Streaming knapp hinter klassischem TV

Die neueste Ausgabe des internationalen TV & Media Reports des Ericsson ConsumerLab zeigt, dass Video-Streaming-Dienste mittlerweile fast auf dem Niveau des traditionellen Fernsehkonsums liegen. Danach schauen 75 Prozent der befragten Verbraucher in 23 Ländern mehrmals die Woche gestreamte Inhalte, das klassische TV-Angebot wird von 77 Prozent wöchentlich mehrfach genutzt.

Laut dieser Studie, die mittlerweile zum fünften Mal in jährlicher Folge durchgeführt wurde, ist außerdem fast jeder fünfte Verbraucher (19 Prozent) darauf vorbereitet, für das Anschauen seiner Lieblingssendungen auf jedem Endgerät zusätzliche Kosten zu tragen. Das bedeutet einen Zuwachs von 25 Prozent in nur zwei Jahren.

Auch die Zeit, die mit dem Konsum von Inhalten auf Smartphones und Tablet-PCs verbracht wird, steigt. Es fällt auf, dass zudem viele Verbraucher traditionelle Fernseh- und Pay-TV-Kanäle zur Speicherung interessanter Sendungen auf einem digitalen Videorekorder verwenden. Dies unterstützt einen weiteren Trend, das sogenannte »binge viewing«. Dabei geht es darum, verschiedene Folgen einer Sendung direkt hintereinander anzuschauen, anstatt auf die Fortsetzung der Serie zu warten. Dieses Verhalten begann sich bereits mit dem Angebot von DVD-Boxen kompletter TV-Staffeln abzuzeichnen und verstärkt sich im Zeitalter von Video-on-Demand-Angeboten wie Netflix und Hulu.

Niklas Heyman Rönnblom, Senior Advisor beim Ericsson ConsumerLab erklärt: »Unsere Untersuchungen zeigen, dass 56 Prozent derjenigen, die ein Video-on-Demand-Abo nutzen, auf alle Folgen einer TV-Serie zugreifen wollen, so dass sie selbst entscheiden können, wann sie einzelne Folgen anschauen möchten. Dies gilt nur für 45 Prozent der Nicht-Abo-Nutzer. Hier zeigt sich der Einfluss, den derartige Dienste auf das Nutzungsverhalten und die Anforderungen der Verbraucher ausüben.«

»Es gibt unterschiedliche Arten des Dauerkonsums: Einige Nutzer entdecken eine TV-Serie erst, wenn sie längst angelaufen ist, und wollen dann viele Folgen direkt nacheinander sehen, um Anschluss zu finden«, so Niklas Heyman Rönnblom. »Andere ziehen es vor, die gesamte Staffel nach ihrem persönlichen Zeitplan anzuschauen. Deshalb warten sie ab, bis diese komplett verfügbar ist.«

Obwohl 41 Prozent der Verbraucher ihre Lieblingssendungen überall anschauen möchten, sehen sie hierfür noch zwei Haupthindernisse: die Kosten für den Datenverkehr und die Kosten für das Angebot an Inhalten. Die Studie zeigt außerdem, dass viele Verbraucher keine Kompromisse bei der Qualität eingehen wollen. 43 Prozent geben sogar an, dass ihnen Ultra High Definition (UHD) wichtig sei.

Heyman Rönnblom ergänzt: »Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig: Medienunternehmen müssen die Art und Weise ihrer Inhalte-Produktion und deren Veröffentlichung überdenken. Anbieter von TV-Diensten müssen sich vor allem um die bestmögliche Bild- und Tonqualität kümmern – und zwar bei allen verwendeten Endgeräten. Die TV-Landschaft ändert sich. Geschäftsmodelle und die Verbreitung der Inhalte müssen mit diesen Veränderungen Schritt halten, um den Nutzern weiterhin einen fühlbaren Wert zu liefern.«

Die Untersuchungen für diesen Report wurden in Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Indonesien, Irland, Italien, Kanada, Malaysia, Mexiko, Portugal, Russland, Schweden, Singapur, Spanien, Südkorea, Taiwan, der Türkei, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten vorgenommen. Neben ausgewählten Tiefeninterviews wurden insgesamt rund 23.000 Online-Interviews mit Breitbandnutzern durchgeführt, deren Ergebnisse die Ansichten von über 620 Millionen Menschen weltweit repräsentieren.

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https://www.ericsson.com/

Umfangreiches PDF zum Downloaden:

TV-Media-2014-Ericsson-ConsumerLab_FINAL

 

Ericsson TV-Studie 1

 

Ericsson TV-Studie 2

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