SEPA und SOFORT werden immer beliebter in der DACH-Region

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Abgesehen von Kauf auf Rechnung, per PayPal oder Kreditkarte bezahlen die Deutschen am liebsten per SEPA-Lastschrift oder SOFORT-Überweisung im Internet. Neue Zahlungsverfahren, wie Apple Pay und SEPA Instant Payment kommen noch eher schleppend voran.

 

Apple Pay macht gerade von sich reden. Der Start in Deutschland zum Jahreswechsel löst aber nicht nur eitle Freude aus. Der Grund ist, dass die Mac-Company nicht bereit ist, die NFC-Schnittstelle für kontaktloses mobiles Bezahlen für Dritte zu öffnen. Somit ist das Bezahlen per Near Field Communication für iPhone-Nutzer nur in ausgewählten Geschäften mit dem betreffenden Apple-Pay-Logo möglich oder für Kunden der Deutschen Bank, die mit Apple exklusiv einen Vertrag geschlossen hat. Und so bleibt es meist beim Alten, dass das Bezahlen per NFC in Deutschland vornehmlich Android-Nutzern vorbehalten ist.

 

SEPA steht für mehr als nur Lastschrift

Das SEPA Instant Payment für Echtzeitüberweisungen, das Ende 2017 von der Hypovereinsbank erstmals eingeführte wurde, ist noch kaum etabliert. Aber auch das SEPA-Lastschriftverfahren kam anfangs nur schleppend voran. Das hat sich aber grundlegend geändert, was auch dem zu verdanken ist, dass das Verfahren im Laufe der Zeit sehr viel händler- und kundenfreundlicher ausgestaltet wurde.

So gilt zum Beispiel seit Ende 2016, dass die Vorlagefrist von Lastschriften bei einem anderen Geldinstitut oder einem Zahlungsdienstleister wie PAYMILL auf einen Interbankengeschäftstag begrenzt wurde. Vorher mussten Händler damit rechnen, dass eine Lastschrift von der kontoführenden Bank des Kunden bei einer Unterdeckung zum Beispiel bis fünf Tage später noch zurückgewiesen wurde. Endkunden wiederum können unautorisierte Lastschriftmandate innerhalb von 13 Monaten nach der Kontobelastung zurückabwickeln. Vor dem Hintergrund neuer Betrugsfälle empfehlen Experten daher, ihre Kontobewegungen regelmäßig zu überprüfen. Zudem können sich Händler gegen unberechtigte Rücklastschriften insofern schützen, dass mit der Erteilung eines gültigen SEPA-Lastschriftmandats die Zeit für eine mögliche Rücklastschrift auf 8 Wochen reduziert wird.

 

Rechnungskauf und per PayPal immer noch top

Nicht umsonst gehört die SEPA-Lastschrift (Single Euro Payments Area Direct Debit) trotz rückläufiger Zahlen laut EHI Handelsdaten.de immer noch zu den meist genutzten Bezahlverfahren in Onlineshops von Omnichannel-Händlern. Ganz oben stehen immer noch der Kauf auf Rechnung und Überweisung, die für Händler seit August 2014 und für Verbraucher seit Februar 2016 über das europaweite SEPA-Verfahren abgewickelt werden müssen.

PayPal und die Zahlung per Kreditkarte haben ebenfalls leicht verloren, sind aber immer noch auf Platz 3 und 4. Verloren hat auch der Kauf per Vorkasse, der sich bei Händlern großer Beliebtheit erfreut, weniger aber bei den Verbrauchern. Auf Platz 5 folgt dann bereits die, auch nur kurz SOFORT genannte, Sofortüberweisung der schwedischen Klarna-Gruppe, die damit neben PayPal und SEPA schon zu den beliebtesten Überweisungsverfahren aufgestiegen ist.

 

SOFORT rückt auf und hat Vorteile für alle Seiten

Der Vorteil des neuartigen SOFORT-Überweisungsverfahrens für Händler ist der, dass es sich wie eine Art Vorkasse verhält und ähnlich wie giropay mit einer sofortigen Zahlungsbestätigung einhergeht. Der Händler kann die Ware oder Dienstleistung somit sofort auf den Weg schicken, ohne befürchten zu müssen, dass er leer ausgeht.

Für höchste Sicherheit auf beiden Seiten sorgt, dass die Kontodaten nur beim Kunden liegen und nicht an den Händler gelangen. Hinzu kommt eine Zwei-Faktor-Authentifizierung mit PIN und TAN, die per SMS, über eine App oder einen TAN-Generator übermittelt wird. Die Kontodaten sind übrigens auch nicht für die Mitarbeiter der 2005 gegründeten Münchener SOFORT GmbH einsehbar, die das Online-Zahlungssystem entwickelt hat und 2014 von der Klarna-Gruppe übernommen wurde.

 

PAYMILL – der Partner für den internationalen Zahlungsverkehr
PAYMILL aus München deckt mit Kredit- und Debitkarten, mit PayPal, SEPA-Lastschrift und SOFORT bereits weltweite Zahlungen in mehr als 160 Ländern und über 100 Währungen ab und hat sich nicht umsonst innerhalb weniger Jahre zu einem der führenden Zahlungsdienstleister im deutschsprachigen Raum entwickelt.
Mit Oceantrips, Vermittler von atemberaubenden Karibik-Törns auf privat gehaltenen Segelbooten, und Oceanwide, Anbieter von einzigartigen Kreuzfahrten in Polarregionen, hat PAYMILL auch zwei niederländische Unternehmen für sich gewonnen. Ebenso den »Höhle der Löwen«-Gewinner FindPenguins, dessen Gründer Tobias Riedel in der Antarktis auf die Idee kam, eine Plattform für Reiseblogger zu entwickeln, denn die hatte er auf seiner Weltreise damals vermisst. Das hatte in der VOX-Sendung schließlich auch Jochen Schweizer überzeugt.
Eine im Herbst 2018 bekanntgegebene Kooperation mit We Chat Pay, dem chinesischen Pendant von Google Pay und Apple Pay des Shenzhener Internetriesen Tencent, eröffnet PAYMILL-Partnern ab 2019 einen Riesenmarkt mit über 600 Millionen Kunden. Zunächst gilt das nur für den Online-Handel, eine Offline-Bezahlmöglichkeit für chinesische Touristen in europäischen Souvenirgeschäften etwa, ist laut Vertrag mit der Schweizer PAYMILL-Mutter CYBERservices SA auch schon geplant.

 


 

Chancen und Risiken des digitalen Bezahlens

Digitale Bezahlmethoden sind zunehmend Teil des Verbraucheralltags.

Anlässlich des Safer Internet Day hat Bitkom in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage unter 1.005 Menschen in Deutschland die Verbrauchersicht auf das mobile Bezahlen untersucht [1]. Demnach hat fast jede/r dritte BundesbürgerIn (30 Prozent) schon per Smartphone oder Smartwatch mobil bezahlt, meist über einen sogenannten NFC-Dienst. 26 Prozent der BundesbürgerInnen haben solche NFC-Dienste bereits genutzt. Vor allem beim Einkaufen ist mobiles Bezahlen beliebt. Wer mobil zahlt, hat das meist im Supermarkt getan (53 Prozent) oder hat auf diesem Weg Mode, Technik oder Möbel eingekauft (34 Prozent der Mobile Payment Nutzer). Jeder Sechste (16 Prozent) hat so Fahrkarten im öffentlichen Nah- und Fernverkehr gekauft.

Größter Pluspunkt beim Mobile Payment ist für die meisten die Zeitersparnis. Vier von zehn Nutzern (38 Prozent) sind so schneller durch die Kasse im Geschäft gekommen. Gleichzeitig berichten sie auch von negativen Erfahrungen. Bei drei von zehn Mobilzahlern (29 Prozent) haben andere Personen den Vorgang skeptisch beäugt oder skeptisch kommentiert. Bei jedem Fünften (19 Prozent) kannten sich die KassiererInnen an den Kassen nicht mit dem Bezahlvorgang aus. Wer noch nicht mit Smartphone oder Smartwatch zahlt, hat häufig Sicherheitsbedenken. Sechs von zehn NichtanwenderInnen (60 Prozent) führen dies als Hauptgrund für ihre Zurückhaltung an. Für drei von zehn (28 Prozent) ist das mobile Bezahlen zu kompliziert, 13 Prozent der Nicht-AnwenderInnen wussten bisher gar nicht, dass es möglich ist per Smartphone oder Smartwatch zu zahlen. Unabhängig davon könnte inzwischen fast die Hälfte der BundesbürgerInnen auf Bargeld verzichten (44 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren). Im Vorjahr gaben dies erst 40 Prozent an.

 

Dr. Katarina Barley, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz:

»Datenschutz bedeutet Schutz von Privatsphäre und Selbstbestimmung. Neue digitale Bezahlmethoden bringen viele Vorteile – für Kundinnen und Kunden als auch für den Einzelhandel. Es ist aber wichtig, Datensicherheit von Anfang an mitzudenken. Verbraucherinnen und Verbraucher werden neue Bezahlmethoden erst akzeptieren, wenn sie ihnen vertrauen und das Bezahlen damit gleichzeitig unkompliziert möglich ist. Hier liegt es an der Wirtschaft, gute Modelle zu entwickeln.«

 

Achim Berg, Bitkom-Präsident:

»In Deutschland dominiert bis heute Bargeld. Bei uns heißt es oft »Cash only«. In anderen Ländern wie Dänemark lautet das Motto »No Cash«. Und so brauchen die Dänen nur 10 Minuten für ihre Steuererklärung, während man bei uns stundenlang Kassenzettel zusammensucht und ordnet. Schon bald werden sich auch bei uns digitale Bezahlformen durchsetzen. Insbesondere das mobile, kontaktlose Bezahlen spart Verbrauchern Zeit und reduziert lange Schlangen an Kassen oder Fahrkartenautomaten. Auch die Einzelhändler können vom digitalen Bezahlen profitieren. Sie haben beispielsweise weniger Ausgaben für Verwaltung, Transport und Schutz von Bargeld. Nicht zuletzt erschwert das digitale Bezahlen Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit. Steuerbetrüger und Geldwäscher haben es schwerer, wenn sich Zahlungsströme besser nachvollziehen lassen. Jetzt muss es darum gehen, das digitale Bezahlen für alle so komfortabel und sicher wie möglich zu machen.«

 

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.005 Bundesbürger ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.
https://www.bitkom.org/sites/default/files/2019-01/Bitkom-Pr%C3%A4sentation%20PK%20SID%202019.pdf

https://www.bitkom.org/sites/default/files/2019-01/Bitkom-Pr%C3%A4sentation%20PK%20SID%202019.pdf

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