Studie: Kreditkartenbetrug in Deutschland auf dem Vormarsch

grafik fico falcon fraud managerEine aktuelle Untersuchung von zeigt, dass der Betrug mit Kreditkarten in Deutschland im letzten Jahr zugenommen hat [1]. Bei der Analyse von 7,5 Millionen aktiven in Deutschland ausgestellten Karten wurde festgestellt, dass die Betrugsverluste zwischen Oktober 2013 und September 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent gestiegen sind. Dieses Wachstum übertrifft das der Kartenzahlungen, welches insgesamt nur 5 Prozent betrug.

Die Zahl erfolgreicher Betrugsversuche ist um 30 Prozent gestiegen, während die Zahl autorisierter Transaktionen um lediglich 8 Prozent gestiegen ist.

»Insgesamt bewegen wir uns in Deutschland auf einem niedrigen Betrugsniveau«, sagt Martin Warwick, Fraud Chief bei FICO. »Bei den von uns untersuchten 270 Millionen Transaktionen lag der Betrugsanteil bei nur 0,07 Prozent – und die Schadenssumme bei lediglich 0,1 Prozent des Gesamtumsatzes. Aber die Steigerungsraten sind hoch und fordern erhöhte Aufmerksamkeit der Aussteller.«

Bemerkenswert ist für Warwick, dass die Zahl der betrügerischen Transaktionen schneller zunimmt als die der Betrugsverluste. Damit ist der Schaden im Schnitt niedriger als zuletzt. »Betrüger passen ihre Strategien ständig an. Es sieht so aus, als würden sie bei ihren Transaktionen auf kleinere Summen setzen, um die Betrugserkennung vermeintlich leichter zu umgehen.«

Online- und länderübergreifender Betrug dominieren

Die beiden Haupttrends, die Kartenbetrug ansteigen lassen, sind vor allem Betrugsmuster, bei denen die Karte nicht vorgelegt werden muss (Card not present-Fraud, CNP) – etwa bei Online-Bestellungen – und grenzübergreifender Kartenbetrug. CNP-Betrug ist für 70 Prozent der von FICO untersuchten Betrugsfälle die Ursache, grenzübergreifender Betrug ist für 80 Prozent der Betrugsfälle verantwortlich. Diese Überschneidung ergibt sich aus der Tatsache, dass viele dieser Fälle grenzübergreifender CNP-Betrug sind. Weil die meisten in Deutschland ausgestellten Karten Chips enthalten, macht der Betrug mit Chip-Karten – wie beispielsweise am Kartenlesegerät beim Händler – nur 10 Prozent des gesamten Betrugsvolumens aus.

»Die Zahlen spiegeln zwei wichtige Erkenntnisse wider«, analysiert Martin Warwick. »Erstens: Die Einführung chip-basierter Karten ist ein wichtiger Bestandteil der Betrugsbekämpfung. Aber das ist nicht genug: Weil CNP-Transaktionen nicht auf physischen Kartenschutzmaßnahmen beruhen, versuchen Kriminelle genau dies auszunutzen. Die Branche muss neueste Analytik einsetzen, um Betrug bei CNP-Transaktionen zu erkennen, und noch rigoroser mit Datensicherheit umgehen. Denn der Datendiebstahl von heute ist der Betrug von morgen.«

Im Fokus der Betrüger lag vor allem die Reise- und Tourismus-Branche: Reisebüros und Reiseveranstalter (16,1 Prozent), Fluglinien allgemein (4,5 Prozent) sowie Hotels und andere Unterkünfte (3,1 Prozent) verzeichneten kumuliert rund ein Viertel der Betrugsverluste.

[1] Studie von FICO, einem Anbieter von Predictive Analytics und Software für Entscheidungsmanagement und Betrugsbekämpfung.
Die neue Studie basiert auf der Analyse von Daten deutscher Kartenaussteller, die den FICO Falcon Fraud Manager nutzen. Diese Lösung schützt ein Drittel der Zahlungskarten in Deutschland vor Betrug. Diese Kartendaten fließen an das Falcon Fraud Consortium und werden genutzt, um regionale Prognose-Modelle für den Falcon Fraud Manager zu entwickeln. Der Falcon Fraud Manager ist die weltweit führende Lösung für das Betrugsmanagement von Kreditkarten und schützt mehr als 2,5 Milliarden aktive Zahlungskarten.

infografik fico credit card fraud detection