning für das 21. Jahrhundert neu. SAP S/4HANA verbindet Software und Anwender, so dass sie ihre Geschäfte in Echtzeit, vernetzt und einfach abwickeln können. Als Hasso Plattner SAP HANA entwickelt hat, wussten wir, dass die SAP Business Suite eines Tages für das digitale Zeitalter rundum erneuert werden muss. Weltweit müssen Unternehmen heute neue Märkte erschließen und mit ihren Kunden über eine Vielzahl an Kanälen in Kontakt stehen«, so Bill McDermott, Vorstandsvorsitzender von SAP. »Jetzt können sie dafür auf eine Innovationsplattform zurückgreifen, die ihnen weiteres Wachstum ermöglicht. Aus diesem Grund ist der 3. Februar ein historischer Tag für uns, denn unserer Ansicht nach läuten wir mit SAP S/4HANA an diesem Tag den Anfang vom Ende der IT-Architektur des 20. Jahrhunderts und der damit verbundenen Komplexität ein.«

Die neue Suite nutzt umfassend die technischen Möglichkeiten von SAP HANA wie In-Memory- und Echtzeitfunktionen, um alle Beschränkungen der Vergangenheit zu überwinden. SAP S/4HANA bietet somit einen unmittelbaren Mehrwert für alle Geschäftsbereiche und Branchen. So ermöglicht ein gesteuerter Konfigurationsprozess die einfache Implementierung. Weitere Vorteile sind eine unternehmensweit moderne Benutzeroberfläche auf nahezu allen Gerätetypen und für nahezu alle Anwenderprofile, ein vereinfachtes Datenmodell, unmittelbare Erkenntnisse in höchstmöglicher Granularität und neu konzipierte Geschäftsprozesse in Echtzeit.

SAP S/4HANA unterstützt Innovationen auf Basis vereinfacht ablaufender Prozesse. Menschen, Endgeräte und Geschäftsnetzwerke lassen sich in Echtzeit miteinander verknüpfen und somit neue Geschäftsmodelle viel schneller entwickeln. Dadurch wird auch ein schnellerer Zugriff auf das Internet der Dinge und auf Big Data möglich. Mit dem vereinfachten Datenmodell können Kunden ihre IT neu gestalten, Kosten senken und die Effizienz ihrer IT verbessern.

Die Lösung SAP Simple Finance, die im Juni 2014 vorgestellt wurde, und die über Echtzeitinformationen Innovationen in Finanzabteilungen ermöglicht, war der erste Schritt in der Roadmap von SAP S/4HANA.

»Die Innovationen von SAP HANA werden für den Versicherer New York Life eine zentrale Rolle spielen, um die eigenen Finanzprozesse zu optimieren. SAP HANA bietet uns eine einheitliche Sicht auf Finanzinformationen. Damit ist Konsistenz im ganzen Unternehmen gewährleistet, und wir sind in der Lage, selbst sehr komplexe Finanzaufgaben in Angriff zu nehmen und zu vereinfachen«, sagt Randy Gonzalez, Vice President und Head of Finance Transformation bei der Lebensversichererung New York Life. »Mit einer integrierten Lösung auf Basis der In-Memory-Plattform SAP HANA möchte New York Life neue Möglichkeiten erschließen, wie mit Hilfe von Daten – sowohl intern als auch extern – Entscheidungen getroffen werden können, die letzten Endes für uns und unsere Kunden sämtliche Prozesse einfacher gestalten.«

SAP S/4HANA wird ebenfalls das Cloud-Portfolio von SAP-Unternehmen wie Ariba, Fieldglass und SuccessFactors erweitern. Dank des umfassenden Angebots können Kunden künftig selbst bestimmen, in welchem Tempo sie auf die Cloud umsteigen möchten, während sie weiterhin von sämtlichen Integrations- und wirtschaftlichen Vorteilen ihrer implementierten SAP-Lösungen profitieren.

Viele, langjährige Partner von SAP sind bereit für den Vertrieb und unterstützen Kunden mit entsprechenden Services auf dem Weg zu mehr Einfachheit mit Hilfe von SAP S/4HANA. Partner und SAP werden Kunden den Wechsel zu SAP S/4HANA mit vordefinierten Migrations- und Implementierungspaketen für eine schnellere Wertschöpfung erleichtern. Referenzaussagen einiger Partner, die als Early Adopter bereits die Vorteile der neuen Business Suite kennengelernt haben – unter ihnen Accenture, Capgemini, Deloitte Consulting LLP, EY und PwC – lesen Sie in dem Dokument »Aussagen von SAP-Partnern: SAP stellt mit SAP S/4HANA eine neue Generation von Unternehmenssoftware vor«.

 

 

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SAP hat das neue Produkt SAP S/4HANA vorgestellt. Einzelne Vorstände der DSAG haben das Produkt unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet. Hier die Statements.

 

Zum Produkt allgemein

Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V.:

»SAP S/4HANA ist die Evolution der bisherigen SAP Business Suite. Das Produkt eignet sich für visionäre Unternehmen beziehungsweise Vorreiter, für die innovativ abgebildete Geschäftsprozesse einen großen Wettbewerbsvorteil darstellen. Für den Großteil der Unternehmen dürfte das Produkt noch Zukunft bleiben. Ihre Prioritäten liegen eher auf klassischen Projekten rund um das ERP-System.«

»Mit SAP S/4HANA bündelt SAP ihre Innovationen in einem neuen Produkt. Das bedeutet: das ERP, die Datenbank-Technologie HANA und neue verbesserte Anwendungen verschmelzen in einem Produkt, das über den Browser genutzt werden kann.«

 

Zum Betriebsmodell

Gerhard Göttert, Vorstand Anwendungsportfolio bei der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V.:

»Die Strategie der SAP, das neue Produkt SAP S/4HANA ihren Kunden sowohl On-Premise als auch in der Private und in der Public Cloud zur Verfügung zu stellen, ermöglicht den Unternehmen das für sie sinnvolle Betriebsmodell zu wählen. Wir erwarten, dass der Funktionsumfang von SAP S/4HANA für alle Betriebsmodelle identisch ist. Sollten jedoch Einschränkungen, auch im Vergleich zur existierenden SAP Business Suite, bestehen, müssen diese von SAP klar kommuniziert werden.«

»Mit der Verfügbarkeit von SAP S/4HANA für On-Premise-Lösungen bestätigt SAP, dass eine digitale Transformation auch auf Basis eines über Jahrzehnte erprobten und verlässlichen Betriebsmodells möglich ist. Die Komplexität der weit verbreiteten SAP-Unternehmenssoftware zu Gunsten von flexiblen und einfachen Anwendungen zu reduzieren, war immer eine Forderung der DSAG.«

Zum Übergang in die neue ERP-Welt

»Aus Sicht der DSAG ist die Tatsache erfreulich, dass Kunden grundsätzlich ein schrittweiser Übergang aus der bestehenden ERP-Welt in SAP S/4HANA ermöglicht wird. Wir erwarten in diesem Zusammenhang, dass die Kunden beim notwendigen Transformationsprozess von SAP begleitet werden. Auch hier, wie in anderen Bereichen, ist es wichtig, dass SAP den Business-Mehrwert von SAP S/4HANA anschaulich darstellt.«

Wahlfreiheit der Datenbank

»Wir sehen der weiteren Entwicklung von SAP S/4HANA gespannt entgegen. Konkret fordern wir, dass SAP u. a. eine »echte« Wahlfreiheit für die Kunden im Bereich der Datenbanken beibehält. Alternativen zur SAP-HANA-Datenbank müssen ohne Funktions- und Leistungseinschränkungen möglich bleiben.«

Zum Preismodell

Andreas Oczko, Vorstand Operations/Service & Support bei der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V.:

»Wir als DSAG sind davon überzeugt, dass die Kunden ein Anrecht darauf haben, dass über die Datenbank hinaus keine weiteren Lizenzkosten für SAP S/4HANA entstehen. Die Unternehmen werden sich die Entwicklung in diesem Bereich genau anschauen und sehen, ob das Produkt einen entsprechenden Mehrwert liefert.«

Weiterentwicklung von Bestandslösungen

»Die bei den Kunden bereits eingesetzten installierten Lösungen dürfen von SAP nicht außer Acht gelassen werden. Bestehende SAP-Produkte müssen im Rahmen der Wartungszusage von SAP bis 2025 signifikant weiterentwickelt werden, da die Kunden hier regelmäßig über die Wartungszahlungen in die Softwarepflege investieren. Die bestehenden Produkte müssen seitens SAP zumindest gleichberechtigt zu SAP S/4HANA behandelt werden.«

Über die DSAG
Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. in Walldorf versteht sich als eine unabhängige Interessenvertretung aller SAP-Anwender in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel der DSAG ist es, darauf hinzuwirken, dass bedarfsgerechte SAP-Lösungen geschaffen werden, sowie den Erfahrungs- und Informationsaustausch sowohl der SAP-Kunden untereinander als auch mit SAP zu fördern. Die 1997 als eingetragener Verein gegründete DSAG zählt heute über 2.900 Mitgliedsunternehmen mit über 50.000 Mitgliedspersonen und hat sich als eine der größten SAP-Anwendergruppen weltweit etabliert. Weitere Informationen finden Sie unter:
www.dsag.de, www.dsag.at, www.dsag-ev.ch