Statement zu den IKT-Trends – Unified Communications, Interoperabilität und Sicherheit

Unified Communications,  Interoperabilität und  Sicherheit

Atemberaubende Entwicklungen in den nächsten fünf Jahren stehen bei der Informations- und Kommunikationstechnologie ins Haus.

Voice-over-IP hat die Art und Weise der Unternehmenskommunikation als Bestandteil von Geschäftsprozessen grundlegend neu definiert. Als Ergebnis dieses Wandels ist die Produktivität der Anwender deutlich gestiegen. Zwar wiesen Analysten für 2012 einen weltweiten Rückgang von zwei Prozent bei neuinstallierten Anlagenanschlüssen aus (Quelle: MZA Ltd.), doch dieser Rückgang basiert hauptsächlich auf einer sinkenden Anzahl von auf traditionellen Telekommunikationstechnologien basierenden Anschlüssen. Zugleich ist die Zahl IP–basierter Anlagenanschlüsse 2012 weltweit um elf Prozent gestiegen. Das Wachstum IP-basierter Teilnehmeranschlüsse lag bei zirka zwölf Prozent. Welche aber sind die drei wichtigsten Trends für 2014?

1. Trend: Unified Communications

Moderne IP-Telefone sind dank Firmware-Updates immer auf dem neuesten Stand und bieten eine hohe Investitionssicherheit. Selbst wenn sich das Wachstum abschwächen sollte, rechnet das Beratungshaus Frost & Sullivan damit, dass der Gesamtmarkt bis 2018 auf mehr als 34 Millionen Geräte pro Jahr zulegt. Für die zunehmende Verbreitung IP-basierter Lösungen gibt es zwei wesentliche Treiber: die inzwischen hochfunktionalen Lösungen auf Basis offener Standards und eben Unified Communications. UC ließ schon 2012 den Status von Testinstallationen hinter sich. Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile von UC und berücksichtigen die Technologie bei Neuinvestitionen. In erster Linie verbessern UC-Lösungen die Zusammenarbeit zwischen Partnern, ermöglichen eine bessere Strukturierung der Geschäftsabläufe und erlauben eine effizientere Einbindung mobiler und dezentral tätiger Mitarbeiter. Damit steigt die unternehmensweite Produktivität.

2. Trend: Interoperabilität

Auch vor dem Hintergrund von UC steht man in der Telekommunikation vor einer großen Herausforderung: es muss gelingen, Interoperabilität zwischen den Lösungen verschiedener Anbieter zu schaffen. Denn im Gegensatz zur klassischen Telefonie mit weitestgehend geschlossenen Lösungen wird der Markt heute von Netzwerkkomponenten- und Softwareanbietern getrieben, auf deren Produktbasis sich maßgeschneiderte Kommunikationslösungen bei Kunden, in der Cloud oder bei Serviceprovidern implementieren lassen. Der noch relativ junge, offene Standard SIP mit seinen unterschiedlichsten Interpretationsmöglichkeiten hat es sehr erschwert, interoperable Lösungen anzubieten. Inzwischen haben viele Anbieter aber erkannt, wie wichtig Interoperabilität ist – und entsprechende Investitionen getätigt. Dennoch besteht hier erheblicher Handlungsbedarf, um in Zukunft gemeinsame Standards wirksam umzusetzen.

3. Trend: Sicherheit

Sicherheit spielt in der Telekommunikation seit jeher eine wichtige Rolle, erscheint aber im Kontext des NSA-Skandals so aktuell wie lange nicht. Kaum ein Land hat ähnlich strenge Datenschutzbestimmungen wie Deutschland. Und selbst diese Gesetze sind keine Garantie dafür, dass man sensibel mit unseren Daten umgeht. Dabei ist Sicherheit das Thema, bei dem sich europäische Anbieter nachhaltig vom Wettbewerb absetzen können – und sollten. Auch abseits der aktuellen politischen Themen gibt es in diesem Bereich ganz praktische Fragen, denen sich Unternehmen widmen sollten. Wie etwa ist die effiziente Administration großer Installationen einfach und vor allem sicher zu bewerkstelligen? Firmen sollten dafür sorgen, dass ihre Endgeräte weltweit immer auf demselben technischen und funktionalen Stand sind – und zwar auch dann, wenn man sie in der Cloud betreibt. Darum gilt es, die Entwicklung in den Bereichen des Auto-Provisioning und der Fernwartung weiter voranzutreiben – natürlich ohne dabei den so wichtigen Sicherheitsaspekt aus den Augen zu verlieren.

Ausblick. Das Tischtelefon hat sich in den 125 Jahren seit seiner Erfindung stark weiterentwickelt. Doch die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Veränderungen in den vergangenen fünf Jahren und die absehbare Entwicklung in den kommenden fünf Jahren sind atemberaubend. Zum Beispiel werden open-source-basierte Lösungen von kreativen Entwicklern und Unternehmen weltweit angeboten und genutzt. Ein weiteres Beispiel ist Lync, die UC-Lösung von Microsoft: Lync Enterprise Voice verbindet die Telefonie-Optionen einer IP-PBX mit Chat-, Audio-, Video- und Konferenzfunktionen. Durch die Kombination von Lync und IP-Telefonen erhalten Anwender eine breite Palette an Möglichkeiten zum Teilen von Informationen. Dadurch steigen Produktivität und Umsatz, ohne dass die IT-Kosten ausufern. Gehostete Dienste machen den Einsatz und die Verwaltung der unterstützten Geräte noch einfacher. Dies mitzugestalten, ist eine unserer Aufgaben.


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Dr. Michael Knieling,
Vorstand der
snom technology AG

 

Titelbild: Shutterstock.com/Grajus