Smartphone-Sicherheit: Mobile Nutzer sind die leichteren Ziele

Eine Umfrage anlässlich des Safer Internet Day rund um das Sicherheitsbewusstsein der Deutschen im Umgang mit ihren Smartphones hat ergeben, dass nur ein Fünftel der Deutschen die AGBs beim Download von Apps lesen [1]. 24,8 Prozent der Frauen und nur 16,3 Prozent der Männer gaben an, dies immer zu tun. Bei so manchem dürfte das Gewissen nagen – nur vier Prozent halten Apps grundsätzlich für harmlos. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Nahezu die Hälfte (47,6 Prozent) der Befragten fühlen sich demnach nicht für die Absicherung ihres Mobilgeräts verantwortlich.

»Nutzer müssen die Verantwortung für die Absicherung ihrer Smartphones übernehmen«, so Andreas Volkert, Experte für Online-Sicherheit bei Intel Security. »Nur durch einen bewussten Umgang mit dem Gerät, inklusive der gebotenen Vorsicht bei jedem Klick, jedem Download und einer technischen Absicherung, können sie sich schützen. Die Absicherung des eigenen Smartphones sollte jeder mindestens ebenso ernst nehmen, wie die Absicherung des PCs.«

Hacker machen mobil

Im Jahr 2014 zählte Intel Security über fünf Millionen neue Schadprogramme, die auf Mobilgeräte abzielen. Ende des Jahres 2013 hatten die Labs noch drei Millionen Varianten beobachtet, Ende 2012 eine Million. Für das Jahr 2015 rechnet Intel Security mit einem starken Wachstum bei Malvertising. Der Begriff bezeichnet virenverseuchte Werbeanzeigen, die häufig Mobilgerätenutzer im Visier haben. Zudem wird eine Zunahme von Erpresserprogrammen für Mobilgeräte ewartet.

Smartphone-Sicherheit? Nicht mein Problem

Dass AGBs selten gelesen werden, ist ein bekanntes Problem. Intel Security hat nach den Gründen dafür gefragt: Fast die Hälfte (47,5 Prozent) aller Befragten hat nach eigenen Angaben keine Zeit, die AGBs zu lesen, weiteren 12,4 Prozent sind diese schlichtweg »egal«. Ein Viertel (25 Prozent) gab auch an, den App-Stores zu vertrauen, 11 Prozent vertrauen den Entwicklern.

Mehr Frauen (55,9 Prozent) als Männer (50,1 Prozent) fühlen sich für die Sicherheit ihres Smartphones verantwortlich. Im Vergleich der Altersgruppen sehen vor allem die Befragten über 55 Jahren die Verantwortung nicht bei sich: 57,7 Prozent der 55-64-Jährigen und 54 Prozent der 65 Jährigen und älter sehen die Absicherung des Smartphones nicht als ihre Aufgabe an. Die 55-64-Jährigen wähnen sich zudem weniger in Gefahr als der Durchschnitt. In dieser Gruppe gaben über 10 Prozent an, dass sie kein Risiko für die Sicherheit ihres Smartphones erkennen könnten.

»Die gestiegene Bedrohungslage in Kombination mit dem noch immer geringen Sicherheitsbewusstsein erhöht das Risiko für Smartphone-Nutzer«, so Andreas Volkert. »Hackern ist die mangelnde Vorsicht zudem bewusst, sie sehen mobile Nutzer als leichtere Ziele.« Intel Security rät allen Smartphone-Nutzern, den Safer Internet Day zum Anlass für folgenden mobilen »Gesundheits-Check« zu machen:

  1. Wissen Sie, was Ihre Apps machen? Sehen Sie sich an, welche Berechtigungen Sie Ihren Apps erteilt haben. Ist es wirklich notwendig, dass manche Apps die Standortdaten tracken oder Zugriff auf Ihre Kontakte haben? Widerrufen Sie Berechtigungen, die Apps nicht haben müssen.
  2. Nutzen Sie eine PIN oder ein Passwort. Ein einfacher, aber sehr wirkungsvoller Tipp. So hat nicht jeder sofort Zugriff auf Ihre Daten, falls Ihnen Ihr Smartphone abhanden kommt.
  3. Machen Sie regelmäßig ein Backup Ihrer Daten? Tun Sie dies jeden Monat, damit Sie alle wichtigen und sensiblen Informationen parat haben, falls Ihr Handy einmal verloren geht oder gestohlen wird.
  4. Deaktivieren Sie automatische Logins für alle Apps. Deaktivieren Sie diese auch für Websites. Sollte ein Fremder Zugriff auf Ihr Smartphone erhalten, hat er keinen Zugriff auf die persönlichen Daten in diesen Anwendungen. Der Einsatz eines Passwort-Managers empfiehlt sich hier.
  5. Schenken Sie Ihrem Handy genauso viel Aufmerksamkeit wie Ihrem PC, wenn es um Sicherheit geht. Installieren Sie auch auf dem Smartphone eine Antivirus-App mit Anti-Diebstahlfunktionen und Schutz vor Viren und Malware.
[1] Umfrage von Intel Security. Die Frage, wer für die Sicherheit des eigenen Smartphones verantwortlich ist, beantworteten 775 deutsche Smartphone-Besitzer ab 18 Jahren. Die Frage nach den AGBs 894 deutsche Smartphone-Besitzer ab 18 Jahren. Die Umfrage wurde Anfang Februar 2015 durchgeführt.

infografik Intel Security - Safer Internet Day

 

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