6.4.2020 Covid-19: So entwickeln sich die Corona-Kurven

Die Zahl der gemeldeten Covid-19-Fälle nimmt in Deutschland weiter zu und es sieht derzeit nicht danach aus, als ob die Kurve schon abflachen würde. Insgesamt wurden weltweit über 1,3 Million Infektionen und fast 75.000 Todesfälle registriert. Die meisten Covid-19-Fälle sind derzeit in den USA bekannt. Die meisten Toten hat Italien zu beklagen. In Deutschland sind es aktuell (6. April 2020) rund 103.000 Fälle.

https://de.statista.com/infografik/21124/kumulative-anzahl-der-bestaetigten-covid-19-faelle/

 

Die Zahl der gemeldeten Covid-19-Fälle nimmt in Deutschland weiter zu und es sieht derzeit nicht danach aus, als ob die Kurve schon abflachen würde. Allerdings ist die Lage weiterhin weniger dramatisch als in Italien, wie die Verteilung der Fälle zeigt. Vergleichsweise positiv stellt sich die Situation in Südkorea dar: Dort ist Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen. Ob die deutschen Maßnahmen greifen, wird sich laut Robert Koch-Institut erst in den kommenden zehn bis zwölf Tagen zeigen. Mathias Brandt

Anzeige

https://de.statista.com/infografik/21124/kumulative-anzahl-der-bestaetigten-covid-19-faelle/

 

Corona-Pandemie: Unsicherheit, Umsatzeinbrüche und mehr Home Office

Geschäftstermine werden verschoben oder fallen aus, das Team arbeitet vom Home-Office: Die Corona-Krise hat vielfältige Auswirkungen auf Unternehmen. Eine aktuelle Umfrage des Markt- und Meinungsforschers YouGov unter Unternehmensentscheidern in Deutschland zeigt, dass vor allem die Unsicherheit und Sorge unter den Mitarbeitern sehr verbreitet ist. 60 Prozent der Befragten geben an, dass dies in ihrem Unternehmen der Fall ist. 47 Prozent der befragten Unternehmen verzeichnen durch die Corona-Krise bereits Umsatzeinbußen und bei 25 Prozent kam es zu unterbrochenen Lieferketten, wie die Statista-Grafik zeigt. Frauke Suhr

Anzeige

https://de.statista.com/infografik/21332/auswirkung-der-corona-krise-auf-unternehmen

 

Expertengruppe plädiert für Stufenplan für die Zeit nach dem Shutdown

Illustration: Geralt Absmeier

Die geltenden Beschränkungen in Gesellschaft und Wirtschaft allmählich zu lockern und dabei die medizinische Versorgung der gesamten Bevölkerung zu sichern – dafür plädiert jetzt eine interdisziplinäre Gruppe renommierter Wissenschaftler. In ihrem Positionspapier zeigen die Forscher um ifo-Präsident Clemens Fuest und Martin Lohse, Präsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, Wege zu diesem Ziel auf.

Die Strategie sieht vor, derzeitige Einschränkungen differenziert und unter kontinuierlicher Abwägung der Risiken nach und nach zu lockern. Priorität haben dabei Beschränkungen, die hohe wirtschaftliche Kosten verursachen oder zu starken sozialen und gesundheitlichen Belastungen führen. Regionen mit niedrigen Infektionsraten und freien Kapazitäten im Gesundheitssystem könnten, so der Vorschlag der 14 Experten aus deutschen Universitäten und Forschungsinstituten, beim allmählichen Neubeginn vorangehen. Beginnen sollten zudem Sektoren mit niedriger Ansteckungsgefahr wie zum Beispiel hochautomatisierte Fabriken sowie Bereiche mit weniger gefährdeten Personen, etwa in Schulen und Hochschulen.

»Die aktuellen Beschränkungen sind sinnvoll und zeigen erste Wirkung«, sagt Martin Lohse, Mediziner und Präsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ). Allerdings hätten die Maßnahmen neben hohen wirtschaftlichen und sozialen Kosten auch gravierende medizinische Folgen, etwa für Patienten mit anderen schweren Erkrankungen. »Weil wir damit rechnen müssen, dass die Pandemie uns noch viele Monate beschäftigt und letztlich nur unser Immunsystem uns schützen kann, brauchen wir eine flexible, nach Risiken gestaffelte Strategie – ein genereller Shutdown ist keine langfristige Lösung«, sagt Martin Lohse.

»Gesundheit und eine stabile Wirtschaft schließen sich keineswegs aus«, sagt Clemens Fuest, Ökonom und Präsident des Münchener ifo-Instituts. Beides bedinge sich vielmehr gegenseitig: »So wie eine positive wirtschaftliche Entwicklung bei unkontrollierter Ausbreitung des Virus nicht möglich ist, lässt sich auch die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitswesens ohne eine funktionierende Wirtschaft nicht aufrechterhalten«, sagt Clemens Fuest.

»Bei der Planung, in welchen Schritten die massiven Einschränkungen des privaten und öffentlichen Lebens aufgehoben werden, müssen die Menschen im Mittelpunkt stehen. Dabei sind gesundheitliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Risiken zu berücksichtigen. Allen wird derzeit viel zugemutet. Jetzt müssen die Starken für die Schwachen da sein«, betont Christiane Woopen, Professur für Ethik und Theorie der Medizin an der Universität zu Köln.

Wichtig seien jetzt großflächige Tests, um zuverlässigere Erkenntnisse über die Ausbreitung des Erregers zu erhalten, schreiben die Wissenschaftler aus den Bereichen Innere Medizin, Infektionsforschung, Pharmakologie, Epidemiologie, Ökonomie, Verfassungsrecht, Psychologie und Ethik. Auch die Sicherung der Produktion von Schutzkleidung, Schutzmasken, Medikamenten und künftiger Impfstoffe zähle zu den vordringlichen Maßnahmen. Weiterhin empfehlen die Wissenschaftler, neue Kapazitäten zur Bewältigung der sozialen und psychischen Folgeschäden der aktuellen Maßnahmen zu schaffen.

Die Stellungnahme zum Runterladen:

https://www.ifo.de/publikationen/2020/monographie-autorenschaft/die-bekaempfung-der-coronavirus-pandemie-tragfaehig