Die Top 10 der deutschen Managementberatungen

  • Wachstum des Vorjahres wurde 2015 erneut übertroffen.
  • Im laufenden Jahr soll die Wachstumsgeschwindigkeit nochmals leicht steigen.
  • Digitalisierung der Beratungsleistung schreitet voran.
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Die zehn führenden deutschen Managementberatungen haben 2015 ihre Umsatzprognose von knapp 10 Prozent mit 9,4 Prozent nahezu erreicht und damit sogar das Wachstum des Vorjahres (2014: +9,2 %) nochmals übertroffen. Damit blicken die Beratungsunternehmen erneut auf ein überaus positives Geschäftsjahr zurück. Basis dieser Entwicklung ist die gute wirtschaftliche Gesamtlage. Die Geschäfte der Kundenunternehmen entwickeln sich dynamisch und es wird investiert. Einen zusätzlichen Treiber bilden darüber hinaus die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Kundenunternehmen und ihre Geschäftsmodelle. In diesem Zusammenhang wird auch die Rolle des Beraters als Lotse in einer zunehmend kurzfristigeren und wenig planbaren Welt wichtiger.

Die zehn führenden Managementberatungen mit Hauptsitz in Deutschland haben von diesen Rahmenbedingungen profitiert. Von den zehn Beratungsunternehmen sind sieben gewachsen, davon drei sogar um mehr als 15 Prozent. Besonders erfolgreich waren dabei die Unternehmen Simon Kucher und d-fine mit einem Zuwachs des Gesamtumsatzes von über 20 Prozent.

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In Summe erzielten die zehn führenden deutschen Managementberatungen 2015 im In- und Ausland rund 1,7 Milliarden Euro Umsatz mit rund 7.250 Mitarbeitern. Deren Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent im statistischen Mittel.

Auch im Jahr 2016 steht die Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern wieder ganz oben auf der Agenda der Beratungsunternehmen. »Rund 80 Prozent von den insgesamt 66 für die Lünendonk-Studie befragten Beratungsunternehmen sehen eine sehr große Herausforderung darin, geeignete Mitarbeiter zu gewinnen [1]. Im Jahr 2016 planen die Unternehmen durchschnittlich Neueinstellungen im Volumen von 20 Prozent der aktuellen Gesamtmitarbeiterzahl«, kommentiert Jonas Lünendonk, geschäftsführender Gesellschafter und Studienautor, die Situation. 2015 haben vier Unternehmen der zehn führenden deutschen Beratungsgesellschaften ihre Mitarbeiterzahl um mehr als 10 Prozent gesteigert. Ganz vorn lag hier das Beratungsunternehmen d-fine mit einem Mitarbeiterwachstum von 15,1 Prozent, gefolgt von Simon Kucher mit 13,9 Prozent, goetzpartners mit 12,0 Prozent und KPS mit 11,7 Prozent.

Hintergrund zur Lünendonk-Liste

Die seit 1997 jährlich erscheinenden Lünendonk-Listen über die führenden Managementberatungen in Deutschland haben seit dem Jahr 2014 ein neues Gesicht. Die Beratungstätigkeit sowohl internationaler als auch deutscher Beratungsanbieter im Auftrag großer beziehungsweise global agierender Kunden gestaltet sich zunehmend grenzüberschreitend und aus unterschiedlichen Niederlassungen heraus weltweit. Ein Ranking ausschließlich nach Beratungsumsätzen in Deutschland lässt sich bei der internationalen Anbieterkategorie daher nicht mehr sinnvoll und ausreichend detailliert abbilden. Aus diesem Grund werden im klassischen Lünendonk-Ranking der Managementberatungen in Deutschland seit 2014 nur noch Unternehmen berücksichtigt, die ihre Gründungshistorie und Kapitalmehrheit in Deutschland haben. Diese zehn umsatzstärksten deutschen Beratungen sind in der Reihenfolge ihrer Gesamtumsätze in der aktuellen Lünendonk-Liste 2016 »Top 10 der deutschen Managementberatungen« gelistet.

Die multinationalen Managementberatungs-Konzerne, die ihren Hauptsitz beziehungsweise ihre Kapitalmehrheit im Ausland haben, werden – soweit sie 2015 signifikante Umsätze (mehr als 50 Millionen Euro) mit Managementberatungsleistungen im deutschen Markt erzielt haben – in einer eigenen Übersicht »Internationale Managementberatungen in Deutschland« mit ihren relevanten weltweiten Beratungsumsatz- und Mitarbeiterzahlen in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Dabei handelt es sich sowohl um die klassischen großen Strategieberatungen, wie McKinsey, The Boston Consulting Group und Bain, als auch um Gesamtdienstleister, wie Accenture und Capgemini, sowie spezialisierte Beratungsunternehmen aus dem HR-Sektor. Bei den ebenfalls berücksichtigten Umsätzen der Big-4-Unternehmen aus dem Marktsektor Wirtschaftsprüfung handelt es sich um deren sogenannte Advisory-Umsätze. Aufgrund der Heterogenität der Umsätze ist ein Ranking auf Basis der weltweiten Beratungsumsätze inhaltlich nicht angemessen.

Zwar wurden für diese Unternehmen keine Umsätze für den deutschen Markt erhoben, allerdings haben Gespräche mit Marktteilnehmern in den letzten Monaten gezeigt, dass sich auch deren Umsätze überaus positiv entwickelt haben.

Im laufenden Jahr soll die Wachstumsgeschwindigkeit nochmals leicht steigen

Die von Lünendonk befragten 66 Managementberatungs-Unternehmen rechnen für das laufende Jahr 2016 mit einer weiteren Steigerung ihrer Umsätze um mehr als 10,8 Prozent. Dabei sind die analysierten Top 10 der deutschen Beratungen mit einer durchschnittlichen Umsatzprognose von 10,9 Prozent sogar noch etwas optimistischer. Die 17 größten internationalen Beratungen erwarten für 2016 eine Zunahme ihrer Umsätze in Deutschland von durchschnittlich 10,4 Prozent.

Gestützt wird diese Entwicklung auch durch die erwartete Budgetentwicklung auf Kundenseite. So gehen von den 66 befragten Beratungsunternehmen mehr als 70 Prozent davon aus, dass die Budgets für Beratungsunternehmen weiter steigen werden. Besonders die Themen Big Data, Business Analytics und Industrie 4.0 werden als Umsatztreiber gesehen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl von bereits umgesetzten Industrie-4.0-Projekten ebenfalls deutlich zu.

Digitalisierung der Beratungsleistung schreitet voran

Die Digitalisierung beschäftigt aber nicht nur die Kunden der Managementberatungs-Unternehmen. Vielmehr sehen die Beratungen für sich selbst großes Potenzial, um die Effizienz und Replizierbarkeit durch Software-Tools sowie die Analysemöglichkeiten deutlich zu steigern. »Es überrascht daher auch wenig, dass über drei Viertel der Managementberatungs-Unternehmen Softwarelösungen und die entsprechenden Dienstleistungen als ein Wachstumsfeld mit zukünftig signifikantem Umsatzanteil ansehen«, so Jonas Lünendonk.

[1] Die Lünendonk-Liste bildet die Grundlage für die Lünendonk-Studie, die im Juli erscheint. Für die Studie sind auch in diesem Jahr mehr als 66 in Deutschland aktive Managementberatungen im Zeitraum Februar bis April 2016 umfassend befragt worden.
Die Lünendonk-Studien und Publikationen gehören als Teil des Leistungsportfolios von Lünendonk zum »Strategic Data Research« (SDR). In Verbindung mit den Leistungen in den Portfolio-Elementen »Strategic Roadmap Requirements« (SRR) und »Strategic Transformation Services« (STS) ist Lünendonk in der Lage, seine Beratungskunden von der Entwicklung der strategischen Fragen über die Gewinnung und Analyse der erforderlichen Informationen bis hin zur Aktivierung der Ergebnisse im operativen Tagesgeschäft zu unterstützen.

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