Welches Mobilfunknetz ist das Beste?

Deutsche Telekom belegt zum fünften Mal in Folge den ersten Platz, Vodafone erreicht mit dem besten Ergebnis in der Sprachtelefonie Platz zwei, mit Abstand folgen O2 und E-Plus.

Auch im 22. Jahr gilt der connect-Netztest branchenweit als Industrie-Standard: Mit objektiven und kundennahen Testverfahren ermittelten die Testspezialisten von P3 und das in Europa führende Telekommunikationsmagazin connect, welche Mobilfunkanbieter in Deutschland, Österreich und der Schweiz das beste Testergebnis erzielen. Das sind die Ergebnisse im connect-Netztest.

In Deutschland belegt die Deutsche Telekom in diesem Jahr zum fünften Mal in Folge den ersten Platz – dank starker Leistungen in allen Disziplinen. Vodafone sichert sich in der deutschen Gesamtwertung mit dem besten Ergebnis beim Sprachdienst den zweiten Platz. Der LTE-Ausbau bringt O2 eine deutlich stärkere Platzierung in der Daten-Disziplin und so einen stabilen dritten Platz. E-Plus landet trotz punktueller Verbesserungen – beispielsweise deutliche Reduktion der Ladezeiten von Webseiten – auf dem vierten Rang.

infografik connect netztest-2015_DACH

Die Deutsche Telekom belegt zum fünften Mal in Folge den ersten Platz, Vodafone erreicht mit dem besten Ergebnis in der Sprachtelefonie Platz zwei, mit Abstand folgen O2 und E-Plus.

Wie in den Vorjahren schickte connect-Partner P3 in jedem Land zwei Fahrzeuge auf die Strecke, um Telefonie- und Datenmessungen in Groß- und Kleinstädten sowie auf Verbindungsstraßen durchzuführen. Bei den sogenannten Walktests machten sich die Testteams zu Fuß auf den Weg und erhoben Daten unter anderem in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Gebäuden wie Einkaufszentren, Flughäfen oder Bahnhöfen. Um die Qualität der Mobilfunkversorgung in Zügen zu prüfen, reisten die P3-Testspezialisten mit verschiedenen Bahngesellschaften.

In Deutschland legten die Messfahrzeuge rund 10.000 Kilometer in insgesamt 13 Städten mit über 100.000 Einwohnern sowie in Kleinstädten und auf Transferstraßen zurück. Die berücksichtigten Städte und Gebiete entsprechen mit 12,6 Millionen Einwohnern rund 15,7 Prozent der Bevölkerung. Für die Messungen wurden die Testfahrzeuge mit jeweils acht Smartphones vom Typ Samsung Galaxy S5 für Sprachtests und jeweils vier Samsung Galaxy Note 4 für Datentests bestückt. Die Ergebnisse des Tests basieren auf der Bewertung von insgesamt mehr als 8.500 Anrufen, über 60.000 Sprachsamples, über 20.000 Zugriffen auf Live-Webseiten und 10.000 HTTP-Übertragungen von Dateien je Netzbetreiber.

Chefredakteur connect, Dirk Waasen, sagt: »Höchste Ziele des Tests sind Objektivität und statistische Belastbarkeit. Beide erreichen wir dank der Testing- und Methodenkompetenz von unserem Partner P3. Der beste Beleg ist der hohe Stellenwert, den der connect-Netztest in der Branche einnimmt. Jedes Jahr erwarten die Betreiber das unerbittliche connect-Urteil mit Hochspannung.«

»Der diesjährige Test ist so konzipiert, dass neueste Technologien wie Voice over LTE und der erlebte Kundennutzen im Vordergrund stehen. Die Netze werden an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und des technologisch Machbaren getestet. Gleichgültig, ob in der Großstadt, auf dem Land oder auf der Autobahn«, sagt Hakan Ekmen, Managing Director P3.

Stärken und Schwächen der deutschen Netzbetreiber

Seit ihrem Einbruch auf den dritten Platz im Jahr 2010 belegt die Deutsche Telekom im connect-Netztest jedes Jahr erneut den ersten Platz – so auch in 2015. Der Netzbetreiber zeigt starke Leistungen in allen Disziplinen. Vor allem im Bereich Daten in kleinen Städten und auf Verbindungsstraßen hat die Deutsche Telekom einen deutlichen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Und auch für Zugfahrer ist das Telekom-Mobilfunknetz derzeit das Netz der Wahl, da die bisher eingesetzten Repeater nur GSM und das allein von der Telekom genutzte LTE 1800 verstärken. Nur in der Kategorie Sprache in Städten werden die Bonner knapp von Vodafone überholt.

Die erfolgreiche Einführung und Umsetzung von Voice over LTE beschert Vodafone einen kleinen Vorsprung in der Disziplin Sprachtelefonie gegenüber dem Gesamtsieger Telekom. Jedoch verliert das Unternehmen wertvolle Punkte im Bereich Datenverbindungen in kleineren Städten und Zügen. Vodafone sichert sich den zweiten Platz in der deutschen Gesamtwertung.

Obwohl die Integration zwischen den Netzen von O2 und E-Plus vor der Tür steht, hat sowohl O2-Mutter Telefónica als auch E-Plus im vergangenen Jahr vor allem in den Ausbau des jeweils eigenen LTE-Netzes investiert. Für O2 führt dies zu einer deutlich stärkeren Platzierung in der Daten-Disziplin und so zu einem stabilen dritten Platz. Von der in diesem Jahr eingeführten VoLTE-Technik profitiert das Münchener Unternehmen noch nicht so deutlich. E-Plus muss im Bereich Daten eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen und landet trotz Verbesserungen in einigen Bereichen – darunter die deutliche Reduktion der Ladezeiten von Webseiten – nur auf dem vierten Rang.

Ein Blick zu den Nachbarn

Wie eine Konkurrenz von drei annähernd gleich starken Anbietern aussieht, zeigt eindrucksvoll der Blick auf den österreichischen und den Schweizer Markt. Alle hier getesteten Netze schneiden mit sehr gut ab. Dies ist Ausdruck des extrem hohen Leistungsniveaus in beiden Ländern. Dabei gelingt es dem Anbieter Drei in Österreich, sich im knappen Kopf-an-Kopf-Rennen vor den Vorjahressieger A1 zu setzen. T-Mobile Austria belegt einen sehr guten dritten Platz. In der Schweiz heimst Marktführer Swisscom zum siebten Mal in Folge den Testsieg und zum zweiten Mal in Folge den Gesamtsieg im Drei-Länder-Vergleich ein – und dies trotz des hohen Konkurrenzdrucks durch die vor allem im Sprachbereich überzeugende Sunrise und den bei Datenübertragungen starken Mitbewerber Salt (ehemals Orange).

In Deutschland legten die Messfahrzeuge rund 10.000 Kilometer in insgesamt 13 Städten mit über 100.000 Einwohnern sowie in Kleinstädten und auf Transferstraßen zurück.

grafik connect netztest D-Gesamtergebnis

 

grafik connect netztest D-Telefonie

 

grafik connect D-Transferstrassen

Weitere Artikel zu