Selbstoptimierbar und grün – Das Geheimnis hinter der digitalen Wirtschaft

Supermicro, der weltweit drittgrößte Anbieter von Servern, entwickelte sich in 28 Jahren vom Motherboard-Hersteller zum Anbieter von Komplettlösungen. Die Bausteinarchitektur ­ermöglicht schnelle Anpassung und umweltschonende Technologie.

Supermicro ist eines der innovativsten Unternehmen im High-Tech-Bereich. Dennoch erscheint es nicht als führender Anbieter von Servern und Speichersystemen. Das liegt aber nicht daran, dass Supermicro kein bedeutender Akteur in der Computerwelt wäre. Ganz im Gegenteil:

Hinter den Kulissen werden die Systeme von Supermicro von vielen Unternehmen und Rechenzentren in Nordamerika eingesetzt und spielen eine entscheidende Rolle, um die heutigen cloud-gesteuerten High-Performance-Computing-Umgebungen zu ermöglichen. Viele der Anwendungen und Dienste, die heute sowohl im Geschäfts- wie auch im Privatleben stattfinden, werden von Supermicro-Systemen betrieben.

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Das Unternehmen Supermicro ist kein Startup mehr. Es wurde 1993 gegründet und ist seitdem auf seiner Mission, die hochwertigsten Computersysteme zu liefern, die den sich ändernden Anforderungen in der IT-Branche gerecht werden. Die Art von Zuverlässigkeit, die heutige Computeranwendungen erfordern, passt nicht in eine Welt, in der das Einkaufsverhalten sehr oft von den Kosten getrieben wird. Das billigere Modell ist nicht das bessere. Die Möglichkeiten von Technologieunternehmen, neue Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen, korrelieren direkt mit der Qualität ihrer zugrunde liegenden Server- und Speichersysteme.

»Als Ingenieur habe ich mir das Ziel gestezt, etwas Besseres und nicht etwas Billigeres zu schaffen«, erklärte Supermicro-Gründer und CEO Charles Liang. »Seitdem war jedes Produkt, das wir geliefert haben, auf bessere Leistung, bessere Qualität und Benutzerfreundlichkeit ausgerichtet.«

Vom Motherboard-Hersteller zum Komplettanbieter. Der hohe Qualitätsstandard von Supermicro-Produkten ist nicht unbemerkt geblieben, und sein Geschäft wächst weiter. Heute gehört es zu den Fortune-1000-Unternehmen mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2021 und einem Umsatz von 4 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2022. Das Unternehmen hat mehr als 1,2 Millionen Server- und Storage-Systeme ausgeliefert und sich von einem Motherboard-Hersteller zu einem Komplettanbieter entwickelt, der eine breite Serverlinie und Speicherlösungen umfasst. Darüber hinaus entwickelt und liefert Supermicro eine vollständige Palette von Bausteinkomponenten (einschließlich Motherboards), Embedded-Komponenten zur Unterstützung von IoT-Anwendungen. Hinzu kommen Edge-Lösungen, Netzwerk-Switches, Adapter sowie Hochleistungs-Workstations. Erste Priorität bei der Erweiterung der Produktlinie hatte der Qualitätsanspruch für alle Marktanforderungen, einschließlich Cloud- und Edge-Computing, künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens, Big Data und anderer Unternehmensanwendungen, 5G und IoT sowie Hyperscale-Rechenzentren.

In den letzten Jahren ist der Erfolg nicht ausgeblieben:

  • Im Jahr 2020 wurde Supermicro in die CRN-Liste der führenden Rechenzentrumsunternehmen aufgenommen.
  • Im Jahr 2021 wurde es vom Forschungsunternehmen IDC zum fünftgrößten Versender von Serversystemen weltweit gekürt.
  • Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Umsatz im zweiten Quartal 1,17 Milliarden US-Dollar.

 

 

Ein funktionierendes Netzwerk im Herzen des Silicon Valley. Der hohe Qualitätsanspruch ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, aber Liang glaubt auch, dass der Standort von Supermicro im Silicon Valley dazu beigetragen hat, zu expandieren. Mit Hauptsitz und Produktionsstätte in Kalifornien ist Supermicro strategisch positioniert, um eng mit seinen wichtigsten Lieferanten, Technologiepartnern und Kunden zusammenzuarbeiten, um ihre sich entwickelnden Bedürfnisse zu verstehen und qualitativ hochwertige Lösungen auf den Markt zu bringen. Liang sieht die geografische Lage von Supermicro als Wettbewerbsvorteil, insbesondere gegenüber anderen Marktbegleitern, die ihre gesamte Produktion ausgelagert haben oder den Staat verlassen haben.

»Unser Standort ist in Bezug auf Time-to-Market und der Spitzentechnologie, die wir liefern, ein großer Vorteil. Wir können viel enger mit unseren Partnern zusammenarbeiten, und weil sich alle unsere Engineering- und Fertigungsressourcen im Silicon Valley befinden, sind wir in der Lage, unsere Ideen einzubringen, zu optimieren und unsere Produkte viel früher als unsere Wettbewerber auf den Markt zu bringen.«

Selbstoptimierung mit dem Autokonfigurator. Das Unternehmen begann mit der Herstellung von Motherboards, hat aber in den fast drei Jahrzehnten seines Bestehens seine Linie schnell weiterentwickelt und konzentriert sich zusätzlich zu einzelnen Komponenten auf die Bereitstellung kompletter IT-Lösungen. Kürzlich wurde der Hauptsitz in San Jose erweitert. Auf dem riesigen Areal von inzwischen über 200.000 Quadratmetern sind 12 Gebäude mit Engineering-, Fertigungs- und Kundendiensteinrichtungen untergebracht. Teil dieser Erweiterung ist ein neues Command Center, das speziell für eine bessere Zusammenarbeit mit Unternehmenskunden etabliert wurde. Mit dem Command Center und dem Autokonfigurator können Unternehmenskunden komplexe Lösungen entwickeln und testen, sowie On-Premises-, Collocation- und Public-Cloud-Workloads vergleichen, um ihre Lösungen für die individuellen Anforderungen zu optimieren. Für die Kunden ist das die Möglichkeit, eine echte Plug-and-Play-Rack-Lösung zu erhalten – alles im Herzen des Silicon Valley.

Liang ist der Meinung, dass der Total-IT-Solutions-Ansatz Supermicro ermöglichen wird, weitere Fortschritte bei Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen zu erzielen – beide Zielgruppen haben eine steigende Nachfrage nach Hochleistungslösungen, die High-Tech-Unternehmen seit langem nutzen. Das Unternehmen verfügt auch über eine Schwesterproduktionsstätte in Taiwan, die es ihm ermöglicht, internationale Kunden mit gleich hoher Qualität effizienter zu bedienen. 

»Ich begann mit einer Motherboard-Firma, dann fragten die Kunden nach besseren Netzteilen und besseren Gehäusen und später nach verschiedenartigen Systemen. Also begannen wir, Jahr für Jahr ein viel umfassenderes Lösungsportfolio zu entwickeln und zu liefern«, erklärt Liang. »Heute sagen uns Kunden, dass sie eine umfassendere Managementsoftware mit leistungsfähigeren Sicherheitsfunktionen und benutzerfreundlicheren Cloud-Infrastruktur- oder KI-Lösungen benötigen. Auch das können wir erfüllen.«

Von der anfänglichen Auslieferung eines einzigen Motherboards liefert Supermicro nun Racks mit Komplettsystemen für Cloud Computing – oder was die Kunden sonst noch benötigen, um bei der Digitalisierung voran zu kommen. Darüber hinaus ergänzt das Unternehmen seine Systeme mit den neuesten Sicherheitsvorkehrungen. Firmware und Software auf Systemebene bietet den Kunden vollständige und einsatzbereite Lösungen. Ein Schlüssel zum Erfolg war eine Bausteinarchitektur, bei der die Designs und Subsysteme von Supermicro auf verschiedene Produktlinien aufgeteilt wurden, um in neuen Produktgenerationen verwendet werden zu können. Liang sagt, dies ermöglicht Supermicro, den Warenbestand viel schneller als seine Mitbewerber aufzubauen, ohne dabei auf die Qualität zu verzichten, auch wenn die Kundenanforderungen stetig steigen.

»Wir wissen, dass unsere Kosten möglicherweise nicht die niedrigsten sind, also ist klar, dass wir die beste Qualität und Leistung und den höchsten Wert pro Dollar bieten müssen«, fügt er hinzu.

 

 

Green Computing in jedem Baustein. Während die Produktqualität seit Tag 1 die oberste Priorität hat, fand Liang einen zweiten treibenden Faktor, der seit Mitte der 2000er Jahre in die Produkte von Supermicro integriert wurde – die Energieeffizienz. Die Theorie ist einfach: Neben der Herstellung der besten Produkte möchte er, dass Supermicro möglichst umweltfreundliche Systeme liefert, die den Anwendern noch Einsparungen bei den Gesamtbetriebskosten (TCO) bieten. Heute ist Green Computing, ebenso wie der Qualitätsanspruch, zu einem Kern der Produktstrategie von Supermicro geworden. Natürlich sind mit energieeffizienter Technologie Kosteneinsparungen verbunden sind, doch Liang versteht darunter viel mehr. Er sieht Energieeffizienz und Umweltbewusstsein als eine unternehmerische Verantwortung, die alle Unternehmen annehmen sollten. Aus diesem Grund hat die Energieeffizienz in der gesamten Produktlinie von Supermicro Einzug gehalten. Der Bausteinansatz ermöglicht die Aufrüstung von Komponenten, sobald neue Technologien verfügbar werden, wodurch wiederum der Elektroschrott um Millionen von Tonnen pro Jahr reduziert wird.

»Green Computing begann mit unseren hocheffizienten Netzteilen, aber daraus ist viel mehr geworden. Es ist Teil des gesamten Systemdesigns, der Firmware, der Software und der Kühlung des Rechenzentrums«, erklärt Liang. »Wir sind bestrebt, bei unseren Produkten und Anlagen eine führende Rolle im Bereich des Green Computing zu übernehmen.«

Liang redet jedoch nicht nur, er geht auch konsequent den Weg. Die jüngste Erweiterung des HQ-Campus von Supermicro ist eine LEED-zertifizierte Einrichtung, die saubere, brennstoffzellenbasierte Energie erzeugt, die von Bloom-Energy-Servern unterstützt wird und damit den vorherigen Einsatz von Bloom Energy ergänzt [1].

Die Brennstoffzellen können Supermicro über einen Zeitraum von 10 Jahren mehr als 30 Millionen US-Dollar an Energiekosten einsparen, wenn sie vollständig eingesetzt werden. Vielleicht noch wichtiger für Liang ist jedoch, dass sie die CO2-Erzeugung jährlich um 1,4 Millionen Kilogramm reduzieren wird – das entspricht dem Kohlenstoff, der von 1.000 Hektar Bäumen gebunden wird.

Liang sagt, dass die Green-Computing-Systeme von Supermicro 700 US-Dollar pro Jahr und System einsparen können. Wenn alle globalen Server, Spe icher, IoT und andere Systeme auf hocheffiziente Lösungen umgestellt würden, könnten die Energieeinsparungen bis zu 7 Milliarden US-Dollar pro Jahr betragen. Er stimmt zu, dass im Jahr 2004 nur wenige Unternehmen an Energieeffizienz interessiert waren, aber heute achtet mindestens die Hälfte der Kunden von Supermicro auf den Energieverbrauch. Einerseits sind es die Kosten, aber Liang glaubt auch, dass die meisten Unternehmen es auch aus einer ökologischen Perspektive betrachten. Mit ein wenig Vorausplanung müssen die Kunden nicht mehr bezahlen, um auf energieeffiziente Technologie umzusteigen, und vor allem geht die Energieeffizienz nicht mit einem Leistungskompromiss einher.

»Es gibt keinen Leistungsverlust – das ist ein Vergleich wie Äpfel mit Äpfeln«, sagt er. »Wir können weltweit 7 bis 8 Milliarden Dollar einsparen, ohne dass die Leistung beeinträchtigt wird.«

Es war eine lange Reise, aber was mit dem Wunsch begann, die besten Motherboards zu produzieren, ist jetzt zu einer dauerhaften Mission geworden, weiterhin die besten – und jetzt auch die saubersten – Computersysteme zu liefern.

»Es war nicht einfach. Deshalb habe ich 28 Jahre gebraucht und so entwerfe ich immer noch Systeme«, sagt Liang. »Glücklicherweise haben Menschen Spaß an dem, was wir hier tun, und jetzt, als 28-jähriges Unternehmen, haben wir endlich fast alles parat – die Hardware, die Firmware, die Software, die Gesamtlösungen, das Command Center und den Autokonfigurator. Wir haben nun die Möglichkeiten, die Computeranforderungen jedes Unternehmens zu erfüllen.«

 

Erfahren Sie mehr unter www.supermicro.com 

 


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