Die fünf Top-Trends in der Vermögensberatung

Wie nahezu alles andere revolutioniert die Digitalisierung auch das Banking. Junge, innovative Unternehmen fordern die etablierten Banken heraus. Was die Newcomer zu bieten haben, das analysiert die Neuauflage des Factbooks zum Digital Wealth Management, die das TME Institut für Vertrieb und Transformationsmanagement e. V. gerade herausgebracht hat. Auf über 100 Seiten werden rund 70 FinTechs und Non-Bank-Start-ups sowie deren Geschäftsmodelle vorgestellt. Zusammenfassend erkennt das TME Institut fünf Top-Trends in der Vermögensverwaltung:

 

  1. Mehr digitale Angebote für alle Kundengruppen

Seit Längerem gibt es eine Vielzahl digitaler Angebote für Anleger, die weitgehend selbstbestimmt agieren. Dagegen war das Angebot für Kunden, die Beratung brauchen, bisher eher überschaubar. In diese Lücke stößt die digitalisierte Vermögensverwaltung, auch Robo Advisory genannt. Sie ist ein erster wichtiger Schritt einer Entwicklung, an deren Ende die Digitalisierung der Beratung für alle Kundengruppen stehen dürfte – auch in Konkurrenz zum Filialgeschäft der Banken.

 

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  1. Zunehmender Preis- und Margendruck

Digitale Tools und Geschäftsmodelle erhöhen die Effizienz. Gleichzeitig machen FinTechs mit aggressiven Pricing-Modellen den etablierten Banken Marktanteile streitig. Beides führt dazu, dass Kunden zunehmend von niedrigeren Preisen in wesentlichen Bereichen der Geldanlage profitieren.

Beim Thema Research etwa bietet das FinTech Stock Rover kostenlosen Zugang zu rund 40.000 Preisdaten und detaillierten Geschäftszahlen von über 8.000 nordamerikanischen Aktiengesellschaften. Beim Handel mit Wertpapieren ist etwa das FinTech Robinhood zu nennen, das den kostenlosen Kauf und Verkauf von ca. 5.000 US-amerikanischen Aktien und ETFs ermöglicht, während WiseBanyon mit einer Vermögensverwaltung wirbt, für welche der Anleger nichts zahlen muss. Gerade in den USA ist der Trend zu kostenlosen (vor allem Basis-) Dienstleistungen deutlich sichtbar.

Gleichzeitig sorgen erhöhte Transparenzanforderungen aufgrund gesetzlicher Vorgaben sowie die Ertragsteilung bei Kooperationen zwischen Banken und FinTechs für weiteren Druck an dieser Stelle.

 

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  1. Individuellere Angebote und mehr Vielfalt

Lange Zeit war vor allem die Standardisierung von Dienstleistungen ein wichtiger und wesentlicher Aspekt der Technologisierung im Banking. Heute erlauben die ständig steigende Rechenleistung von Computern und neuartige Technologien wie Artificial Intelligence maßgeschneiderte Lösungen auch im digitalen Bereich.

 

Ein Beispiel dafür sind Robo Advisors wie zum Beispiel investify, bei denen Kunden nicht nur zwischen verschiedenen Musterportfolien auswählen müssen, sondern auch ihre eigenen Vorstellungen bezüglich der Anlage mit einfließen lassen können.

 

  1. Mehr hybride Modelle aus Technik und Beratung

Immer mehr Kunden recherchieren im Internet nach Produkten auch für die Geldanlage. Demgegenüber sind die Online-Abschlussquoten in diesem Bereich noch vergleichsweise gering. Daraus lässt sich schließen, dass persönliche Beratung auf absehbare Zeit ein wichtiger Faktor bleiben wird. Allerdings können Berater heute digitale Lösungen einsetzen, die sie fachlich und administrativ unterstützen und damit wesentlich entlasten.

Ein gutes Beispiel dafür, wie sich persönliche Beratung und Digitalisierung miteinander verbinden lassen, ist das Angebot des US-amerikanischen Unternehmens Vanguard Personal Advisor, dem aktuell weltweit größten Robo Advisor aus den USA.

 

  1. Einsatz von künstlicher Intelligenz

Auch wenn der Begriff künstliche Intelligenz (im Sinne von Machine Learning, Cognitve Computing etc.) dehnbar ist: Der Einsatz immer »intelligenterer« Systeme bei der Nutzung großer Datenmengen eröffnet auch in der Vermögensberatung gänzlich neue Chancen.

Beispiele dafür sind Chatbots, mit denen sich Wertpapiere handeln lassen wie im Falle des FinTechs Polly Portfolio, Sentimentanlaysen mit Hilfe von Spracherkennungssystemen wie bei YUKKA Lab sowie Analyse- und Simulationstools wie bei BlackRock beziehungsweise Goldmann Sachs. Aber auch Banking-Anwendungen mit Hilfe digitaler Sprachassistenten wie Siri, Alexa & Co gehören zu den intelligenten Anwendungen, die gute Beratung ergänzen und langfristig durchaus auch ersetzen könnten.

 

 


 

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