»Cyber Readiness« staatlicher Einrichtungen und kritischer Infrastrukturen verbesserungsfähig

Illustration: Absmeier, Amaynut

Defizite bei Softwarelieferketten und Cyberkompetenz werden als zentrale Herausforderungen gesehen; Koordination von Cyberabwehrmaßnahmen und Weitergabe von Bedrohungsdaten werden als staatliche Handlungsfelder identifiziert.

 

Auf einen Blick

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  • In der aktuellen Trellix-Studie geben 87 % der Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien an, dass staatliche Initiativen eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der nationalen Cyberabwehr spielen können.
  • 82 % der Befragten bezeichnen das Risikomanagement von Softwarelieferketten als sehr wichtig oder gar essenziell für die nationale Sicherheit.
  • Nur 40 % der deutschen, 39 % der britischen und 36 % der französischen Teilnehmer geben an, über vollständig umgesetzte Richtlinien und Prozesse für ein entsprechendes Risikomanagement zu verfügen.
  • Der Mangel an interner Cyberkompetenz und Implementierungsexpertise gilt als größtes Hindernis für die Einführung neuester Cyberabwehrtechnologien.
  • 95 % der deutschen und französischen sowie 86 % der britischen Befragten sehen Raum für Verbesserungen im Bereich der Cybersicherheitspartnerschaft mit ihren Regierungen.
  • 60 % der britischen Teilnehmer wünschen sich mehr Daten zu Cyberangriffskampagnen; 58 % der Teilnehmer aus Frankreich wollen mehr Daten zu Softwareschwachstellen.

 

Trellix, Experte für Cybersicherheit und Vorreiter auf dem Gebiet innovativer XDR-Technologien, veröffentlicht seinen aktuellen »Cyber Readiness«-Report. Der Bericht untersucht die Verbreitung von Cybersicherheitstechnologien und die Haltung staatlicher Stellen zu entsprechenden Standards sowie die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor.

In der aktuellen Trellix-Studie geben 87 Prozent der Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien an, dass staatliche Initiativen eine wichtige Rolle in Bezug auf die Stärkung der nationalen Cyberabwehr spielen können. Raum für Verbesserungen sehen die Befragten bei der Partnerschaft mit der jeweiligen Regierung, konkret bei der Koordination von Cyberabwehrmaßnahmen, der Weitergabe von Bedrohungsdaten und der Integrität der Softwarelieferketten.

Der Bericht wertet eine von Vanson Bourne durchgeführte weltweite Studie aus, für die 900 Cybersicherheitsexperten aus Organisationen mit mindestens 500 Beschäftigten befragt wurden, darunter 200 Unternehmen aus den drei europäischen NATO-Staaten Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

»Durch die weltweiten Spannungen und die Cyberattacken auf die Ukraine ist die »Cyber Readiness« staatlicher Einrichtungen und kritischer Infrastrukturen enorm in den Fokus gerückt«, erklärt Trellix-CEO Bryan Palma. »Unser Report untersucht die Fortschritte, die bei der Implementierung von Technologien wie XDR erzielt wurden. Er identifiziert außerdem Bereiche, in denen öffentlich-private Partnerschaften intensiviert werden könnten, um durch mehr Koordination unseren Schutz gegen Cyberangriffe zu verbessern und den Angreifern einen Schritt voraus zu sein.«

 

Verbreitung von Cybersicherheitstechnologien. Bei den deutschen Teilnehmern scheint die Modernisierung der Cloud-Sicherheit am weitesten vorangeschritten zu sein. So geben 40 Prozent der Befragten an, dass in ihrem Unternehmen entsprechende State-of-the-art-Technologien umfassend eingeführt wurden. Allerdings zeigt die Studie auch, dass nur 27 Prozent die vollständige Implementierung von Technologien für Endpoint Detection and Response (EDR) sowie Extended Detection and Response (EDR-XDR) vollzogen haben.

Unter den britischen Teilnehmern berichten 37 Prozent von einer vollständigen Implementierung von EDR-XDR-Technologien und der Modernisierung ihrer Cloud-Sicherheit. Nachholbedarf scheint es allerdings bei der Multifaktorauthentifizierung (MFA) und bei Zero-Trust-Modellen zu geben.

47 Prozent der Teilnehmer aus Frankreich haben MFA bereits vollständig eingeführt – ein eindeutiger Vorsprung gegenüber ihren Peers aus Großbritannien und Deutschland.

 

Risiken innerhalb von Softwarelieferketten. Die Mehrheit (82 %) der Befragten bezeichnen Richtlinien und Prozesse für das Risikomanagement von Softwarelieferketten als sehr wichtig oder gar essenziell für die nationale Sicherheit.

76 Prozent der britischen Teilnehmer halten die Umsetzung dieser Richtlinien und Prozesse für extrem schwierig oder sehr schwierig; nur 39 Prozent geben an, dass sie diese bereits voll umgesetzt haben.

63 Prozent der deutschen Teilnehmer und 58 Prozent ihrer französischen Peers bezeichnen die Umsetzung als schwieriges Unterfangen. Nur 40 Prozent der deutschen und 36 Prozent der französischen Befragten haben entsprechende Maßnahmen bereits vollständig umgesetzt.

Einig sind sich die europäischen Befragten darin, dass die Sicherheitsstandards in der gesamten Softwareindustrie steigen würden, wenn die Regierungen bei ihren eigenen Implementierungen eine höhere Messlatte anlegen würden. Allerdings sprechen sich nur 56 Prozent der deutschen, 51 Prozent der britischen und 48 Prozent der französischen Teilnehmer dafür aus, dass der Staat verbindliche Cybersicherheitsstandards für die gesamte Softwareindustrie vorgeben sollte.

 

Schwachstelle Cyberkompetenz. Obwohl von den Teilnehmern eine Reihe von Hindernissen für die Implementierung neuester Technologien ausgemacht werden, zeigt sich in allen drei Ländern ein eklatanter Mangel an Experten für Cybersicherheit. 48 Prozent der deutschen, 41 Prozent der britischen und 35 Prozent der französischen Befragten räumen ein, dass das Fehlen interner Cyberkompentenz ihre Implementierungsanstrengungen deutlich erschwert. Rund ein Drittel aus jeder Gruppe nennt zudem mangelnde Implementierungsexpertise als wichtiges Hindernis. Diese Angaben decken sich mit den entsprechenden Erkenntnissen, die für die USA und den asiatisch-pazifischen Raum gewonnen wurden.

Palma weiter: »Der Mangel an Cyberkompetenz ist längst bekannt. Unser Report zeigt auf, dass er die Implementierung innovativer Technologien unnötig ausbremst. Jeglicher Innovationsvorsprung, den die USA und ihre Verbündeten für sich in Anspruch nehmen, ist irrelevant, wenn wir die entsprechenden Lösungen nicht umsetzen können.«

 

Öffentlich-private Partnerschaften. 95 % der deutschen und französischen sowie 86 Prozent der britischen Befragten sehen Raum für Verbesserungen im Bereich der Cybersicherheitspartnerschaft mit staatlichen Stellen.

52 Prozent der britischen, 46 Prozent der deutschen und 35 Prozent der französischen Teilnehmer bevorzugen eine Kombination aus Vorfallbenachrichtigung und Haftungsregelungen, um den Austausch von Angriffsdaten zwischen betroffenen Unternehmen, staatlichen Stellen und Fachpublikum zu erleichtern. 44 Prozent der britischen und je 41 Prozent der deutschen und französischen Teilnehmer wünschen sich eine engere Zusammenarbeit beim Management von Cybervorfällen noch während die Attacken passieren beziehungsweise Kampagnen durchgeführt werden.

Gefragt nach den Daten, die Regierungen zum Schutz der Unternehmen bevorzugt veröffentlichten sollten, wünschen sich fast zwei Drittel (60 %) der britischen Teilnehmer ausführlichere Informationen zu laufenden Angriffskampagnen. Rund die Hälfte ihrer deutschen Peers möchte mehr Informationen zu Cyberkriminellen und Hackergruppen. 58 Prozent der Teilnehmer aus Frankreich würden bevorzugt Daten zu Cyberschwachstellen erhalten.

 

Report: Path to Cyber Readiness – Preparation, Perception and Partnership
Blog: Cyber Readiness in Europe: France, Germany & the United Kingdom