Studie: Unternehmen unterschätzen das interne Sicherheitsrisiko

Arbeits- und Privatleben gehen heutzutage nahtlos ineinander über. Die Kernergebnisse des »People-Inspired Security«-Reports verdeutlichen, dass Unternehmen einerseits davon profitieren, dass ihre Mitarbeiter Arbeit und Privatleben zusehends vereinen. Andererseits entstehen dadurch auch neue Sicherheitsrisiken, weil Compliance-Vorschriften zu oft außer Acht gelassen werden. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie, für die das Marktforschungsunternehmen OnePoll im Auftrag von Samsung 4.500 Büroangestellte in sieben europäischen Ländern befragt hat.

Die Studie befragte in Deutschland 1.000 Angestellte, wie ihnen der Spagat zwischen Berufs- und Privatleben gelingt. So nutzen Mitarbeiter oft ein und dasselbe mobile Endgerät für Arbeit und Privates. Dadurch werden Angestellte zu »Hired Hackers«: selbständige, technisch-affine Mitarbeiter, die Technologien und Anwendungen ihrer Wahl nutzen, um ihre Arbeit möglichst effizient erledigen zu können, ohne sich an die Compliance-Vorschriften ihres Unternehmens zu halten:

  • Im europäischen Vergleich agieren die deutschen Befragten jedoch immer noch vorsichtiger als der Durchschnitt der europäischen Kollegen (26 Prozent). Nur 20 Prozent umgehen Sicherheitsrichtlinien und nutzen eigene Apps, beispielsweise Filesharing-Dienste wie Dropbox, die auf Diensthandys gesperrt sind.
  • Vor allem mit IT im Alltag aufgewachsene Mitarbeiter, die heute zwischen 18 und 34 Jahre alt sind, gehen mit 30 Prozent besonders locker mit Sicherheitsrichtlinien um, wohingegen ältere Mitarbeiter vorsichtiger agieren. Dennoch umgehen diese sogenannten »Millennials« in Deutschland interne Vorgaben seltener als ihre Kollegen im übrigen Europa (36 Prozent).
  • Italiener gehen besonders lax (34 Prozent) mit Compliance-Vorschriften um.

»Die Studie zeigt, dass Anwender ihre Mobilgeräte für private und berufliche Zwecke nutzen wollen, je mehr Arbeits- und Privatleben zusammenwachsen«, erklärt Dr. Dimitrios Tsivrikos, Consumer und Business Psychologe, University College London. »Millennials, die im digitalen Zeitalter mit mobilen Technologien aufgewachsen sind, treiben diese Entwicklung voran, indem sie ihr Know-how dazu nutzen, um die IT für ihre Ziele möglichst effizient einzusetzen. Wo nicht bereits geschehen, müssen Unternehmen ihre Sicherheitsrichtlinien erweitern und aktualisieren, um auf diese Anforderungen reagieren zu können.«

Mobile Freiheit mit Grenzen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie verdeutlicht, dass bei vielen Angestellten Ahnungslosigkeit darüber herrscht, welche Sicherheitsvorgaben für ihre mobilen Endgeräte gelten. Die befragten deutschen Mitarbeiter stellen hier keine Ausnahme dar. Erfreulicherweise sind sie sich im Vergleich aber eher über die Vorschriften im Klaren als die europäischen Nachbarn:

  • 22 Prozent der Deutschen nutzen ihre privaten Endgeräte zum Arbeiten. Sie verschicken beispielsweise Geschäftsmails von ihrem privaten Tablet, ohne zu wissen, ob sie dies überhaupt dürfen. Der europäische Durchschnitt liegt bei 29 Prozent. Spitzenreiter bei der beruflichen Benutzung privater Mobilgeräte sind die Spanier (39 Prozent).
  • 47 Prozent der deutschen Mitarbeiter wissen gar nicht, ob ihr Arbeitgeber Vorschriften zur mobilen Sicherheit hat, kennen deren Inhalt nicht oder ignorieren die Vorschriften. Trotz dieser erschreckenden Zahl liegt Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt (55 Prozent).

Mitarbeiter für den verantwortungsvollen Umgebung mit Unternehmensdaten zu sensibilisieren und zu schulen, wird immer wichtiger – vor allem vor dem Hintergrund der EU-Datenschutzverordnung, die voraussichtlich im Lauf dieses Jahres erlassen wird. Der aktuelle Entwurf der Verordnung sieht Bußgelder von bis zu 100 Millionen Euro oder fünf Prozent des weltweiten Umsatzes für Unternehmen vor, die sich nicht an die Datenschutzrichtlinien halten.

»Je mehr Privat- und Berufsleben zusammenwachsen, desto mehr brauchen Unternehmen Lösungen, die sie dabei unterstützen, die Nutzung von persönlichen und geschäftlichen Daten auf mobilen Endgeräten ihrer Mitarbeiter sicher zu gestalten. Aus diesem Grund sind Tools wie Samsung KNOX so wichtig: Die Sicherheitslösung lässt sich auf die IT-Bedürfnisse des Unternehmens maßschneidern und ermöglicht es unter anderem, dass Mitarbeiter zwischen ihren persönlichen Apps und einem Passwort-geschützen Arbeitsbereich auf dem gleichen Gerät hin und her wechseln«, so Sascha Lekic, Director Sales B2B, Samsung Electronics Deutschland.

Arbeits- und Privatleben im Umbruch.

Laut Studie erledigen 68 Prozent Privatangelegenheiten während der Arbeitszeit, wiederum 77 Prozent arbeiten in ihrer Freizeit. 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie dadurch produktiver sind und mehr Aufgaben in derselben Zeit erledigen können. Mehr als ein Drittel hat zudem das Gefühl, seine Aufgaben effektiver handhaben zu können. 34 Prozent fühlen sich sogar weniger gestresst. Eine Schlüsselrolle spielen hierbei mobile Endgeräte. Deutsche Mitarbeiter haben durchschnittlich elf persönliche Apps wie Facebook, Whatsapp oder Candy Crush und neun Enterprise-Apps wie Microsoft Outlook oder Lync auf ihren Dienst-Smartphones installiert. 37 Prozent der befragten Angestellten nutzen ihr privates Smartphone für die Arbeit, wohingegen 29 Prozent ihr Geschäfts-Handy auch für private Zwecke einsetzen.

»Unsere Studie verdeutlicht, dass viele Mitarbeiter sich das Leben erleichtern, indem sie auf ihren mobilen Endgeräten private und berufliche Aufgaben erledigen, wann immer und wo immer sie wollen«, kommentiert Rob Orr, Vice President Enterprise Business, Samsung Europe die Studienergebnisse.

Weitere Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • 42 Prozent der Befragten geben an, dass sie produktiver sind, wenn sie private und berufliche Aufgaben auf ein und demselben Gerät erledigen können.
  • 33 Prozent der deutschen Angestellten bestätigen, dass es noch nie zuvor so viele Anknüpfungspunkte zwischen Privat- und Arbeitsleben gab wie derzeit.
  • 68 Prozent derjenigen, die persönliche Aufgaben während der Arbeitszeit erledigen, verbringen eine halbe Stunde täglich damit, Rechnungen zu zahlen und Bankgeschäfte zu tätigen.
  • Fast die Hälfte derjenigen, die angeben, in ihrer Freizeit zu arbeiten, wenden täglich 45 Minuten auf, bevor sie mit ihrer beruflichen Arbeit beginnen.
  • An der Spitze derjenigen, die Arbeit und Privatleben vereinen, sind die Italiener: 90 Prozent arbeiten in der Freizeit, umgekehrt erledigen 86 Prozent in ihrer Arbeitszeit Persönliches.

 


 

Der vollständige Studienreport ist unter www.samsungatwork.com erhältlich.

Über die Studie

Für die Studie hat das unabhängige Marktforschungsunternehmen OnePoll zwischen dem 27. Mai und 9. Juni 2014 europäische Angestellte befragt, die mit mobilen Endgeräten arbeiten. Die gesamteuropäischen Ergebnisse stammen aus einer Umfrage mit 4.500 Teilnehmern, je 1.000 aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich sowie je 500 aus Spanien, Italien, Belgien und den Niederlanden. Die Ergebnisse aus Belgien und den Niederlanden beziehen sich neben der OnePoll-Umfrage auch auf eine Studie von Vision Critical mit 500 zusätzlichen Teilnehmern aus den beiden Ländern.

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