War for Talents: Darauf müssen Personaler achten

Das passende Einkommen, Aufstiegsmöglichkeiten und eine offene Kommunikation sind für eine erfolgreiche Fachkräfte-Rekrutierung unverzichtbar.

Die StepStone-Trendstudie verdeutlicht: Recruiter, die Fachkräften vor allem ihre Vorstellungen hinsichtlich Gehalt und Weiterentwicklung erfüllen können, haben im »War for Talents« richtig gute Karten. Für Personaler ist es mit erheblichem Abstand die größte Herausforderung, die Anforderungen der Bewerber an das Gehalt und die Entwicklungsmöglichkeiten zu erfüllen. Weitere Top-Argumente im Bewerbungsprozess sind die Gestaltung und Wahl des Arbeitsplatzes und -standorts.

Im Bewerbungsprozess sollte sich der moderne Recruiter so weit wie möglich in sein Gegenüber hineinversetzen. Vollständige Informationen und ein eng getakteter und verbindlicher Zeitplan sind unerlässlich. Denn Kandidaten erwarten neben einem transparenten und einfachen Prozess vor allem auch eine zeitnahe Rückmeldung nach Vorstellungsgespräch und Bewerbung.

Aufgrund der Komplexität, Vielseitigkeit und zunehmenden Spezialisierung wird es für Unternehmen immer schwieriger, passende Kandidaten für ihre ausgeschriebenen Positionen zu finden. Den geeigneten Kandidaten zur Stellenbesetzung zu finden, wird demnach als eine viel größere Herausforderung angesehen, als genügend Bewerbungen zu erhalten. Damit wächst auch die Anforderung an das Recruiting selbst: Personaler geraten zunehmend unter Druck, die Zeitvorgaben und internen Anforderungen bei der Stellenbesetzung zu erfüllen.

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[1] Text- und Bildquelle: www.stepstone.de


Begeistern, begreifen, binden: Wie Unternehmen Mitarbeiter gewinnen

Fachkräfte müssen erst begeistert, dann gewonnen werden – alte Herangehensweisen bei der Personalbeschaffung stehen dabei auf dem Prüfstand. Vor allem, was die Kommunikation betrifft.

Das Vorgehen der Personalverantwortlichen im Rekrutierungsprozess wird sich künftig ändern – vor allem hinsichtlich der Bewerberkommunikation. Hintergrund: In einigen Berufen ist der Fachkräftemangel bereits spürbar, und Unternehmen sehen einem stärkeren Wettbewerb um qualifiziertes Personal entgegen. Zudem sorgen unter anderem die steigenden Anforderungen an Jobs für Fachkräfte dafür, dass es zu wenig Spezialisten für zu viele offene Stellen gibt.

In Anbetracht der Herausforderungen in der heutigen Zeit ist die Kommunikation mit potenziellen neuen Mitarbeitern wichtiger denn je. Unternehmen sollten sich die Frage stellen, wie sie diesen Bereich noch besser gestalten können. Sind die Bewerbungsprozesse wirklich einfach gestaltet oder stellen sie eine Hürde für Arbeitnehmer dar? Vermitteln das Vorstellungsgespräch und die Internetpräsenz wirklich ein positives und authentisches Bild von dem Unternehmen als Arbeitgeber?

HR-Verantwortliche können die negativen Folgen einer falschen Kommunikation vermeiden, wenn sie sich stärker an den Bedürfnissen der Kandidaten orientieren und den Zugang so unkompliziert und benutzerfreundlich wie möglich gestalten. Hier bietet das Web den Recruitern Chancen – wenn sämtliche Kontaktpunkte zu den Kandidaten professionell genutzt werden. Stellenanzeigen sollten als einer der ersten Kontaktpunkte mit potenziellen neuen Mitarbeitern möglichst ansprechend gestaltet sein, die Karriereseiten der Unternehmen neben einem umfassenden Informationsgehalt auch emotionale Reize bieten.


Megatrend Mobilität: Arbeiten im internationalen Umfeld

Digitalisierung und Globalisierung sorgen auf den Arbeitsmärkten für Dynamik. Und bieten Recruitern bei der Kandidatensuche erfolgversprechende Möglichkeiten.

Digitaler Fortschritt sowie der international stark vernetzte Handel machen die Welt zum sprichwörtlichen Dorf – das gilt auch für die Jobsuche. Weltweit sind immer mehr Menschen bereit, für einen passenden Job den Wohnort zu wechseln und ihr Glück im Ausland zu suchen. Internationale Rekrutierung verspricht also durchaus Erfolg.

Der einfachste und direkte Weg zu den Fachkräften im Ausland führt über das Internet. Auch hierbei ist es vor allem wichtig, den internationalen Kandidaten bei seinen Bedürfnissen und Wünschen abzuholen. Gerade wer einen Umzug ins Ausland erwägt, braucht nicht nur relevante Informationen zum Unternehmen und zum Arbeitsinhalt, sondern auch zur Arbeitsumgebung. Auch in Deutschland ist die Mehrheit der Fachkräfte grundsätzlich bereit, ihren Wohnort für einen neuen Job zu wechseln.

Laut einer StepStone Studie [1] zur Jobmobilität würden 56 Prozent für eine neue Stelle umziehen. Dabei ist die Mobilitätsbereitschaft jedoch von unterschiedlichen Faktoren abhängig: Flexibel zeigen sich vor allem Arbeitnehmer in höheren Hierarchieebenen sowie Berufsanfänger – in beiden Gruppen sind mehr als 70 Prozent offen für eine Stelle fern der Heimat.

Auch Fachkräfte in Berufen mit einem hohen Spezialisierungsgrad wie Ärzte und Naturwissenschaftler sind in Deutschland hinsichtlich ihres Wohnortes flexibel. Ausnahmen bilden ITSpezialisten sowie Fachkräfte aus den Berufsfeldern Administration und Human Resources, die sich vergleichsweise wenig umzugsbereit zeigen.

[1] Text- und Bildquelle: www.stepstone.de


Bei der qualitativen Beurteilung eines Arbeitsplatzes durch Fach- und Führungskräfte fällt auf: Weiche Faktoren wie ein harmonisches Arbeitsumfeld – also beispielsweise das gute Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten – werden als wichtiger angesehen als der monatliche Verdienst [1].

Hoch im Kurs stehen bei den Mitarbeitern auch abwechslungsreiche und interessante Arbeitsinhalte sowie klar definierte Ziele und Anforderungen. Überraschend: Die in der Öffentlichkeit viel diskutierte Work-Life-Balance spielt bei der Bewertung eines Jobs eine verhältnismäßig kleine Rolle.

Für Berufseinsteiger sind die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz sogar noch wichtiger als die Aufgabeninhalte. Im Vergleich mit Berufserfahrenen messen Fachkräfte von morgen der Jobsicherheit und der Gestaltung der Arbeitszeiten eine noch wesentlich größere Bedeutung zu. Ebenfalls auf der Favoritenliste: Weiterbildung und ein positives Unternehmensimage.


Fachkräfte: Gründe für den Jobwechsel

Die aktuelle StepStone Studie zeigt: Wenn Fach- und Führungskräfte sich dazu entscheiden, den Arbeitgeber zu wechseln, geht es vor allem um die persönliche Weiterentwicklung.

Im Arbeitsmarkt für Fachkräfte steckt jede Menge Dynamik. Besonders auffällig ist dabei: 87 Prozent aller Fach- und Führungskräfte sind grundsätzlich offen für eine neue Herausforderung. Und auch wenn nicht jeder von ihnen aktiv nach einem neuen Job sucht – gute Chancen für das Recruiting ergeben sich daraus allemal.

Ein wichtiger Grund für eine neue Stelle ist die Chance auf beruflichen Aufstieg: Fachkräfte, besonders die hochqualifizierten Spezialisten, erhoffen sich von einem neuen Job häufig, die nächste Stufe der Karriereleiter zu erreichen. Neue Tätigkeitsund Verantwortungsbereiche wollen erschlossen, stagnierende Laufbahnen wieder in Schwung gebracht werden.

Auch fehlende Wertschätzung, mangelnde Perspektiven oder zu wenig Gestaltungsmöglichkeiten sind entscheidende Faktoren, die Mitarbeiter dazu veranlassen, sich eine neue Stelle zu suchen. Und auch das Gehalt spielt natürlich eine Rolle: Weit mehr als die Hälfte der Fachkräfte auf Jobsuche will mehr verdienen.

»Ich will in einem abwechslungsreichen Arbeitsumfeld so individuell gefördert werden, dass ich mein Potenzial voll entfalten kann und schnell die nächste Karrierestufe erreiche.« So oder ähnlich äußern sich heute in Vorstellungsgesprächen viele Fachkräfte.

Vor allem die Gruppe junger Arbeitnehmer, die in den 1980er und 1990er Jahren geboren wurde und angesichts des wachsenden Fachkräftemangels für das Recruiting immer wichtiger wird, stellt selbstbewusste Forderungen.

Mit dem Internet aufgewachsen und in sozialen Netzwerken zuhause, zeichnen sich junge Fachkräfte nicht nur durch ihre digitale Grundkompetenz, sondern auch durch ein gesteigertes Anspruchsdenken aus. Dies richten Sie zuallererst an sich selbst: Wer in der modernen Leistungsgesellschaft aufwächst, lernt schnell, dass sozialer Status stark von guten Bildungsabschlüssen und überdurchschnittlichem Engagement abhängt. Geprägt vom Leistungsdruck, parallel zu Alltag und Familie eine Bilderbuch-Karriere hinlegen zu müssen, halten Fachkräfte bei ihren Forderungen gegenüber potenziellen Arbeitgebern nicht hinter dem Berg.

Für sie ist beispielsweise klar, dass Leistung sich finanziell rechnen muss – die jungen Hochqualifizierten kennen ihren Preis sehr genau und fordern diesen bei Gehaltsverhandlungen auch selbstbewusst ein. Darüber hinaus haben Fachkräfte – besonders solche mit gefragtem Spezialwissen – heute oft sehr konkrete Vorstellungen davon, welchen Job sie machen möchten und was sie darüber hinaus von ihrem Wunsch-Unternehmen erwarten. Weiterbildungen spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie eine offene und angenehme Firmenkultur.

Young Professionals lehnen autoritäre Führungskonzepte genauso ab wie starre Hierarchie-Konstrukte. Auch interessante Aufgaben, Projektverantwortung, schnelle Aufstiegsmöglichkeiten und eine ausgeglichene Work-Life-Balance gehören zum »Forderungskatalog« vieler Bewerber. Die Konsequenz für Unternehmen: Sie müssen Fachkräften schon im Bewerbungsprozess transparent aufzeigen, was sie ihnen bieten können, wenn sie im Wettbewerb um die besten Talente nicht zurückfallen möchten.

Die Ansprüche an Fachkräfte steigen Nach Einschätzung der befragten Fachkräfte werden die Ansprüche an Mitarbeiter in Zukunft noch höher. Ein Blick auf die Entwicklungen im Arbeitsalltag zeigt: Die Mehrheit der Fachkräfte stellt fest, dass unter anderem die Anforderungen an das Arbeitstempo, die Erwartungen des Unternehmens und die Komplexität von Projekten steigen.

Die StepStone-Trendstudie zeigt: Schon heute ist der Arbeitsalltag von Fachkräften komplex und anspruchsvoll. Eine durchschnittliche Fachkraft in Deutschland verschickt und empfängt jeden Tag zahlreiche E-Mails, legt täglich 46 Kilometer für den Job zurück, spricht fast anderthalb Stunden am Tag in einer anderen Sprache und verbringt 17 Tage im Jahr auf Geschäftsreisen.

Digitale Arbeit ist mittlerweile die am weitesten verbreitete Form der Erwerbstätigkeit. Rund zwei Drittel aller Arbeitnehmer nutzen heute regelmäßig einen Computer, mehr als die Hälfte sind zu beruflichen Zwecken im Web unterwegs – Tendenz steigend. Fast zwei Drittel der Fachkräfte in Deutschland suchen derzeit aktiv nach einer neuen Stelle. Jeder Zweite möchte seinen Arbeitgeber aufgrund mangelnder Wertschätzung verlassen. Der perfekte Job im Zeitalter von Arbeiten 4.0 wird nach Ansicht der Fachkräfte heutzutage vor allem von Arbeitsinhalten, einem guten Verhältnis zu den Kollegen sowie klaren Anforderungen und Zielen bestimmt. 56 Prozent würden für eine neue Karriereperspektive umziehen. Fast jeder Dritte pendelt aktuell mehr als 70 Kilometer täglich zu seiner Arbeitsstelle.

[1] Text- und Bildquelle: www.stepstone.de