Unterbrechungsfreie Außenübertragung mit SD-WAN

MDR: erfolgreicher Absprung zu mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit.

 

Die Spannung steigt. Der zweite Durchgang des Skispringens bei der Nordischen Ski-WM geht in die finale Phase. Nur noch ein Springer wartet auf das »Go« für seinen Absprung vom Schanzentisch. Die Menge tobt, und auch die Radiozuhörer fiebern mit, wer sich wohl den Weltmeistertitel holen wird. Der Trainer gibt das Startsignal, der letzte Skispringer hebt ab – und auf einmal ist die Verbindung zur Live-Übertragung unterbrochen. Das Ergebnis: Tausende Sportbegeisterte sitzen verärgert vor dem Radio, weil sie den Siegessprung verpasst haben, und es hagelt herbe Kritik am Sender. Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, ergänzt der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) seine bereits vorhandenen Systeme für Außenübertragungen um die ausfallsicheren Router-Lösungen von Peplink.

Der MDR produziert ein abwechslungsreiches Programm – sowohl speziell für Mitteldeutschland als auch für den Rest Deutschlands über die Gemeinschaftsangebote wie Das Erste oder KIKA. Dabei stehen oft auch Außenübertragungen wie zum Beispiel Berichterstattungen von Sportereignissen, politischen Veranstaltungen, Konzerten etc. an, bei denen es Verbindungsunterbrechungen unbedingt zu vermeiden gilt. Die Gewährleistung der Ausfallsicherheit bei Außeneinsätzen ist für die Zufriedenheit der Zuschauer essenziell wichtig und trägt maßgeblich dazu bei, das Image des Senders aufrechtzuerhalten. Niemand möchte aufgrund einer Signalstörung den entscheidenden Moment eines aktuellen Ereignisses verpassen, das live per TV, Radio oder Internet ausgestrahlt wird. Bei einer Unterbrechung wechselt der Zuschauer oder Zuhörer voraussichtlich sofort den Sender – sofern dies überhaupt möglich ist. Denn gewisse Live-Übertragungen werden exklusiv nur bei einem einzigen Sender ausgestrahlt. Hinzu kommt, dass häufig schon kleinste Unterbrechungen dafür sorgen, eine spannende Szene, wie den Absprung des letzten Skispringers, der nur wenige Sekunden dauert, zu versäumen. Da hilft auch kein Umschalten mehr, und wütendes Publikum ist vorprogrammiert. Um derartigen Verbindungsstörungen vorzubeugen, entschied sich der MDR dazu, nach einer zusätzlichen Router-Lösung für mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit zu suchen. Diese sollte speziell für Außenübertragungen geeignet sein und sich einfach an die Nutzerbedürfnisse anpassen lassen. Ziel war es, zu schon bestehenden WAN-Anschlüssen ein Leitungsbackup zu erhalten. Außerdem sollte die Lösung eine flexible Bereitstellung von Übertragungskapazitäten, unabhängig von kabelgebundenen Anbindungen, ermöglichen.

»Speziell im aktuellen Geschäft gibt es das Problem der kurzfristigen Bereitstellung von Internetanbindungen«, erklärt Uwe Schumann, Mitarbeiter der Abteilung Übertragungssysteme und Netze beim MDR. Die Provider fordern einen erheblichen Vorlauf von mindestens drei bis sechs Wochen zur Bereitstellung der Anbindungen. Daher haben wir nach einer Lösung gesucht, mit der wir zeitnah Kapazitäten zur Verfügung gestellt bekommen.«

 

Mehrwert-Distributor Vitel lieferte passende Lösung

Nach ausgiebiger Recherche im Internet wurde der MDR auf den Value-Added-Distributor Vitel und die Produkte von Peplink aufmerksam. Im Erstkontakt führten die Verantwortlichen der Hörfunk- und Fernsehanstalt Gespräche mit der Vitel GmbH und deren Partner Ascend, um die Anforderungen des MDR zu definieren. Als Mitbewerber stand der Hersteller Viprinet in der engeren Auswahl. »Letztendlich haben uns die Peplink-Lösungen durch ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ihre intuitive Bedienbarkeit überzeugt«, sagt Uwe Schumann. »Die vielseitige Produktpalette, darunter vor allem auch die zentrale Management-Plattform InControl2, und die Flexibilität des Netzwerkroutings entsprachen genau unseren Vorstellungen.«

Bei der spezifischen Auswahl der einzelnen Produkte standen Vitel und die Ascend GmbH dem MDR beratend zur Seite. Die Entscheidung fiel schließlich auf die Router-Lösungen Balance 710, MAX HD4 LTE-A und MAX Transit Duo LTE-A. Auch Peplinks cloudbasiertes Geräteverwaltungs-, Überwachungs- und Reporting-Werkzeug InControl2 ist im Einsatz und wurde auf einem vorhandenen VMware Server installiert.

 

Optimale Verbindung dank leistungsstarker Peplink-Geräte

Der MDR setzt drei Balance 710er Hubs ein, um die Rechenzentren zu vernetzen und eine Georedundanz für die Endgeräte zu schaffen. Dazu sind zwei der Geräte an verschiedenen Standorten verbaut. Der dritte Router fungiert als Ersatzgerät, falls einer der anderen beiden ausfallen sollte. Über die 710er Hubs können sich die MAX HD4- und MAX Transit Duo-Router per SpeedFusion-Tunnel mit den jeweiligen Standortnetzwerken verbinden. Auf diese Weise entsteht eine stabile Hochgeschwindigkeits-SD-WAN-Verbindung, über die sich Daten zwischen dem Außenübertragungsstandort und dem Sendestudio schnell und störungsfrei transferieren lassen. Da gleich zwei Balance 710-Router an redundanten Gigabit-Glasfaserleitungen installiert sind, werden sowohl ein primärer als auch ein sekundärer Tunnel aufgebaut. Fällt eine Standleitung oder gar ein Rechenzentrum (RZ) aus, schalten die Geräte im Feld automatisch auf das noch funktionierende RZ um. Dank der beiden Tunnel wird so neben der Ausfallsicherheit auch eine konstante Geschwindigkeit gewährleistet. Ist beispielsweise der primäre Tunnel zu langsam oder nicht verfügbar, lässt sich durch die Peplink-Outbound-Regel zum sekundären Tunnel umschalten. Ein HD4-Router wurde vom MDR in einem speziell für Außensendungen geeigneten Übertragungsfahrzeug eingebaut, ein weiterer HD4 fungiert als portables Hochleistungsübertragungsgerät. Zur Erhöhung der Bandbreite bietet der HD4 die Möglichkeit, vier SIM-Karten zu bündeln. »Die portablen Transit Duo-Router (drei Stück) nutzen wir als Unterstützung für kleinere Live-Sendungen, die recht schnell ›über die Bühne gehen‹ müssen«, so Uwe Schumann.

Fazit

Um den Zuschauern und Zuhörern des MDR bei Außenübertragungen ein optimales Live-Empfinden zu vermitteln, ist eine stabile Verbindung unerlässlich. Mit den Router-Lösungen von Peplink kann der Sender alle verfügbaren Bandbreiten bündeln und so jederzeit eine zuverlässige Datenübertragung gewährleisten. Eines der Projektziele des MDR bestand darin, eine zentrale Bonding-Lösung für den gesamten MDR-Unternehmensbund, also auch für die Tochtergesellschaften, anbieten zu können. Diese sollen künftig eigene Router betreiben und selbstständig administrieren. »Die Integration der Peplink-Geräte und der gebündelten Bandbreite sorgt in Kombination mit den bereits vorhandenen Übertragungssystemen dafür, ein Maximum an Ausfallsicherheit bei der Übermittlung von Live-Aufnahmen zu erreichen«, sagt Uwe Schumann. »Die Router-Lösungen unterstützen uns in diversen Einsatzszenarien, zum Beispiel im Bereich Audio over IP für Hörfunk, bei der tatsächliche Live-Übertragungen in das laufende Programm erfolgen, bei Online-Berichterstattungen oder dem Transfer von Beiträgen und Rohmaterial zwischen dem Außenübertragungsort und der Zentrale. Über die mandantenfähige Management-Plattform InControl2 können wir die Lösungen einfach verwalten, und mit dem Managed Service von Peplink sparen wir darüber hinaus Zeit und Kosten.«

Lena Schneider, freie Journalistin

 

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