Trend zur Individualisierung und Personalisierung: Self-Service Business Intelligence

Der viel zitierte Trend zur Individualisierung beschränkt sich bei Weitem nicht nur auf das Privatleben. Zusammen mit dem Verflachen der Hierarchien und dem Siegeszug des Internets lässt sich seit den Achtzigerjahren eine kontinuierliche Veränderung beobachten, die sich auch am Umgang mit den Unternehmensdaten und der Entwicklung der Business Intelligence (BI) nachzeichnen lässt. Entsprechend erwarten beispielsweise die Experten von Gartner, dass bis 2017 nicht mehr nur die Analysten Zugang zu Self-Service-Business-Intelligence-Tools haben werden. Vielmehr sollen bis dahin auch die meisten Business-User diese einsetzen können, um Daten für die Analyse vorzubereiten.

Verflachung der Hierarchien

In den 1980er-Jahren war Entscheidungsfindung in Unternehmen stark hierarchisch geprägt. Das Reporting lag ausschließlich in den Händen leitender Angestellter und der Vorstand entschied, welche Ziele auf welchem Weg zu erreichen waren, basierend auf dem allein ihm vorliegenden Datenmaterial. In den 90ern entwickelten sich etwas stärker fragmentierte Strukturen. Das führte unter anderem dazu, dass unterschiedliche Abteilungen ihre eigenen Versionen von Corporate Data präsentierten. Datensilos entstanden innerhalb eines Systems und Unternehmen hatten mit ungenauen, divergierenden Einschätzungen zu Daten zu kämpfen – ein Erbe, das in vielen Unternehmen bis heute Bestand hat.

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Individualisierung

Aber nicht nur die Verflachung der Hierarchien und das weitgehende Verschwinden des mittleren Managements, sondern auch die zunehmende Individualisierung und Personalisierung erfordern es, Business Intelligence neu zu definieren und Self-Service-BI aktiv einzusetzen. Besonders deutlich lässt sich die Notwendigkeit zur Veränderung am aktuellen Kundenverhalten beobachten. Dieses verlangt immer stärker nach Individualisierung und belohnt Individualisierungskampagnen, wie sie zum Beispiel bei Coca Cola oder Nutella zu sehen waren. Auch die Zunahme personalisierter Werbung, der Trend zum Selfie oder das »i« in Apple-Produktnamen sind Merkmale der Individualisierung unsere Gesellschaften.

Die Erwartung als Individuum erkannt und als solches behandelt zu werden, überträgt sich auch auf den Arbeitsplatz und Unternehmen reagieren entsprechend auf die neuen Anforderungen ihrer Mitarbeiter. Dies trägt neben anderen Trends wie »Bring Your Own Device« (BYOD) oder »Choose Your Own Device« (CYOD) dazu bei, dass Unternehmen Mitarbeitern verstärkt Einsichten in ihre Daten gewähren.

Mehr als die Summe der Teile

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Der Wandel am Arbeitsplatz ist jedoch nicht nur als Entgegenkommen der Unternehmen zu verstehen. Denn mit den passenden Tools und entsprechender Anpassungen der Unternehmenskultur kann aus dem Trend zur Individualisierung eine deutliche Erhöhung der Produktivität erzielt werden. Ermöglicht wird dies zum Beispiel durch Self-Service-BI-Tools, wie Info Apps, die interaktiv und schnell direkte Antworten auf spezifische Fragen liefern und so neuen Nutzergruppen den Zugang zu Firmendaten gewähren. Immer mehr Unternehmen nutzen solche Anwendungen, um tiefgreifende Reportings und Analysen auf allen Unternehmensebenen aus ihren Daten zu gewinnen, die neben Analysten und Power Usern auch Business Usern zur Verfügung stehen. Diese erhalten dadurch genau die Daten, die sie brauchen, im gewünschten Format. Mitarbeiter mit Kundenkontakt können die Daten ortsunabhängig einsehen, die für ihre Aufgaben wichtig sind, um besser informierte Entscheidungen in Echtzeit zu treffen. Über das Unternehmen hinweg gesehen bringt das nicht nur bessere Einzelergebnisse. Die Summe der besseren Entscheidungen und die Erhöhung der Produktivität bedeuten auch einen langfristigen, deutlichen Wettbewerbsvorteil.

autor sylvain pavlowski scp information buildersSylvain Pavlowski, Senior Vice President of Europe Sales bei Information Builders über die Auswirkungen gesellschaftlicher Entwicklungen auf Unternehmensdaten