Studie belegt: Connected Car stellt die Zukunft der Mobilität dar

Dank großer Marken wie Volkswagen, BMW und Daimler gilt Deutschland als internationaler Vorreiter bei der Verwirklichung von technologischen Innovationen in der Automobilindustrie. Sie bringen heute Pkws mit Connected-Car-Technologie auf den Markt.

Wie der Automobilsektor von neuen Technologien in Zukunft profitieren wird, das macht jetzt eine Umfrage unter 75 deutschen Fahrzeugherstellern und Technologiezulieferern klar. Die Ergebnisse der Befragung fasste das Analystenhaus PAC im Auftrag von Cognizant im Whitepaper mit dem Titel »Connected Car – Der Wachstumsmotor für die Industrie in Deutschland?« zusammen [1].

Ein Katalysator für den Automobilsektor

Laut Umfrage werden sich die Connected-Car-Technologien wie ein Katalysator auf den Automobilsektor auswirken: 67 % der befragten CXOs gehen davon aus, dass die Technologie vor allem in Neufahrzeuge eingebettet sein werden, wohingegen 27 % der Studienteilnehmer Connected Car als wichtigen Wachstumstreiber für »Aftermarkt«-Lösungen im Automobilbereich betrachten. Dazu zählt auch die On-Board-Diagnose in der 2. Generation (OBD II) in Kombination mit Smartphone-Apps. Sie spürt Fehler in Smart Apps von Drittanbietern auf und analysiert Verbraucherinformationen. So findet sie beispielsweise den niedrigsten Benzinpreis in der näheren Umgebung heraus. Nach einer vor kurzem veröffentlichten europaweiten Studie von Cognizant in Kooperation mit PAC, »Connected Car in Europe«, konzentrieren sich 67 % der Unternehmen auf die Entwicklung von Embedded-Lösungen im Automobilbereich, wohingegen 35 % mit Anwendungen für den Ersatzteilmarkt beschäftigt sind. Nur rund ein Drittel aller Befragten in Europa sehen in Connected-Car-Lösungen einen Treiber für ihr Aftersales-Geschäft.

Aktuell beschäftigen sich 46 % der deutschen Unternehmen mit Forschungs-, Design- und Entwicklungsarbeiten rund um das vernetzte Fahren. Die restlichen 34 % fokussieren sich auf den Rollout und den operativen Betrieb von Connected-Car-Services. Im Vergleich dazu: In Europa stehen etwas mehr als 40 % der Unternehmen im Produktionsmodus. 44 % der Befragten arbeiten derzeit in Forschung, Design und Entwicklung, und 35 % sind mitten in der Einführung und im laufenden Betrieb. Seit der Fokus auf innovativen Services wie Fahrerassistenz und Verkehrssicherheit liegt, gewinnen Connected-Car-Lösungen immer mehr an Bedeutung.

Aktueller Forschungsschwerpunkt der Automobilhersteller in Deutschland

Laut Analyse legen 83 % der befragten CXOs in Deutschland ihren aktuellen Forschungsschwerpunkt auf das Design und die Entwicklung von Dienstleistungen, die das Connected-Car-Erlebnis ausmachen, so beispielsweise Services für Navigation, News & Entertainment, Fahrerassistenz, Sicherheit und Kommunikation. Die erforderlichen Technologien für das Prinzip Connected Car sind bereits vorhanden und erprobt. In naher Zukunft wird sich alles um die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen und kundenorientierten Services drehen.

Trotz Zukunftsvisionen sind die Unternehmen weiterhin auch mit technologischen Fragestellungen beschäftigt: Laut Studie betrachten 80 % der befragten CXOs in Deutschland d die Integration von Software und Steuergeräten in Fahrzeugen als Hürde, zumal gängige Industriestandards zur Zeit immer noch fehlen. 79 % geben an, sich auf die Entwicklung und Integration von entsprechenden Backend-Systemen zu konzentrieren, um der Verbreitung von Consumer-Geräten mit unterschiedlichen Plattformen nachzukommen.

Mit dem Ziel Connected-Car-Technologien gewinnversprechend einzusetzen, sind Know-how und Fachkönnen in drei Kernbereichen gefragt:

1) die lokale Intelligenz im Fahrzeug

2) die Backend-Infrastruktur

3) die Konnektivität zwischen Fahrzeug und Backend, aber auch innerhalb des Fahrzeuges oder zwischen verschiedenen Fahrzeugen und Backend-Systemen.

Die Konnektivität ist entscheidend für die Funktionalität des vernetzten Fahrens, wobei ein Fokus auf der Vernetzung von Fahrzeugen und Fahrzeughaltern liegt. Fast die Hälfte der deutschen Umfrageteilnehmer gibt an, dass ihr Entwicklungsfokus aus technischer Sicht die Fahrer-Fahrzeug-Konnektivität darstellt. Im Vergleich dazu legen in Europa 45 % der Unternehmen einen sehr starken Wert auf die Vernetzung von Fahrzeug und Fahrer. In jedem der europäischen Länder richten vier von fünf Unternehmen entweder einen starken Fokus oder einen sehr starken Fokus auf die Vernetzung von Komponenten und Steuergeräten innerhalb eines Fahrzeugs sowie auf die Vernetzung von Fahrzeug und Fahrer.

Einige technologische Herausforderungen fordern die Fahrzeughersteller und Zulieferer in Deutschland weiter heraus. Dazu zählen vor allem die Definition eines passenden Abrechnungs- Modells für ihre Dienstleistungen (78 %) und das Sicherstellen eines einheitlichen Kundenerlebnisses (77 %). Besonders ein positives Kundenerlebnis wird für Fahrzeughersteller zum Differenzierungsmerkmal. So stehen beispielsweise für kommende Modellgenerationen besonders die Themen Konnektivität und mediale Inhalte im Mittelpunkt.

Innovative Partner – der Schlüssel zum Erfolg für den Automobilsektor

Fahrzeughersteller und Zulieferbetriebe wissen, dass sie für die Realisierung von Technologien und Services nicht ausreichend Ressourcen im eigenen Haus zur Verfügung stehen haben. Daher bestätigen 64 % der befragten Unternehmen in Deutschland, dass Connected-Car-Projekte ausschließlich zusammen mit externen Partnern umgesetzt werden können. 73 % erachten die Unterstützung von IT Service Providern als wichtig oder sehr wichtig für den eigenen Produktentwicklungsprozess.

In Europa betrachten 69 % der Automobilhersteller und Zulieferer die Produktentwicklung als gemeinsames Projekt mit externen Dienstleistern. Insbesondere Beratungs- und IT-Service-Anbieter sind für über 30 % der befragten Unternehmen sehr wichtig. Ein Mangel an Know-how und Personal in Bezug auf Connected-Car-Technologien hat zwar keine Auswirkung auf die Unternehmensstrategie, aber auf die betrieblichen Prozesse. Berücksichtigt man die aktuelle Personalsituation, so arbeiten weniger als 10 % der europäischen Arbeitskräfte an Connected-Car-Technologien, -Dienstleistungen oder -Angeboten.

»Die deutsche Automobilindustrie konzentriert sich auf das Thema Innovation im Automobilbau. Obwohl die Vorteile rund um Connected Car klar auf der Hand liegen, müssen einige technologische Hürden erst überwunden werden«, so Malleswara Kalary, Country Manager Germany & Austria, Cognizant. »Um ihre Fahrzeuge vom Mitbewerb zu differenzieren, müssen die Automobilhersteller auf die Integration von Social, Mobile, Analytics und Cloud (SMAC) achten und zudem Sensoren und Telematik-Daten einsetzen. Wenn sie große Investitionen in die richtigen Technologien tätigt, ist die deutsche Automobilindustrie in der Lage, sich über den Mitbewerb hinwegzusetzen und neue Mehrwerte für ihre internationalen Kunden anzubieten.«

 

grafik pac cognizant geschäftsmodelle connected cars

[1] Das White Paper zu »Connected Car in Germany« gibt es hier zum Download: PAC_White Paper_Connected Car in Germany_final

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