Schwächen durch Altsysteme beim lieferantengesteuerten Bestand (VMI)

screenshot (c) e2openVendor Managed Inventory (VMI)-Programme in Unternehmen nutzen die Chancen des Ansatzes nur unzureichend. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie [1]: Demnach betrachtet die Mehrheit der Befragten aus den unterschiedlichsten Branchen wie Produktion, Handel oder Telekommunikation, den Informationsaustausch mit den Partnern (etwa durch den Einsatz von ERP-Systemen oder auch manuelle Methoden) in erster Linie als zeitaufwendig, wohingegen nur 22 Prozent automatisierte B2B-Technologie einsetzen. Ein Drittel bewertet die Transparenz als »durchschnittlich« oder »nicht vorhanden« ein, während nur 26 Prozent über eine »hohe« Transparenz bis in die Bestände verfügen.

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen ein unterschwelliges Paradox: Obgleich das Interesse an Bestandsmanagement-Programmen (wie VMI) steigt, um damit Kosten zu reduzieren und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen, stehen Unternehmen immer noch vor großen Herausforderungen in der konkreten Umsetzung der Projekte. Die Schlüsselergebnisse der Untersuchung unterstreichen diesen Trend:

  • Bei fast 30 Prozent der Befragten wird VMI überhaupt nicht eingesetzt
  • Gleichzeitig sind die Vorteile solcher Programme deutlich: 36 Prozent geben an, dass zu viel Kapital im Bestand blockiert ist und 29 Prozent erklären, dass sie über Überschüsse und obsolete Bestände verfügen
  • Nur 33 Prozent der Befragten sehen in ihren Beständen optimierte Kosten und Service Level

»Die heutige Produktion ist geprägt von mehr Outsourcing, mehr Handelspartnern und mehr Wettbewerb – und gleichzeitig weniger Kontrolle, weniger Kapital und kürzeren Produktlebenszyklen. Deshalb orientieren sich Unternehmen zunehmend von traditionellen Bestandsmanagement-Programmen weg. Denn durch Partneranbindungen und Transparenz kann das Risiko von Umsatzeinbußen durch Fehlbestände oder Bestandsabschreibungen minimiert werden«, erklärt Michael Lindner, Vice President & General Manager für die internationalen Aktivitäten von E2open. »Obwohl VMI ein bewährter Ansatz für eine hoch reaktive, nachfrageorientierte Supply Chain ist, zeigt die aktuelle Studie, dass viele Unternehmen bei der Implementierung noch sehr abwartend agieren. Dabei liefern Investitionen in die richtigen Prozesse und Technologien im Bereich VMI zahlreiche Vorteile, sowohl für die Hersteller, als auch für die Lieferanten. Durch eine Echtzeit-Reaktionsfähigkeit auf potenzielle Nachfragesteigerungen oder Störungen im Lieferantennetzwerk kann der Bestand effizienter gesteuert und die Profitabilität erhöht werden. Durch unsere große Kompetenz und Erfahrung können wir unseren Partnern dabei helfen, VMI-Programme zu implementieren und Mehrwert aus ihren Supply Chains zu generieren.«

Die jährlich durchgeführte Studie weist dabei in den letzten Jahren einige deutliche Trends auf:

  • Der Einsatz von VMI sowohl auf der Einkaufs- als auch Verkaufsseite ist sehr selten. Nur bei 30 Prozent der Befragten findet sich dies, während VMI im Bereich des Einkaufs doppelt so häufig eingesetzt wird als im Vertrieb.
  • Transparenz bei zeitkritischen Supply Chain-Informationen ist immer noch eine Herausforderung. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sind nicht in der Lage, detaillierte tägliche Prognosen mit den Partnern auszutauschen.
  • Die Nachfrage nach einer besseren unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit im Bereich Bestandsmanagement ist ungebrochen. Fast ein Drittel sieht die Zusammenarbeit mit den Partnern als »schwach« oder »nicht sehr gut« an.
[1] Studie von Gatepoint Research im Auftrag des Spezialisten für Supply Chain Management in der Cloud E2open
https://www.e2open.com/resource-center/resource/vendor-managed-inventory-strategies-survey-results-2015
Mehr Informationen zu E2open unter www.E2open.com/de

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