Warum sich Unternehmen stärker um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter bemühen sollten

Illustration: Absmeier, Polyanakul

Das Jahr 2021 hat in vielen Branchen einen massiven Umbruch auf dem Arbeitsmarkt bedeutet. In Amerika nannte man das the Great Resignation. Die Menschen kündigten (und kündigen nach wie vor) ihre Jobs. Untersuchungen des Pew Research Centers zeigten, dass die Entwicklung vor allem auf niedrige Bezahlung, begrenzte Karrieremöglichkeiten und Geringschätzung am Arbeitsplatz zurückzuführen ist. Auch wissen Arbeitnehmer immer besser, welche Leistungen ihnen zustehen sollten. Sie wünschen sich ein flexibleres Arbeitsleben, das ihnen ermöglicht, die Familie stärker um sich zu haben.

So haben verschiedene Studien gezeigt, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter an sich binden und innerhalb ihrer Branche besser abschneiden können, wenn sie die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter in den Vordergrund stellen.

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Aber sehen wir uns genauer an, warum die Gesundheit der Mitarbeiter, besonders auf diesem sich wandelnden Arbeitsmarkt, oberste Priorität haben sollte.

 

Senkung der Kosten durch Mitarbeiterfluktuation

Müssen Mitarbeiter regelmäßig ersetzt werden, kann das teuer werden. In den USA alleine kostet die Mitarbeiterfluktuation die Unternehmen jedes Jahr eine satte Billion Dollar. Laut Investopedia berechnen sich diese Kosten vor allem durch neue Gehalts- und Leistungspakete, Schulungsprogramme und die Kosten für die Suche nach geeigneten Mitarbeitern und deren Einstellung.

Häufig verlassen Mitarbeiter Organisationen, in denen sie sich ungehört fühlen oder in denen Anliegen nicht weitergeleitet werden. Auch kann es nach einigen Jahren in einer stressigen Position zu einem Burnout kommen. Hier sind besonders Arbeitsplätze betroffen, die nicht auf die sich entwickelnden Bedürfnisse wie berufliches Wachstum eingehen, Chancen durch eine Beurteilung schaffen und die allgemeine Gesundheit vernachlässigen.

Dabei kostet es Unternehmen hochgerechnet weniger, in Gesundheitsleistungen zu investieren, als ihre Mitarbeiter regelmäßig zu ersetzen.

Denn nur Unternehmen, die in ihre Arbeitsplatzkultur investieren, können ihre Mitarbeiter an sich binden und ihre Einstellungskosten senken. Ein erster Schritt wäre hier, Defizite bei den derzeitigen Leistungen für ihre Mitarbeiter zu erkennen.

Die Berücksichtigung der sich wandelnden Anforderungen an Gesundheitsleistungen, wie etwa psychisches Wohlbefinden, kann einen wesentlichen Unterschied machen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation steigert eine einfache Maßnahme wie der Fokus auf die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz die Produktivität und den wirtschaftlichen Gewinn des Unternehmens.

Quelle: Pixabay

Gesündere Mitarbeiter sind auch zufriedener

Erst die Mitarbeiter machen ein Unternehmen aus. Ausrine Cebatore, Vice President für Vertrieb und strategische Partnerschaft bei Kilo Health, betont: »Gesunde Mitarbeiter sind glückliche Mitarbeiter. Ihr Unternehmen wird deshalb erst dann florieren, wenn Sie sich um Ihre Mitarbeiter bemühen.«

Leider läuft es besonders in großen Unternehmen häufig anders. Hier sind die Mitarbeiter nicht mehr als Daten auf einer Gehaltsliste. Erst wenn diese Denkweise geändert wird und der Mitarbeiter in allen wichtigen Aspekten seines Lebens gesehen wird, kann die Produktivität und Zufriedenheit unter den Mitarbeitern steigen.

Die Sensibilisierung für Stressfaktoren am Arbeitsplatz und Gesundheitsprobleme, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, darunter Angstzustände und Depressionen, ist einer der ersten Schritte. Auswertungen haben gezeigt, dass fast 86 % der Personen, die wegen ihrer Depression in Behandlung waren oder sind, eine Verbesserung ihrer Produktivität feststellen.

Programme am Arbeitsplatz, die auf die körperliche und geistige Gesundheit abzielen, haben dabei den größten Nutzen gezeigt. Hier geht es nicht nur darum, ein Fitnessstudio einzurichten oder den Verzehr gesunder Snacks zu fördern. Entscheidend ist, dass Gesundheit und Wellness zugänglich gemacht werden.

Außerdem weist Cebatore darauf hin, dass Mitarbeiter unabhängig von ihrer Arbeit zeitliche Beschränkungen oder Verpflichtungen haben, darunter die Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen, was auch den Zugang zu betrieblichen Gesundheitsleistungen einschränken könnte.

Das macht es erforderlich, die Systeme so anzupassen, dass sie allen Mitarbeitern gleichermaßen gerecht werden können. Personal Trainer, Apps zur Meditation und regelmäßige, auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene psychologische Gutachten zeugen von echtem Interesse der Arbeitgeber am Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter.

Und auch einschneidende Änderungen im Leben eines Mitarbeiter, so z. B. Elternzeit oder eine Auszeit, um geliebte Menschen zu pflegen, sollte berücksichtigt werden. Denn derartige Veränderungen in der Familiendynamik werden häufig vernachlässigt. So zogen die Arbeitnehmer in solchen Fällen oft flexiblere Arbeitszeiten vor, anstatt sich von der Arbeit freistellen zu müssen.

Quelle: Pixaby

Auf dem Markt hervorheben

Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention leben 6 von 10 Erwachsenen in den USA mit einer chronischen Krankheit. Dabei handelt es sich sowohl um psychische als auch physische Erkrankungen, die die Produktivität am Arbeitsplatz beeinträchtigen können. Ausrine ist deshalb der Meinung, dass Investitionen in die Prävention chronischer Krankheiten für die meisten Unternehmen weniger Zeit und Geld kosten.

Auch durch Covid-19 hat sich die Bedeutung der eigenen Gesundheit verändert. Die Menschen werden sich zunehmend bewusst, welchen Einfluss ein gesunder Lebensstil auf mögliche Krankheiten hat. Das bedeutet aber auch, dass sie an neuen oder bestehenden Arbeitsplätzen nach einer gewissen Unterstützung bei der Prävention suchen.

Ein Beweis dafür ist wohl die große Resignation, bei der die Menschen Arbeitsplätze verließen (und sie nach wie vor verlassen), die den steigenden Anforderungen nicht gerecht wurden, insbesondere was ihre Gesundheit und ihre Arbeitsflexibilität betrifft. Eine vom Weltwirtschaftsforum durchgeführte Umfrage ergab, dass 45 % der Befragten aufgrund der eingeschränkten Arbeitsflexibilität weniger zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz waren als diejenigen, die mal vor Ort und mal im Homeoffice arbeiteten oder ganz aus der Ferne arbeiten konnten.

Flexible Arbeitszeiten bedeuten für viele Mitarbeiter, weniger Zeit als Pendler und mehr Zeit für andere Aspekte ihres Lebens wie Familie und Gesundheit.

Wie wir aktuell auch überall in den Nachrichten sehen können, ist der Wettbewerb um freie Arbeitnehmer schwer und die Mitarbeiterbindung wichtiger denn je. Und da weltweit immer neue Stellen geschaffen werden, wird der Wettbewerb nur noch größer. Personalisierte digitale Lösungen für Mitarbeiter sind da die Zukunft, um die Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu erhalten.

Quelle: Pixabay

Wie können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter gut versorgt sind?

Dank all der Smartphones, Smartwatches, Fitness-Armbänder und vielen weiteren Hilfsmitteln, ist es heute einfacher denn je, die eigenen Schritte zu verfolgen, Essenspläne erstellen zu lassen und damit vor allem den Zeitaufwand, den ein gesunder Lebensstil häufig mit sich bringt, zu verringern.

Und auch die Unternehmen sollten sich diese personalisierten digitalen Lösungen zu eigen machen, wenn es darum geht, die Gesundheitsleistungen für ihre Mitarbeiter besser zu gestalten. Helfen kann hier, zunächst mit den Mitarbeitern zu sprechen und die Gründe zu verstehen, aus denen sie derzeit mit ihren betrieblichen Leistungen und Vergünstigungen unzufrieden sind.

Erst dann können maßgeschneiderte Gesundheitsleistungen erstellt werden, die den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter entsprechen. So können die digitalen Wellness-Programme von Kilo Health, Unternehmen einfache Lösungen bieten, um ihre Mitarbeiter dauerhaft zufriedenzustellen. Die meisten dieser Pläne sind über Smartphone, Tablet oder über die Website zugänglich.

Denn oberstes Ziel sollte sein, die Mitarbeiter zu halten und ihre Zufriedenheit zu sichern. Die Arbeitnehmer haben eine neue Normalität entwickelt, bei der ihr Wohlbefinden und ihr Privatleben wichtiger sind als die Arbeit selbst.

Und erst indem Arbeitgeber in ihre Mitarbeiter investieren, bauen sie erfolgreiche Teams auf, die vertrauenswürdig sind und sich stärker für die Ziele des Unternehmens einsetzen.