Welches sind die größten IT-Sicherheitsbedrohungen und was erwarten IT-Sicherheitsprofis für die Zukunft?

Anlässlich einer Umfrage unter den Fachbesuchern einer Sicherheitsmesse wurden folgende Fragen gestellt [1]. Worin sehen die Fachbesucher die größten Bedrohungen? Wie glauben sie, dass sich die Internetkriminalität weiter entwickelt? Welche Folgen hat das und welche konkreten Schlussfolgerungen ziehen die Umfrageteilnehmer daraus? Wie schätzen sie im Hinblick darauf ihr aktuelles und zu erwartendes IT-Sicherheitsbudget ein?

»Wir waren uns mit vielen Experten schon vor Beginn der Veranstaltung über die bestimmenden Themen weitgehend einig: Wie kann ich in Anbetracht der stetig wachsenden Bedrohungen noch gewährleisten, dass Daten vertraulich bleiben und wie kann ich sensible Informationen zuverlässig schützen. Dementsprechend haben wir unter den Besuchern der it-sa 2014 konkret nachgefragt«, kommentiert Jordi Vilanova, EMEA Marketing Manager bei AppRiver.

Das Unternehmen hat sich dabei für eine persönliche Befragung ausgewählter Teilnehmer mittels eines übersichtlichen Fragebogens entschieden. Bei den etwas mehr als 150 deutschsprachigen Befragten handelte es sich ausschließlich um IT-Spezialisten, Reseller/Provider oder Anbieter, die sich täglich konkret mit Informationssicherheit beschäftigen. Bedrohungen sind für sie realer Bestandteil ihrer praktischen Arbeit und nie ein rein theoretisches Problem.

Einige der wichtigsten Resultate auf einen Blick:

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  • 48 % der Befragten gehen davon aus, dass Cyberkriminelle gegenüber IT-Sicherheitsprofis immer die Nase vorn haben werden; immerhin 24,7 % halten den Ausgang dieses Wettrennens ohnehin für ein reines Glückspiel, und lediglich 21,08 % der Befragten gehen davon aus, dass IT-Sicherheitsprofis langfristig vorne liegen werden.
  • Über die Hälfte aller Befragten, nämlich 51,32 %, sind sich absolut sicher, dass der Bedrohungslevel, mit dem sich Unternehmen, Institutionen und MSPs auseinandersetzen müssen, in den kommenden 12 Monaten weiter ansteigen wird. 43,42 % gehen davon aus, dass er zumindest auf dem gegenwärtigen Stand bleibt.
  • Auf der Liste der Angriffsvektoren ganz oben stehen Viren und Malware, die sich über die Einfallstore E-Mail und Web verbreiten – das sehen satte 45 % der Befragten als größte Bedrohungen, dicht gefolgt von 42 % der Befragten, die Datenschutzverletzungen und Datenklau bei sensiblen Informationen als am wahrscheinlichsten ansehen.

 

Jordi Vilanova: »Eine realistische Einschätzung, wenn man bedenkt wie professionell und erfolgreich Internetkriminelle agieren, aber auch im Licht der Ausspähskandale dieses Jahres betrachtet. Es ist also wenig überraschend, dass die weitaus meisten aller Befragten, nämlich über 80 % derer, die Cloud-basierte Services einsetzen, ihre Daten am liebsten in Rechenzentren in Deutschland, der Schweiz oder Österreich gespeichert wissen wollen, gefolgt von den nordischen oder anderen europäischen Ländern.«

Und auch die sensible Balance zwischen dem steigendem Bedrohungslevel und dem zur Verfügung stehenden Budget wurde ermittelt. Betrachtet man ausschließlich die Gruppe der Befragten, die überzeugt sind, dass die Zahl der Angriffe weiter steigen wird (davon geht etwa die Hälfte der Befragten aus), so gehen sie zu immerhin 49,35 % davon aus, dass auch die entsprechenden Budgets steigen werden. Immerhin 32,47 % aus dieser Gruppe haben ein flexibles Budget zur Verfügung, das sie den Erfordernissen entsprechend anpassen können.

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Bei der Gruppe, die davon ausgeht, dass die Zahl der Bedrohungen in etwa gleich bleibt, erwarten rund 35 % ein steigendes Budget und rund 22 % zumindest keine Kürzungen. Nur eine verschwindend geringe Zahl der Befragten (ganze 8) nimmt an, dass die Zahl der Bedrohungen abnimmt.

Wie auch immer die eigene Haltung zum Thema IT-Sicherheit sein mag, die Umfrage hat eines erneut bestätigt: Malware, die sich täglich millionenfach über E-Mails und Netzwerke verbreitet, ist und bleibt eine der größten Bedrohungen. Aber auch unbekannte Schwachstellen in verbreiteten Plattformen und Protokollen werden ein attraktives Ziel für Hacker bleiben und IT-Profis wie Endbenutzer gleichermaßen beschäftigen.


AppRiver, ein Anbieter von E-Mail-Messaging und Web-Security-Lösungen, war auch in diesem Jahr auf der it-sa in Nürnberg vertreten. Die it-sa versteht sich als der zentrale Treffpunkt von IT-Sicherheitsexperten und hat in diesem Jahr erneut bei Aussteller- und Besucherzahlen zugelegt. An den drei Kongress- und Messetagen kamen 7.390 Fachbesucher und 385 Aussteller waren vor Ort.

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