Trends im Markt digitaler Publikationen – speziell Nachschlagewerke und Wörterbücher

Die Paragon Software Group veröffentlicht die wichtigsten Trends im Markt digitaler Publikationen. Die Zahlen stützen sich unter anderem auf die Anzahl der Wörterbücher und Nachschlagewerke, die bislang 2014 weltweit in den bedeutendsten App-Stores heruntergeladen und verkauft wurden. Laut führender Marktforschungsinstitute (etwa analytic reports) behaupten sich Bildungs- und Nachschlage-Apps an der Spitze – sowohl für Android als auch für iOS. Gleichwohl zeichnet sich mit zunehmender Reife des Marktes eine fallende Tendenz für iOS-Apps ab. Die jüngsten Zahlen der Analytiker bei Paragon Software bestätigen diese Tendenz.

Paragons Nachschlage-Apps in 38 Sprachen wurden zusammen mit den weltweit führenden Verlagshäusern entwickelt und werden von Millionen Usern und akademischen Einrichtungen genutzt. Die weiter unter stehenden Grafiken zeigen Paragons primäre Absatzmärkte hinsichtlich Downloads und Erträgen. Zu den umsatzstärksten Ländern gehören Deutschland, die USA, Russland, Österreich und die Schweiz. Die deutschsprachigen Länder in Europa erwirtschaften beinahe 45 % des Unternehmensumsatzes und 28 % der Downloads.

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In den vergangenen zwei Jahren hat auf dem Markt für Mobilgeräte das Freemium-Geschäftsmodell stark zugenommen. Freemium gestattet Usern das kostenlose Ausprobieren von Apps, bevor sie diese dann in einem App-Store kaufen. Paragon Software hat ebenfalls zum Freemium-Geschäftsmodell gewechselt und bietet Usern die Möglichkeit, Wörterbücher und ihre Funktionen zunächst auszuprobieren und so das richtige Wörterbuch für ihren Kenntnisstand in der jeweiligen Sprache zu finden.

Von Freemium profitieren besonders Sprachlehrer, die auf diese Weise das optimale Wörterbuch für ihre Schüler und Studenten finden und es günstig im Rahmen einer Volumenlizenz erwerben können. Leider nehmen akademische Einrichtungen elektronische Nachschlagewerke nur zögerlich an. Viele Lehrer lehnen neue Geräte und Wörterbücher in App-Form für ihre Klasse ab und bevorzugen klassische Unterrichtsmaterialien und Printausgaben. Wörterbuch-Apps gelten im Unterricht allenfalls als Ergänzung.

Die Einführung des neuen Geschäftsmodells hat Paragons Anteile an genutzten Plattformen stark von iOS zu Android verschoben. Android-User haben in den ersten 9 Monaten im Jahr 2014 schon für 76 % des Downloadverkehrs gesorgt, im Jahr zuvor waren es nur 18 %. Dennoch bleibt der Erlös aus Android-Apps seit zwei Jahren gleich – viele Android-User wollen kostenlose oder günstige Apps und sind nur zögerlich bereit, für Premium-Inhalte entsprechend zu zahlen.

 

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Auch in die Ertragsverteilung von mobilen und stationären Plattformen hat sich im Jahr 2014 einiges getan: iOS bringt weiterhin den meisten Umsatz, doch die Erträge von Windows Phone und Windows 8 haben sich verdreifacht. Dabei hat sich gleichzeitig für beide Plattformen die Downloadrate für Wörterbuch-Apps deutlich verringert (von 8,4 % auf 0,4 % beziehungsweise von 5,06 % auf 0,2 %). Weniger Downloads bedeuten nicht gleich weniger Umsatz: auch die Erträge für Apple-Plattformen (OS X) steigen um 2,5 %, denn dieses Betriebssystem erfreut sich weltweit zunehmender Beliebtheit. Paragons Zahlen wurden unmittelbar vor der Veröffentlichung von iOS 8 erfasst, doch zeigen vorläufige Erhebungen keine Trendwende seit dem 10. September.

 

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Der jüngste Überblick über Kundengruppen verrät, dass ganz überwiegend Sprachschüler und -studenten zu den Kunden von Paragon Software zählen, nur 10 % sind Lehrer und Lehrerinnen. Jedoch ist auch die Gruppe der Geschäftsleute mit annähernd 20 % stark vertreten, vermutlich brauchen diese die Apps für die Kommunikation mit anderssprachigen Kollegen. Das bestätigt den Trend, dass Geschäftsleute in einer zunehmend globalisierten Arbeitswelt Fremdsprachen fließend beherrschen müssen.

Alle Statistiken sind auch unter https://slovoed.com/press/de/22.10.2014/ zu finden.

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