Der Multi-Cloud-Trend erreicht Deutschland

Illustration: Absmeier, O12

Wenn Unternehmen die Herausforderungen der Digitalisierung meistern wollen, dann nimmt die Nutzung von Cloud-Technologien eine Schlüsselrolle ein. Cloud-Dienste stellen die Voraussetzung für Agilität und Innovationsfähigkeit dar. Doch noch immer nutzen längst nicht alle Firmen diese Form der IT-Infrastruktur, bei der Speicherplatz, Software und Rechenleistungen über einen Server bereitgestellt werden. »Die Nutzung von Cloud Computing bedeutet für Unternehmen, dass sie keine Hard- und Software mehr einrichten und installieren müssen – das spart sowohl Anschaffungs- als auch Wartungskosten. Zudem erfolgt die Zahlung nur nach dem tatsächlichen Verbrauch«, erklärt Christian Rampelt, Gründer und Geschäftsführer von dfind.com. Dabei sollten Unternehmen bedenken, dass es keine allgemeingültige Lösung für alle Unternehmen gibt, vielmehr gilt es immer eine individuelle Lösung zu finden.

 

Für jeden das passende Modell – drei verschiedene Dienste

Es existieren drei verschiedene Formen des Cloud Computing. Während bei der Variante Infrastructure as a Service, kurz IaaS, hauptsächlich technische Infrastruktur bereitgestellt wird, bietet Platform as a Service, PaaS, eine Plattform zur Entwicklung von Softwareanwendungen. Bei Software as a Service, abgekürzt SaaS, nutzen Anwender hingegen lediglich einzelne Softwareanwendungen.

 

Öffentlich oder privat?

Unternehmen müssen jedoch nicht nur hinsichtlich des Dienstes, den sie nutzen wollen, eine Entscheidung fällen, sondern auch bezüglich der Cloud-Art. Die kostengünstigste Variante stellt in der Regel die Public Cloud dar. Hierbei liegen alle Daten eines Unternehmens auf Servern, die öffentlich zugänglich sind. Die gesamte Hardware und Software gehört somit dem Anbieter, der seine Cloud unterschiedlichsten Nutzern zur Verfügung stellt.

»Neben dem niedrigeren Preis liegt ein weiterer Vorteil der öffentlichen Cloud darin, dass schnell Anpassungen vorgenommen werden können, wenn Unternehmen beispielsweise kurzfristig mehr Speicherkapazität benötigen. Jedoch gilt diese Form als unsicherer als eine private Cloud«, so Rampelt. Mit der Wahl eines Anbieters, von dem man weiß, wo sich die Server befinden, lässt sich dieses Sicherheitsrisiko aber bis zu einem bestimmten Grad reduzieren.

Wünschen sich Unternehmen einen besseren Schutz, empfiehlt sich die Wahl einer privaten Cloud, da hier die Verwaltung aller Dienste und Komponenten in einem privaten Netzwerk, zu dem niemand sonst Zugriff erhält, erfolgt. Aus diesem Grund steigen jedoch die Nutzungskosten. Zudem benötigen bedarfsgerechte Anpassungen oftmals mehr Zeit.

 

Die Mischung macht’s

Wollen Unternehmen die Vorteile beider Arten kombinieren, bietet sich eine Hybrid Cloud an. Diese kombiniert die Sicherheit der privaten Cloud mit der Flexibilität der öffentlichen, indem weniger kritische Daten in der Public Cloud gespeichert werden und die Speicherung von sensibleren Daten in der Private Cloud erfolgt.

 

Mehr als nur Kosteneinsparungen – Vorteile der Cloud

Neben den wirtschaftlichen Gründen bietet Cloud Computing eine sehr große Flexibilität. Da alle Mitarbeiter ortsunabhängig auf die Unternehmensdaten zugreifen, lässt sich die Zusammenarbeit eines Teams über Ländergrenzen hinweg gestalten. »Mitarbeiter bekommen durch diese Möglichkeit der Kollaboration das Gefühl, Teil eines großen Ganzen zu sein. Zudem bedeutet diese Flexibilität auch einen Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte, denn viele Angestellte erwarten mehr von ihrem Arbeitgeber als einen Nine-to-five-Job an einem festen Arbeitsplatz«, so der Geschäftsführer. Ein weiterer Vorteil der Cloud-Nutzung liegt in der beliebigen Skalierbarkeit. So ist es beispielsweise möglich, die Verfügbarkeit der eigenen Website selbst bei kurzfristigen Spitzenlastzeiten aufrechtzuerhalten.

 


 

Multi-Cloud erfordert ein Umdenken bei der Planung von IT-Budgets

Digitalisierung ist nur mit budgetärer Flexibilität möglich.

Illustration: Geralt Absmeier

Der Multi-Cloud-Ansatz setzt sich zunehmend durch. Der Weg in die Multi-Cloud muss jedoch begleitet werden von einem Umdenken bei der Planung von IT-Budgets. Andernfalls können die Vorteile der Multi-Cloud nicht optimal ausgeschöpft werden.

Bis 2019 wird der Anteil der Unternehmen, die einen Multi-Cloud-Ansatz verfolgen, auf 70 Prozent steigen – prognostiziert die Gartner-Studie »Market Trends: Multi-Cloud Usage Will Drive Cloud Management Platform Growth« [1]. Hauptgrund für diese Entwicklung ist die höhere Flexibilität, die die Multi-Cloud bietet. Sie eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, sich für die jeweils optimale Lösung zu entscheiden. Denn es gibt keine Cloud-Lösung, die sich für alle Anforderungen eines Unternehmens eignet. In der Multi-Cloud können mehrere Cloud-Dienste in einer gemeinsamen Cloud zusammengefasst werden. Kombinierbar sind sowohl mehrere öffentliche Cloud-Lösungen als auch eine Private Cloud mit Public-Cloud-Modellen. Dennoch erscheint dem Anwender die Kombination aus mehreren Cloud-Diensten und Cloud-Plattformen wie eine einzige große Cloud.

Die Flexibilität der IT ist unverzichtbar für Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle und -prozesse digitalisieren. Denn von der IT wird erwartet, dass sie den Wandel agil, flexibel und kosteneffizient mitgestaltet. Dazu gehört, dass sie in der Lage ist, rasch auf Änderungen zu reagieren, Services bei Bedarf flexibel skalieren zu können, Innovationen zu unterstützen, Unternehmensprozesse zu optimieren und dafür zu sorgen, dass die Anforderungen in den Bereichen Sicherheit, Compliance und Datenschutz erfüllt sind.

 

Herausforderung: Budget-Flexibilität

Neben den zahlreichen organisatorischen und technischen Herausforderungen, die mit der Umsetzung eines Multi-Cloud-Ansatzes einhergehen, ist das Budget-Modell ein nicht zu unterschätzender Hemmschuh in vielen Unternehmen. Traditionellerweise wird das IT-Budget für Investitionen (Capex) und operative Ausgaben (Opex) geplant. In der Vergangenheit war stets eine Erhöhung der Investitionskosten notwendig, wenn Veränderungen in der IT anstanden. Die IT-Ausstattung, etwa Server und Software, wurde gekauft, die Kosten dafür über Jahre hinweg abgeschrieben. Dagegen wurde das Budget für die Betriebskosten zumeist gering gehalten, wenn nicht sogar jährlich gekürzt. In der Cloud-Welt ändert sich das grundlegend. Denn Cloud-Kosten sind Opex-Kosten.

 

Wechsel der Budget-Modelle

Während sich die IT-Abteilungen den Anforderungen der Digitalisierung anpassen, wurden die Budget-Modelle in den meisten Unternehmen bislang noch nicht überarbeitet. Strategische Modernisierung benötigt aber flexible Budgets und einen Shift hin zu mehr Opex. Für viele IT-Verantwortliche stellt dies einen Drahtseilakt dar. Denn eine Verringerung des Investitionsbudgets soll nicht mit einer Kürzung des Gesamtbudgets einhergehen. Ziel ist es vielmehr, eine kosteneffizientere IT zu schaffen, ohne dass regelmäßig umfangreiche Investitionen in Capex zur Aktualisierung von Tools und Systemen erforderlich sind. Nur mit einem ausreichenden Opex-Budget kann die IT die Erwartungen an sie auch hinreichend erfüllen.

 

Step-by-step und gut orchestriert

Kein Unternehmen wird sein Budget-Modell von heute auf morgen komplett umkrempeln. Gelingen kann der Wechsel des Budgetansatzes dennoch, wenn etwa Jahr für Jahr ein bestimmter Prozentsatz des Capex-Budgets dem Opex-Budget hinzugefügt wird. Notwendig sind aber eine gute Planung und eine umfassende Orchestrierung der Multi-Cloud. Denn mit der Budget-Bereitstellung und Budget-Flexibilisierung geht logischerweise auch weiterhin die Erwartung einher, dass dieses Budget effizient von der IT eingesetzt wird. Das heißt, die Verantwortlichen müssen auch die Nachteile der Multi-Cloud im Griff haben:

  • Steigende Komplexität und höherer Verwaltungsaufwand durch die höhere Anzahl an Anbietern
  • Höhere Fehleranfälligkeit durch die steigende Anzahl an Schnittstellen
  • Kein einheitlicher Datenschutz- und Sicherheitsansatz, weil die verschiedenen Anbieter in der Regel unterschiedliche Konzepte anwenden
  • Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Lizenzbestimmungen, da verschiedene Anbieter unterschiedliche Lizenzmodelle haben

 

Unterstützung durch Multi-Cloud-Experten

Um den Dschungel aus Lösungen, Lizenzmodellen und Sicherheitskonzepten erfolgreich managen zu können, ist eine 360-Grad-Sicht auf die Multi-Cloud notwendig. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich daher für Anbieter wie Matrix42, die mehrere aufeinander abgestimmte Lösungen anbieten und gleichzeitig die Möglichkeit eröffnen, andere Cloud-Lösungen sowie die Private Cloud einzubinden und die volle Kontrolle über das gesamte System zu gewährleisten.

Die Multi-Cloud eröffnet viele Möglichkeiten, bringt aber auch zahlreiche Herausforderungen mit sich. Professionelle Beratung und Begleitung hilft, die Vorteile der Multi-Cloud optimal ausschöpfen zu können.

Markus Schäfer, Product Manager Cloud & Mobile bei Matrix42

 

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[1] https://www.gartner.com/doc/reprints?id=1-4KKGOTA&ct=171115&st=sb %3fsrc=so_5703fb3d92c20&cid=70134000001M5td

 


 

Die Ära der Multi-Cloud kommt

Illustration: Absmeier, IO-Images

  • Studie zeigt, dass 86 Prozent der Unternehmen eine Multi-Cloud-Strategie verfolgen.
  • 60 Prozent der Unternehmen verlagern geschäftskritische Anwendungen in die Cloud.

 

Die Forrester Consulting hat im Auftrag von Virtustream eine Studie durchgeführt. Die Studie mit dem Titel »Multicloud Arises from Changing Cloud Priorities« basiert auf den Antworten von 727 Entscheidungsträgern, die weltweit in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern beschäftigt und für Cloud-Technologien zuständig sind [1]. Die Studienergebnisse zeigen, dass sich immer mehr Unternehmen mit einer Multi-Cloud-Strategie befassen. 86 Prozent der Befragten bezeichnen ihre aktuelle Cloud-Strategie als Multi-Cloud-orientiert. Zusätzlich zu Kosteneinsparungen werden als Gründe für den Wandel zur Multi-Cloud auch die Kriterien Leistung und Innovation genannt. Darüber hinaus stellt die Studie fest, dass 60 Prozent der Unternehmen mittlerweile unternehmenskritische Anwendungen in die Public Cloud verlagern oder bereits verlagert haben.

 

»Multi-Cloud ist ein klares Zeichen für die nächste Ära des Cloud Computing. Ob zum Ausgleich von Risiken oder um die Vorteile und Anwendungsoptionen verschiedener Cloud-Plattformen zu nutzen: Unternehmen übertragen ihre Workloads zunehmend auf mehrere Cloud-Provider«, sagt Deepak Patil, Senior Vice President, Product and Technology bei Virtustream.

 

Da sich Unternehmen zunehmend auf die Migration unternehmenskritischer Anwendungen in die Cloud konzentrieren, steigen auch die Investitionen in Cloud-Technologien und Ressourcen. Forrester stellte fest, dass fast die Hälfte der Unternehmen mindestens 50 Millionen Dollar jährlich für die Cloud ausgibt. Darüber hinaus plant eine große Mehrheit der Befragten, ihre Investitionen in die Cloud in den nächsten zwei Jahren beizubehalten oder zu erhöhen, einschließlich der Ressourcen für interne Mitarbeiter und externe Anbieter.

 

Die wachsende Cloud-Akzeptanz und steigende Investitionen veranlassen die Unternehmen auch, ihre Cloud-Strategien gezielt zu aktualisieren und auszubauen. Der Studie zufolge planen fast drei von vier Unternehmen, ihre Cloud-Strategie innerhalb der nächsten zwei Jahre neu zu bewerten oder eine neue Strategie zu entwickeln. Die Wissenschaftler wiesen außerdem darauf hin, dass bei der zukünftigen Strategie für die Cloud darauf zu achten ist, dass Cloud-Technologien und wichtige Geschäftsziele besser aufeinander abgestimmt werden. Auf die Frage nach den Zielen ihres Unternehmens für die Cloud für dieses Jahr gaben 42 Prozent der Befragten an, dass operative Effizienz oberste Priorität habe, dicht gefolgt von Innovation und Umsatzwachstum.

 

Die meisten Unternehmen setzen heute eine Multi-Cloud-Strategie dafür ein, um die Performance zu optimieren und ihre Geschäftsziele zu erreichen. Zudem stellt die Studie fest: »Keine einzige Cloud-Plattform erfüllt alle Workload-Anforderungen eines Unternehmens«. Daher nutzen Organisationen mehrere öffentliche und private Clouds für ihre unterschiedlichen Anwendungs-Workloads. Dabei steht die Performance beim Thema »Abstimmung der Workloads mit der Cloud-Umgebung« zumeist an erster Stelle – sie übertrifft sogar die Kriterien Compliance und Sicherheit.

 

»Bei Hunter Douglas verfolgen wir aus den gleichen, wie in der Studie zitierten, Gründen eine Multi-Cloud-Strategie – nämlich um die operative Effizienz und Innovation zu erhöhen«, sagt Stephen Katsirubas, CIO bei Hunter Douglas. »Virtustream unterstützt uns bei der Implementierung und Verwaltung unserer neuen unternehmenskritischen SAP-Anwendungen in der Cloud. Bei anderen Anwendungsfällen arbeiten wir auch mit weiteren Anbietern zusammen. Mit diesem strategischen Ansatz decken wir nicht nur unsere Business-Anforderungen ab, sondern erhöhen auch die Agilität der IT. Dadurch können wir uns auf die Steigerung unseres Geschäftserfolgs konzentrieren«.

 

Die befragten IT-Führungskräfte nennen eine Vielzahl an Anwendungsfällen für Multi-Cloud-Plattformen und glauben, dass ein Multi-Cloud-Ansatz viele Vorteile bringt – wie verbessertes IT-Infrastrukturmanagement und Flexibilität (33 Prozent), besseres IT-Kostenmanagement (33 Prozent) und verbesserte Sicherheit und Compliance (30 Prozent). Darüber hinaus zeigt die Studie, dass Unternehmen diejenigen Anbieter bevorzugen, die bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters ein hohes Maß an Hilfe und Unterstützung bieten. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass IT-Profis am häufigsten an der Auswahl von Cloud-Anbietern beteiligt sind (52 Prozent). Auch eine ausgewählte Gruppe an C-Suite-Manager ist bei der Auswahl involviert, am stärksten der CIO (34 Prozent).

 

[1] Für die Studie »Multicloud Arises from Changing Cloud Priorities« führte Forrester Consulting eine Online-Umfrage bei 727 Befragten durch und interviewte Entscheidungsträger für die Cloud-Strategie und Anwendungsmanager in den USA, EMEA und APAC. Das Ziel war es den aktuellen Stand der Cloud-Strategie bei Unternehmen festzustellen und zu bewerten. Befragt wurden Entscheidungsträger in den Bereichen IT und Operation, die Fragen zur Cloud und zur Cloud-Migrationsstrategie ihres Unternehmens beantworten sollten. Den Befragten wurde ein kleiner finanzieller Anreiz als Dankeschön für die Zeit, die sie für die Umfrage aufgewendet haben, geboten. Die Studie begann im April 2018 und wurde im Juli 2018 abgeschlossen.

 


 

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