»Do it for me«: Handwerk gewinnt Anteile am DIY-Markt

Im DIY-Markt (Do it yourself) verschieben sich die Marktanteile: Das Handwerk, aber auch der Distanzhandel gewinnen, Bau- und Heimwerkermärkte verlieren. Das zeigt die neue Studie »Der DIY-Markt in Deutschland – Teil I« [1]. In einzelnen Warengruppen haben die Vertriebswege eine unterschiedliche Bedeutung. Der DIY-Gesamtmarkt wuchs 2015 auf rund 229 Milliarden Euro.

grafik ifh köln diy-gesamtmarkt

Das Handwerk konnte im deutschen Do-it-Yourself-Markt (DIY) in den vergangenen Jahren Marktanteile gewinnen. Auch der Distanzhandel – dazu zählen Versandhändler, Internet-Pure-Player und Herstellerdirektvertrieb – baute seine Marktanteile aus, während die Bau- und Heimwerkermärkte Anteile verloren. Das sind Ergebnisse der neuen Studie »Der DIY-Markt in Deutschland« von IFH Köln und Klaus Peter Teipel Research & Consulting. So sank der Marktanteil der Bau- und Heimwerkermärkte zwischen 2005 und 2015 von elf Prozent auf 9,3 Prozent. Gleichzeitig konnte der Distanzhandel seinen Anteil am DIY-Markt von 2,6 Prozent auf 3,5 Prozent ausbauen. Der Marktanteil der Handwerker stieg im gleichen Zeitraum von 47,4 Prozent auf 51,5 Prozent.

»Wir können zwei wesentliche Trends im DIY-Markt beobachten: Die zunehmende Digitalisierung und die steigende Bedeutung von Dienstleistungen. Das Handwerk gewinnt Marktanteile, da aufwendige Heimwerkerprojekte nicht mehr vollständig von Konsumenten selbst sondern von professionellen Handwerkern ausgeführt werden – ›do it for me‹ statt ›do it yourself‹«, interpretiert Klaus Peter Teipel die Studienergebnisse.

Unterschiedliche Bedeutung der Vertriebswege in einzelnen Warengruppen

Aufgrund der enormen Sortimentsvielfalt im DIY-Markt fällt die Bedeutung der Vertriebsformen in einzelnen Warengruppen unterschiedlich aus. So erreicht das größtenteils kleinbetrieblich strukturierte Handwerk in einigen Warengruppen aus dem Bereich Baustoffe einen Marktanteil von bis zu 90 Prozent. Die DIY-Branchenfachmärkte sind in ihren jeweiligen Sortimentsbereichen traditionell stark vertreten. Beispielsweise halten die Raumausstattungsfachmärkte bei Bodenbelegen einen Marktanteil von 25,9 Prozent.

»Die DIY-Branchenfachmärkte konnten zuletzt überdurchschnittlich wachsen und halten stabile Marktanteile. Der kleinbetriebliche übergreifende Fachhandel befindet sich dagegen erkennbar auf dem Rückzug«, so Christian Lerch, Consultant am IFH Köln.

DIY-Gesamtmarkt weiterhin auf Wachstumskurs

Der Umsatz im DIY-Gesamtmarkt konnte 2015 erneut gesteigert werden. Das Plus von einem Prozent reicht zwar nicht an frühere Wachstumsraten oder den Durchschnitt der letzten zehn Jahre heran, mit einem Volumen von rund 229 Milliarden Euro auf Endverbraucherebene (inklusive Mehrwertsteuer) erreichte der DIY-Markt jedoch einen neuen Höchststand. Jeder Deutsche gab im vergangenen Jahr im Durchschnitt 2.818 Euro für Farben, Schrauben, Fenster, Pflanzen und Co. aus.

[1] Die Gemeinschaftsstudie »Der DIY-Markt in Deutschland – Teil I« von IFH Köln und Klaus Peter Teipel Research & Consulting liefert detaillierte Zahlen, Daten und Fakten zu Warengruppen, Vertriebswegen und E-Commerce im DIY-Markt:
Marktvolumen des deutschen DIY-Marktes
Entwicklung 2005 bis 2015, Prognose bis 2019
30 Warengruppen unter der Lupe:
» Marktvolumina DIY-Gesamt- und -Kernmarkt
» Markt-/Wachstumstreiber
» Jeweilige Distributionsstrukturen mit 21 Vertriebswegen
» Gewinner und Verlierer bei der Distribution
Der DIY-Markt Online im detaillierten Zahlenbild
Onlinekaufverhalten im DIY-Segment
Die Studie kann über den Online-Shop des IFH Köln bezogen werden.
»Der DIY-Markt in Deutschland – Teil II« folgt in Kürze und beschäftigt sich, aufbauend auf dem quantitativen Teil mit strategischen Implikationen, Optionen und Chancen für Handel und Industrie in der DIY-Branche.

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