Trends 2015 in der Speicherwelt

speicher diskette ms freeStorage ist die kritischste Komponente im Rechenzentrum und die kostspieligste. Flash, SDS, Cloud – Ansätze, das Problem zu lösen, gibt es viele. Und es gibt Bewegung überall im Markt. Aber welche Innovationen bringen wirklich etwas? Wann wird die Cloud demokratisch und warum sollte man einen Ferrari nicht mit verbunden Augen fahren? Peter Mahlmeister von Tintri blickt in die nähere Zukunft der Storage-Industrie.

 

Software-Innovationen holen das Beste aus den Hardware-Innovationen der letzten fünf Jahre heraus.

In den letzten Jahren hießen die beiden größten Probleme bei Storage Performance und Kosten. Die Industrie reagiert nun mit Hardware-Innovationen darauf: Der Einsatz von Flash, Multi-Core-Prozessoren und 10 GB Ethernet gehört dazu. Das drängendste Problem ist das Datenmanagement, das LUNs, Volumes und andere ältere Konzepte abstrahieren kann. Seitdem die IT in VMs denkt, wäre die natürliche Lösung dieses Problems, Speicher in VMs zu verwalten. Die resultierende Sichtbarkeit, Automation und Analysemöglichkeiten würden die Möglichkeiten der Hardware in vollem Umfang ausnutzen. Ähnlich war es bei Tablet-Computern, die ohne Apples iOS nicht den Markt transformiert hätten. Im Storage-Umfeld werden Software-Innovationen eine ähnliche Transformation des Marktes bewirken.

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IT-Laien können Storage verwalten

Konventioneller Speicher ist schwierig zu verwalten, und es braucht Spezialisten, die sich mit LUNs, Volumes und RAID genauestens auskennen. Das Ergebnis sind Speicher, die als »Black Boxes« daherkommen und entsprechend schwierig zu verwalten sind. Die Silos in der IT werden jedoch Stück für Stück abgetragen. Generalisten, Virtualisierungs-Admins, System-Engineers und Software-Entwickler nehmen sich jeweils ein Stück von Server, Virtualisierung und Storage. Dies verschafft dem Speicher-Administrator Freiraum. So kann er sich intensiver strategischen Projekten widmen, statt ständig an LUNs und Volumens herumschrauben zu müssen.

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Die Cloud wird demokratisch

Amazon und Google verlieren langsam ihre Vormachtstellung. Die Private Cloud bietet Unternehmen bei genauem Hinsehen oft mehr: Die Sicherheitsrisiken der Public Cloud sind bestens dokumentiert. Auch wirtschaftlich ergeben die Angebote von Google und Amazon oft keinen Sinn. Zudem zwingen Integration von Unternehmensapplikationen in der Cloud Unternehmen, die Private Cloud ins Auge zu fassen. Die Möglichkeiten der Public Cloud werden alle auch in der Privaten Cloud umsetzbar sein, was es Unternehmen erlaubt, einfach zu skalieren, echte Datensicherheit und Datenschutz zu gewährleisten, besser zu Automatisieren und letzten Endes Kosten zu reduzieren. Serviceprovider werden dieses neue Geschäftsfeld, Private Clouds für Organisationen zu verwalten, schon sehr bald angehen.

 

OpenStack wird endlich wahr

Über OpenStack wird schon seit 2010 gesprochen. 2015 wird das Thema durch die Unterstützung von IBM, HP, Cisco, Red Hat, Oracle und VMware nun endlich Realität. Unternehmen werden sich ernsthaft mit OpenStack auseinandersetzen müssen. Anfänglich werden sich die Softwareentwickler mit den neuen Möglichkeiten beschäftigen. Denn hier scheint die Flexibilität und Agilität von OpenStack am meisten zu bieten. Sind die Vorteile erst einmal erkannt, wird OpenStack schon sehr bald seinen Weg in andere Teile des Unternehmens finden.

 

All-Flash ist wie Ferrari fahren – mit verbundenen Augen

Kunden werden einsehen, dass derzeit als Heilsbringer angebotene Flash-Systeme im Prinzip keinen zusätzlichen Wert bieten, weil sie nicht die Wurzel allen Übels im Rechenzentrum beseitigen. Flash-Performance ohne eingebettete Intelligenz gleicht einer Fahrt im Ferrari – aber mit verbundenen Augen. Das kann eine Zeit sicher sehr cool sein, ist auf längere Sicht gesehen aber nicht besonders klug. Schnell ist gut und schön. Wenn man jedoch nicht weiß, wohin die Fahrt geht ist der schöne Rausch schnell dahin. Anbieter von Flash-Systemen, die ihre Kunden weiterhin zwingen in LUNs und Volumes zu denken, werden sehr schnell ihren Marktreiz verlieren.

 

Service Provider erkennen Storage als Wettbewerbsvorteil

Cloudservice-Provider sind bei Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bereits wettbewerbsfähig. Dort hat man den Fokus in der Vergangenheit auf das Netzwerk gelegt. So mancher Provider hat jedoch festgestellt, dass Storage ihre Performance noch verbessern kann. Sie schaffen dies, indem sie Speicher einsetzen, der eine genaue Preiskalkulation und Servicequalität ermöglicht. Das schafft zufriedenere Kunden, die sich eben nicht nur auf reine Vermutungen stützen müssen. Speicheranbieter, die sich derart differenziert aufstellen, werden bestens vorbereitet sein, um die Möglichkeiten der neuen Private-Cloud-Welle nutzen zu können.

Peter Mahlmeister

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Peter Mahlmeister, Country Manager DACH bei Tintri